Aktualisiert: 05.02.2021 - 19:34

Anti-Aging auf Zellebene Experten-Tipp: Schutz der Telomere für ein jüngeres Aussehen

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sk

Die Telomere reagieren empfindlich auf schädliche Umwelteinflüsse und lassen unsere Zellen schneller altern. Anti-Aging auf Zellebene bedeutet also Schutz der Telomere.

Foto: Imago [M]

Die Telomere reagieren empfindlich auf schädliche Umwelteinflüsse und lassen unsere Zellen schneller altern. Anti-Aging auf Zellebene bedeutet also Schutz der Telomere.

Wie alt wir werden und wie jung wir aussehen, haben wir der Länge unserer Telomere zu verdanken – und wir können etwas zum Schutz der Telomere tun.

Der Schlüssel zum ewigen Leben fasziniert den Menschen seit Jahrtausenden. Mehr und mehr kommt die Wissenschaft hinter die Geheimnisse. Derzeit richtet sich die Aufmerksamkeit auf das "Unsterblichkeitsenzym" Telomerase, das Anti-Aging auf Zellebene möglich machen soll. Im Mittelpunkt der Forschungen steht dabei der Schutz der Telomere.

Anti-Aging auf Zellebene: Darum ist der Schutz der Telomere wichtig

Dr. Christian Fach ist Mediziner (Internist und Kardiologe) und war 25 Jahre lang in der Wissenschaft tätig. Motivation für seine Forschung rund um Zellen und Botenstoffe war immer auch der Alterungsprozess und die Frage danach, warum wir unterschiedlich schnell altern.

"Die Telomere sind maßgeblich daran beteiligt, wie schnell und ausgeprägt der Alterungsprozess einsetzt", erklärt der Mediziner. "Unsere Telomere bestimmen, ob wir auch im Alter noch gesund und dynamisch und gut aussehen."

Der amerikanische Gerontologe Leonard Hayflick fand 1965 heraus, dass sich normale Zellen nur etwa 50 Mal teilen können. Die Wissenschaftler gingen damals davon aus, dass eine Zelle danach ihr biologisches Zelltod-Programm einleitet und der Mensch nicht älter als 120 Jahre werden kann.

1985 entdeckten jedoch Dr. Elizabeth Blackburn, Jack W. Szostak und Carol W. Greider, dass Krebszellen von der Hayflick-Grenze befreit sind. Sie teilen sich unendlich – solange der Körper lebt und sie versorgt. Verantwortlich dafür ist ein Enzym: Telomerase. Es verlängert die Telomerenden und wird seit seiner Entdeckung auch als "Unsterblichkeitsenzym" bezeichnet.

Funktion der Telomere beim Teilungsprozess und Zelltod

Im Jahr 2009 erhielten Blackburn und ihre Kollegen den Nobelpreis für Physiologie und Medizin für die Erforschung "Wie Chromosomen durch Telomere geschützt werden". Um die Bedeutung dieser Entdeckung und ihr Potential richtig verstehen zu können, muss man sich den Teilungsprozess der Zellen näher anschauen.

Wenn die Zellteilung ansteht, bildet der Körper das Enzym Helikase, welches die Stränge der DNA-Doppelhelix trennt. Danach wird jeder DNA-Strang dupliziert. Für diesen Vorgang ist das Enzym Polymerase verantwortlich.

Die Polymerase funktioniert wie ein Scanner, der über die DNA-Abschnitte fährt und sie kopiert. Es ist, als würde Polymerase eine Treppe abschreiten und jede Stufe duplizieren. Allerdings kann das Enzym nur die Stufen erfassen, die es hinter sich gelassen hat. Die Stufe, auf der es steht – also die letzte Stufe – wird nicht mehr gescannt, sondern abgeschnitten. Ergo: Der DNA-Strang verkürzt sich mit jedem Teilungsprozess.

Am Anfang beschneidet Polymerase nur die Enden des Stranges, also die Telomere, auf denen keine Erb-Information enthalten ist. Der Teilungsprozess hat keine negativen Konsequenzen.

Hat die Polymerase die Telomere-Länge jedoch komplett aufgebraucht, schaltet die Zelle um und leitet entweder ihren Zelltod ein oder geht in einen Amokzustand über. Sie schaltet das Immunsystem ein, es kommt zu Entzündungprozessen und die Zellen im Umkreis werden ebenfalls geschädigt. Es treten Degenerationserscheinungen auf – wir altern und werden krank.

