Aktualisiert: 05.07.2021 - 17:45

Skandalös & revolutionär 75 Jahre Bikini: Die Geschichte der Bademode

Von Nadja von Bossel

Zum 75. Geburtstag des Bikinis zeigen wir Ihnen die Entstehungsgeschichte des sommerlichen Must-Haves!

Foto: Getty Images/Nisian Hughes

Zum 75. Geburtstag des Bikinis zeigen wir Ihnen die Entstehungsgeschichte des sommerlichen Must-Haves!

Heute wird der Bikini 75 Jahre alt. Zu diesem Anlass zeigen wir Ihnen die Geschichte des Zweiteilers, die voller Skandale und Revolution steckt.

Das Tragen eines Bikinis galt nicht immer als Selbstverständlichkeit. Als der Zweiteiler erstmals präsentiert wurde, sorgte er für empörte Zuschauer und sofortige Verbote in ganz Europa. Wir blicken zurück auf 75 Jahre Bikini.

Der Bikini wird 75: So entstand die skandalöse Bademode

5. Juli 1946: Louis Réard, ein gelernter Maschinenbauingenieur präsentiert in einem Pariser Schwimmbad einen nabelfreien Zweiteiler und versetzt damit die Zuschauer in Atemstillstand. Noch nie hatte sich jemand getraut, freizügige Bademode in der Öffentlichkeit vorzuführen. So lehnten sämtliche Models es ab, sich in Réards Kreation zu zeigen. Nur eine Nackttänzerin namens Micheline Bernardini wagte es, das nie da gewesene Textil zu präsentieren.

Das handverlesene Publikum, das bei Réards Modenschau im Schwimmbad anwesend war, empfand die Zurschaustellung des fast nackten Frauenkörpers als skandalös. Behörden in ganz Europa reagierten auf das freizügige Kleidungsstück und verhängten sofortige Verbote gegen den Bikini.

Réard benannte seine neue Kreation keineswegs zufällig. Der sogenannte Bikini-Atoll, der durch die Atombombentestung der Amerikaner wenige Tage zuvor ausgelöst wurde, war damals in aller Munde. Das neue Kleidungsstück sollte so viele Wellen schlagen wie eine Atombombe und wurde kurzerhand nach dem Atoll benannt und in sämtlichen Sprachen übernommen.

50er Jahre: So schaffte es der Bikini zum Trend-Stück

Doch die anfängliche Skepsis verwandelte sich im Laufe der 50er Jahre in große Begeisterung in der breiten Öffentlichkeit. Maßgeblich an dem Erfolg beteiligt, war niemand Geringeres als Brigitte Bardot.

Die junge und damals noch unbekannte Schauspielerin räkelte sich im Jahr 1953 im rosa karierten Bikini am Strand des Nobelhotels "Carlton" während der Filmfestspiele in Cannes. Die Bilder gingen schlagartig um die Welt und machten aus der jungen Bardot und aus dem Bikini eine Ikone.

Réard engagierte die die junge Schauspielerin kurz darauf für ihren ersten Modeljob. Seitdem zeigte sich Bardot als Stammkundin des Designers und ließ sich über mehrere Jahre oft in dem knappen Zweiteiler ablichten. Auch Marilyn Monroe zeigte sich als großer Fan des Kleidungsstücks und brachte so den Bikini-Trend nach Amerika.

Zeitloser Klassiker: Deshalb feiert der Bikini bis heute Erfolg

Als Ursula Andress in dem ikonischen "James Bond jagt Dr. No" mit einem weißen Bikini und Muscheln in den Hände aus dem Meer steigt, leitet sie die sexuelle Revolution der 60er Jahre ein. Später sagte sie: "Dieser Bikini hat mich erfolgreich gemacht".

Der Bikini, wie der Minirock, schlug zwar am Anfang seiner Geschichte große Wellen und war mit Verboten konfrontiert. Doch schlussendlich setzte sich die freizügige Bademode durch und wurde auf der ganzen Welt von vielen Frauen als Ausdruck für Selbstbestimmung getragen.

"Der Bikini stößt an die Grenzen des Möglichen. Er beschwichtigt eine Gesellschaft, die Nacktheit verbietet und ist dabei aber viel aufreizender", sagt die Chefdesignerin von Triumph Ursula Templin über das Kleidungsstück.

Kommt bald der Bikini für den Mann?

Die Geschichte und Entwicklung des Bikinis ist so einzigartig, dass dem Kleidungsstück ein eigenes Museum gewidmet wurde. Im "BikiniARTmuseum" wird jährlich der "JANARA Swimwear Award" verliehen, der die "hervorragendsten Kollektionen von Bademodenherstellern aus aller Welt" kürt.

In diesem Jahr gewann ein Bikini-Label aus Rio de Janeiro den Preis in der Kategorie "Extravagant und Provocative". Der Hersteller namens "Fernando Cozendey" zeigte Bikinis für Männer und macht aus der weiblichen Bademode ein geschlechterneutrales Kleidungsstück.

Die Modeexpertin Lilian Pacce kommentierte hierzu: "Fernando Cozendeys grenzüberschreitende Kreationen führen erneut vor Augen, dass Bademode so viel mehr ist als ein Stück Stoff. Sie spiegelt politische und gesellschaftliche Entwicklungen wider und dient als Kommunikationsmedium jeder Generation."

Quellen: BikiniARTmuseum, Der Westen

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