Aktualisiert: 29.05.2021 - 15:19

Beauty-Tipp zum Wochenende Sonnen- und Altersflecken richtig behandeln und ihnen vorbeugen

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Altersflecken sind nicht nur genetisch bedingt. Mit der richtigen Pflege, die vor allem auf Strahlungsschutz abzielt, können wir der Pigmentierung der Haut entgegenwirken.

Foto: Shutterstock/DUANGJAN J

Altersflecken sind nicht nur genetisch bedingt. Mit der richtigen Pflege, die vor allem auf Strahlungsschutz abzielt, können wir der Pigmentierung der Haut entgegenwirken.

Altersflecken sind nicht nur eine Frage des Alters. Die gute Nachricht: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sie zu behandeln und ihnen vorzubeugen.

Sonnen- und Altersflecken müssen nicht zwangsläufig erst im höheren Alter, sondern können bereits ab dem 40. Lebensjahr an Gesicht, Dekolleté und Händen auftreten. Im Beauty-Tipp zum Wochenende erklärt Sarah White, Kosmetikunternehmerin, Kosmetikerin und Beauty-Managerin, wie Sie Altersflecken richtig behandeln und vorbeugen können.

Altersflecken sind Anhäufungen des bräunlich-wachsartigen Pigments Lipofuszin (auch Alters- oder Abnutzungspigment), das als Endprodukt aus der Oxidation von ungesättigten Fettsäuren der Zellmembranen entsteht. Sonnenflecken (auch Melasma genannt) sind hingegen Hyperpigmentierungen, die aufgrund von zu viel UV-Strahlung und meist hormonellen Einflüssen entstehen.

Altersflecken richtig behandeln: Entstehung

"Altersflecken entstehen, weil an einigen Stellen der Haut zu viel Pigment (Melanin) gebildet wird. Melanin dient als Schutz vor Sonnenstrahlung und bräunt in jungen Jahren die Haut ebenmäßig", erklärt Sarah White. "Je älter wir werden, desto ungleichmäßiger erfolgt die Pigmentierung – erste Altersflecken entstehen meist ab dem 40. Lebensjahr. Sie treten an besonders lichtexponierten Stellen auf: Nase, Stirn, Wangen, Handrücken. Das verdeutlicht den Einfluss von Strahlung auf Pigmentstörungen."

Laut Expertin ist auch die genetische Disposition ausschlaggebend dafür, wann und in welchem Maß Altersflecken auftreten. "Hellhäutige und empfindliche Hauttypen sind besonders früh und häufig von Altersflecken betroffen, weil weniger Eigenschutz vorhanden ist", sagt die Expertin. "Sonnengeschädigte Haut, durch häufige Sonnenbäder oder Sonnenbrände, ist ein Risikofaktor – genauso wie Haut, die zu Entzündungen neigt. Daneben spielen auch Hormone eine wichtige Rolle, Melasmen z.B. entstehen aufgrund hormoneller Dysbalancen."

Das meint neben der inzwischen allseits bekannten UVA- und UVB-Strahlung durch die Sonne auch HEV-Licht. Die Abkürzung steht für "high energy visible", also für hochenergetisches sichtbares Licht, das im Lichtspektrum direkt neben der UV-Strahlung liegt und blau-violett für das Auge erscheint. Es wird vermutet, dass das sogenannte Bluelight Hyperpigmentierungen, polymorphe Lichtdermatosen und vorzeitige Hautalterung begünstigt. Das gilt auch für infrarote Wärmestrahlung (IR-Strahlung).

"Das sind Strahlungen, die wir zum Teil weder sehen noch spüren. Aber sie sind immer präsent, selbst hinter Glas, in Innenräumen oder bei wolkigem Himmel", sagt Sarah White. "Strahlung beschleunigt Alterungsprozesse, die Haut will sich schützen und produziert vermehrt Hautpigment. Bei gealterter und sonnengeschädigter Haut erfolgt die Pigmentierung ungleichmäßig, Altersflecken werden sichtbar."

Abgase, Feinstaub und Umweltgifte tragen ebenfalls ihren Teil zur Hautschädigung bei und beeinträchtigen die Regeneration der Haut.

Hautpflege bei Altersflecken

An erster Stelle der Pflegeroutine sollte der Schutz vor Strahlung stehen, also ein Hautpflegemittel mit ausreichendem Lichtschutzfaktor – auch im Winter und sogar im Büro.

"Vor allem in Asien und Afrika wird mit extremen Bleachings gearbeitet. Ich rate unbedingt davon ab", sagt Sarah White. "Jede Überreizung der Haut fördert Entzündungen, von Wunden oder schweren Verätzungen mal abgesehen. Diese machen die Haut empfindlicher gegenüber Strahlung, führen so sogar zu weiteren Pigmentstörungen. Also ein Teufelskreis!" Laut Expertin lässt sich die Haut aber auch sanft aufhellen: "Dafür müssen die Melaninproduktion und das Enzym Tyrosinase gehemmt werden. Das erfordert Geduld, aber die Erfolge sprechen für sich."

Hautpflegemittel mit Kresse werden als Wundermittel gehandelt, und auch die Hautexpertin bestätigt eine Botox-ähnliche Wirkung und den Reichtum an Stoffen, die freie Radikale neutralisieren können. "Alleine ist Kresse aber kein Wundermittel gegen Altersflecken", sagt sie. "Ein geeignetes Produkt kombiniert bewährte, aufhellende Wirkstoffe wie Vitamin C, Süßholzwurzel-Extrakt, Vitamin B3, Arbutin oder Kojisäure sinnvoll. Jedes noch so gute Produkte kann aber nicht wirken, wenn anschließend wieder zu viel Melanin gebildet wird, deshalb ist neben der eigentlichen Behandlung der tägliche Lichtschutz so wichtig."

Chemische Peelings und Laserbehandlungen

Neben Cremes für den Hausgebrauch gibt es Behandlungsmöglichkeiten, die vom Profi durchgeführt werden. Dazu gehören chemische Peelings und Laserbehandlungen.

Sarah White: "Chemische Peelings sind empfehlenswert. Es gibt für jede Haut eine geeignete Säure – auch für ganz empfindliche. Dank der schälenden Wirkung von chemischen Peelings in Kombination mit einem aufhellenden Produkt werden Erfolge schneller sichtbar."

Laserbehandlungen zerstören gezielt Ablagerungen von Melanin und sind laut Expertin für die Bekämpfung hartnäckiger Altersflecken sinnvoll.

"Egal ob Peeling oder Laserbehandlung, beides sollte unbedingt mit täglichem Lichtschutz kombiniert werden", sagt Sarah White. "Die Haut ist während der Behandlung empfindlicher gegenüber Strahlung. Ohne Lichtschutz könnten sich die Altersflecken sonst sogar verschlimmern."

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* Sarah White ist erfolgreiche Kosmetikunternehmerin (Gründerin der Marke iluqua), Kosmetikerin und Beauty-Managerin. Als internationale Trainerin und in Zusammenarbeit mit plastischen Chirurgen in einer ästhetischen Praxis hat sie gesamte Welt bereist, um andere Beautybegeisterte im Bereich Hautpflege zu schulen.

Pigmentflecken – viele haben sie. Im Alter treten sie als Altersflecken auf, aber auch junge Menschen können solche Pigmentierungsstörungen aufweisen. Sommersprossen seien genannt – aber auch größere stärker pigmentierte Areale. Was genau ein Melasma ist und wie die Behandlungsmöglichkeiten aussehen.

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