Gesunde Lebensweise zum Schutz der Telomere

Die Länge der Telomere ist individuell und genetisch bedingt. Inzwischen ist es möglich, die Länge der Telomere zu messen und damit den genetisch vorprogrammierten Zelltod abzuschätzen. Menschen mit langen Telomeren leben circa fünf bis sechs Jahre länger.

Was noch nicht möglich ist, ist die künstliche Herstellung von Telomerase. Unklar ist auch, wie die Gene angesteuert werden können, die das Unsterblichkeitsenzym aktivieren. Aber die Forschungen darüber, was zum Schutz der Telomere beiträgt, läuft auf Hochtouren und auf verschiedenen Gebieten.

Dr_Fach_1200.jpgUnterschiedliche Experten bestätigen inzwischen, dass wir die Replikationsfähigkeit unserer Zellen mit unserer Lebensweise positiv beeinflussen können. Dr. Fach: "Bewiesen ist zum Beispiel, dass man seine Telomere um vier bis sechs Jahre verlängert, wenn man drei Mal in der Woche 45 Minuten Joggen geht. Eine britische Studie zeigte, dass sich die Telomere verlängern, wenn die Studienteilnehmer sieben und mehr Stunden schliefen. War der Nachtschlaf kürzer als sieben Stunden, verkürzten sich auch die Telomere."

Im Jahr 2008 erforschten Dr. Dean Ornish, einer der führenden Ernährungstherapeuten in den USA und Mitglied der medizinischen Fakultät der Universität von Kalifornien, und sein Team gemeinsam mit Dr. Blackburn die Auswirkungen einer vollwertigen, pflanzenbasierten Ernährung auf die Aktivität des Enzyms Telomerase.

Ihre Studien zeigten, dass eine vollwertige, pflanzenbasierte und fettreduzierte Ernährung in Kombination mit moderater Bewegung (Spazierengehen) und stressreduzierenden Maßnahmen (Yoga, Atemtechnik, Meditation, Progressive Muskelrelaxation) nach drei Monaten zu einer Erhöhung der Telomerase-Aktivität um 29 bis 84 Prozent führte.

Zum Schutz der Telomere tragen bei:

  • gesunde Ernährung mit ausreichend Antioxidantien
  • Verzicht auf Rauchen, Zucker und Alkohol
  • ausreichend Schlaf
  • wenig Stress, dafür Achtsamkeit und Entspannung
  • regelmäßig Sport
  • normales Körpergewicht

Schutz der Telomere in der Kosmetikindustrie

Die Telomere in den Hautzellen profitieren ebenfalls von der gesunden Lebensweise, da sie auf schädliche Umwelteinflüsse besonders empfindlich reagieren. Eine beschleunigte Verkürzung der Telomere wird auf freie Radikale (z.B. durch den Einfluss der UV-Strahlung) zurückgeführt.

Die Kosmetikindustrie macht derzeit gute Fortschritte, die Telomere mit der Hilfe von Pflanzenextrakten auf Zellebene zu schützen. Neue Wirkstoffformeln zielen auf die Regenerationsfähigkeit der Haut. Die Wissenschaftler nutzen dabei die Fähigkeit der Haut, einen Pflanzenwirkstoff zu erkennen, ihn umzuwandeln und für sich nutzen. Dieser Prozess wird auch Assimilation genannt.

Dr. Fach: "Man weiß inzwischen auch, dass es Stoffe gibt, die das Telomer beeinflussen, zum Beispiel – was ich schön finde – Schokolade wirkt sehr positiv auf's Telomer. Aber auch ein Naturheilstoff aus einer chinesischen Pflanze, der Astragaluswurzel, wirkt sehr positiv."

Astragaluswurzel ist auch aus der Traditionellen Chinesischen Medizin bekannt. In der Haut aktivieren ihre Stoffe die Zellen, Fasern wie Elastin und Kollagen herzustellen, die die Struktur der Haut dauerhaft verbessern sollen. Außerdem ist bekannt, dass sie das Immunsystem und die Bindegewebsneubildung stärkt.

Pflanzen-Wirkstoffe wie die der Astragalus-Wurzel fügen sich auf natürlichem Weg in die komplexen Vitalfunktionen der Haut ein, führen auf Zellebene zu einem besseren Schutz der Telomere und lassen damit die Haut länger jung aussehen.

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