Aktualisiert: 13.05.2021 - 16:53

Ökologische Alternative Neuartige Faser entwickelt: So wird Seide vegan!

Von der Redaktion

Eine vegane Alternative zu Seide könnte das massenhafte Sterben von unzähligen Seidenraupen verhindern.

Foto: Getty Images/Richard Turnbull / EyeEm

Eine vegane Alternative zu Seide könnte das massenhafte Sterben von unzähligen Seidenraupen verhindern.

Für ein T-Shirt aus Seide werden circa 500 Seidenraupen getötet. Synthetische Spinnenseide soll dem nun ein Ende bereiten.

Sie ist eine der luxuriösten Textilfasern der Welt. Kein anderer Stoff fühlt sich so weich und sanft an auf der Haut wie Seide. Doch bei der Herstellung der hochwertigen Textilfaser werden unzählige Tiere im kochenden Wasser getötet. Textilexpert:innen entwickelten nun eine vegane Alternative für Seide.

Seide geht auch vegan – mit dieser synthetischen Spinnenseide

Das Biotech-Unternehmen "AMSilk" forschte zur Entwicklung einer ökologischen Alternative zur Seide bereits im Jahr 2008. Inspiration für den neuartigen Stoff war der Spinnfaden einer Gartenkreuzspinne.

Da Seide zum Großteil aus Proteinen besteht und durch eine bestimmte Anordnung an Molekülen eine einzigartige Lichtreflexion aufweist, war die Suche nach einer veganen Alternative allerdings gar nicht so leicht.

Doch es gibt sie, die Lösung: Zur Herstellung der veganen Seide werden Kolibakterien genetisch so manipuliert, dass sie in großen Stahltanks den Eiweißstoff produzieren, der später zu Textilfasern umgewandelt werden kann. Dabei gleichen die Eigenschaften der Faser denen einer Seidenfaser in vielen Hinsichten.

Laut des Herstellers sei die Faser widerstandsfähig, flexibel und atmungsaktiv. Der synthetische Stoff sei zudem zu hundert Prozent biologisch abbaubar. Genutzt wird das Ganze sogar bereits: Schon lange verwendet die Kosemtikindustrie das Seidenimitat, aber auch die Textilindustrie zeigt wachsendes Interesse an der veganen Seide.

Deshalb könnte vegane Seide die Zukunft sein

Die herkömmliche Seidenproduktion erfordert großen Aufwand, zum Leid vieler Tiere. Jedes Jahr werden circa 609.332 Tonnen Seide weltweit produziert. Aus dem einst seltenen Gut ist ein wahres Massenprodukt geworden. Doch das war nicht immer so.

Schon im dritten Jahrtausend vor Christus entdeckten Menschen die einzigartigen Eigenschaften des Stoffes und entwickelten aus den Kokons der Maulbeerraupen ein lukratives Geschäft.

Die Handelsrouten der Seidenproduktion reichten über mehrere tausend Kilometer. Auf der berühmten "Seidenstraße" gelangte das seltene Gut von Asien nach Europa. Ein Gut, das bis heute als wertvoll gilt.

Um ökonomisch das beste Ergebnis zu erzielen, werden die Seidenraupen in kochendes Wasser geworfen, damit sie während des Schlüpfens den Kokon nicht beschädigen.

Nur wenige Tiere werden von diesem Vorgang verschont, um sich zu paaren und neue Eier für die Produktion zu legen. Die Industrie stand aufgrund dieses Vorgehens schon mehrfach in der Kritik. Eine vegane Alternative könnte dem massenhaften Abtöten der Tiere nun endlich ein Ende bereiten.

____________________________________________

Auch bei der Produktion von Leder wird keine Rücksicht auf das Wohl von Tieren genommen. Doch nun gibt es neues veganes Leder: Pilze versprechen Erfolg!

Wer gerne nachhaltig leben möchte, nicht nur im Hinblick auf Lebensmittel, sollte auf diese Merkmale achten, um faire Mode zu erkennen. Kennen Sie schon den Fair-Fashion-Guide für nachhaltige Mode?

Es geht auch umweltbewusst UND stylisch! Mit veganen Sneakern umweltbewusst und modisch unterwegs.

Weitere neue Modetrends finden Sie auf unserer Themenseite.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe