Aktualisiert: 04.02.2021 - 19:37

Natürlichkeit und Digitalität Wie wird die Mode nach der Corona-Pandemie aussehen?

Von Nadja von Bossel

Die Maske ist fester Bestandteil der Mode in Corona-Zeiten. Wie wird es in Zukunft sein?

Foto: Getty Images/Azamat Mukanov / EyeEm

Die Maske ist fester Bestandteil der Mode in Corona-Zeiten. Wie wird es in Zukunft sein?

Die Corona-Pandemie hat nicht nur Auswirkungen auf unseren Alltag, die Wirtschaft oder das Gesundheitssystem, sondern auch auf die Mode. Was wird nach der Pandemie? Wir geben einen Ausblick.

Als 2020 viele wegen Corona auf das Homeoffice umstellten, stiegen einige auch in gemütlichere Klamotten. Denn was bringt das schicke Kleid, wenn es keiner sieht? Doch wie wird die Mode nach der Corona-Pandemie aussehen? Werden wir uns alle an die gemütliche Jogging-Hose gewöhnt haben oder kommen wildere Zeiten auf uns zu? Wir haben da ein paar Ausblicke.

Mode post Corona: So wird die Kleidung nach der Pandemie

Die ganze Welt steht seit März 2020 mehr oder weniger still, auch die Modewelt! Fashionweeks finden nunmehr digital statt, Kollektionen mussten teilweise auf sich warten lassen. Trotz des Stillstands arbeiten einige Designer weiter in ihren Ateliers und sind mittlerweile auf andere Geschäftsmodelle umgestiegen. Wir zeigen, welchen Einfluss die Pandemie auf die zukünftige Mode haben wird.

Die Modewelt stellt um: Weniger ist mehr!

Neben der Sommer -und Winterkollektion präsentierten die großen Modehäuser in den vergangenen Jahren unzählige Zwischenkollektionen, die die Modewelt immer schnelllebiger werden ließen. Da konnte keiner mehr so richtig hinterherkommen. Aufgrund der Pandemie musste das aber auch keiner mehr.

Deshalb haben viele Designer schon während Corona angekündigt, nur noch zwei Kollektionen zu präsentieren: Sommer -und Winterkollektion. Gucci machte im Mai 2020 den Anfang, viele Designhäuser wie Saint Laurent zogen mit. Auch Giorgio Armani hält das Tempo der Fast-Fashion Industrie generell für "unmoralisch", wie er dem Magazin "Women's Wear Daily" im April verriet – auch gänzlich ohne Corona.

Durch das entschleunigte Tempo in der Modebranche werden nicht nur Trends langlebiger, sondern auch Ressourcen und Umwelt geschont. Das bedeutet auch einige Veränderungen in unserem eigenen Kaufverhalten. Statt Quantität wird in Zukunft Qualität wieder entscheidender sein.

Natürliche Materialien und reduziertes Design

Die Trendforscherin Li Edelkoort zeigte sich in einem von "Harper's Bazaar" zitierten Online-Vortrag hoffnungsvoll: "Wir werden dem Wald zuhören, wir werden uns von der Stille inspirieren lassen, Bienen retten und eine grüne Welt bauen."

Laut der Expertin führe die zwangsläufige Pause, die durch die Pandemie ausgelöst wurde, zu einem radikalen Umdenken. Eine neue Wertschätzung für Umwelt und Natur wird sich laut Edelkoort auch in der Mode bemerkbar machen. Besonders naturbelassene Stoffe wie Leinen oder Hanf erhalten einen neuen Stellenwert in der Materialauswahl der Klamotten. Diese Stoffe zeichnen sich nicht nur durch einen hohen Tragekomfort aus, sondern sind zudem auch noch nachhaltiger in der Produktion oder Verarbeitung.

Auch das Design wird diese Sehnsucht nach Ruhe und Natürlichkeit ausstrahlen. So werden schlichte Schnitte und reduzierte Kompositionen die Silhouetten der 2020er Jahre formen. Auch die Farbauswahl zeichnet sich durch Reduktion und Einfachheit aus, so sind zum Beispiel weiß, beige oder Pastelltöne schon in den aktuellen Kollektionen sehr beliebt.

Digitale Möglichkeiten

Der digitale Raum wurde zum Dreh- und Angelpunkt des täglichen Lebens im Jahr 2020. Ohne ihn wären Homeoffice und Homeschooling um einiges schwerer geworden. An vielen Stellen, wo die nötige Digitalisierung noch fehlt, sehen wir das bis heute. Doch es wird. Auch in der Modewelt sattelt man auf digitale Möglichkeiten um.

Balenciaga wandelte beispielsweise Models in 3D-animierte Avatare um und erschuf ein eigenes Videospiel für die aktuelle Herbstkollektion. Doch nicht nur Animationen, auch Augmented Reality oder Virtual Reality werden zukünftig wichtige Hilfsmittel bei der Präsentation von Mode im digitalen Raum werden.

So können Klamotten in Zukunft von Zuhause mittels Augmented Reality anprobiert oder Shops durch eine Virtual-Reality-Brille durchstöbert werden. Was nach utopischer Zukunftsfantasie klingt, kommt schon bei einigen Marken wie Nike oder Puma zum Einsatz.

Handwerk bekommt neuen Stellenwert

In ihrer Prognose erklärte Li Edelkoort außerdem, dass lokales Handwerk wieder mehr in den Fokus rücken wird. Handelsketten wurden im letzten Jahr unterbrochen, Produktionen gestoppt und alle sahen, wie schnell sich Luft und Erde von der Verschmutzung der industriellen Produktion erholten. Das führt laut Edelkoort zu einer Rückbesinnung auf traditionelles Handwerk.

Lokale Handwerksbetriebe und DIY-Möglichkeiten werden demnach stärker genutzt werden. Auch andere ökonomische Systeme, wie die "Shared Economy" werden laut der Trendforscherin immer wichtiger werden. Statt neue Kleider zu kaufen, werden Sie in Zukunft also getauscht oder selbstgemacht werden.

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Nicht nur die Pandemie hat einen Einfluss auf die aktuelle Mode. Auch pop-kulturelle Phänome wie Serien können Trends verändern! Wie zum Beispiel das Mode-Highlight "Bridgerton": So wird der Stil modern!

Sie möchten wissen, was im kommenden Jahr auf uns zukommt? So wird das Modejahr 2021: Diese Trends erwarten uns !

Es muss nicht immer gleich ein neues Kleidungsstück sein. Meist hilft auch ein kleiner Trick für ein Style-Update: 10 Tipps für einen neuen Look .

Weitere Modetrends entdecken Sie auf unserer Themenseite.

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