Aktualisiert: 05.01.2021 - 18:49

Expertin erklärt Darum ist es so wichtig, Pflege auf den Hauttyp abzustimmen

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sk

Es kommt auf den Hauttyp an: Welche Pflege für Sie und Ihre Haut am besten ist, erfahren Sie hier:

Foto: Getty Images/Goodboy Picture Company

Es kommt auf den Hauttyp an: Welche Pflege für Sie und Ihre Haut am besten ist, erfahren Sie hier:

Haut ist individuell und wird in fünf Typen eingeteilt. Eine Expertin erklärt, warum die Pflege auf den Hauttyp abgestimmt werden sollte.

Auf der Suche nach der perfekten Pflege merken Frauen schnell, dass das Lieblingsprodukte der besten Freundin bei einem selbst nicht so fantastisch wirkt. Dr. med. Sarah Bechstein, Fachärztin für Dermatologie und Mitgründerin der Kosmetik-Marke "FORMEL Skin", erklärt, warum es sinnvoll ist, die Pflege auf den Hauttyp abzustimmen.

Dr. Bechstein: "Jede Haut ist individuell und danach sollten auch die Kosmetikprodukte ausgewählt werden. Um die Haut optimal zu unterstützen, wählt man die Inhaltsstoffe am besten dem Hauttyp und der jeweiligen Bedürfnisse entsprechend aus und passt diese Auswahl regelmäßig an – schließlich verändert sich die Haut im Laufe der (Jahres-)Zeit."

Pflege auf den Hauttyp abstimmen: Merkmale der Hauttypen

  • Normale Haut: Normale Haut zeichnet sich durch ein ebenmäßiges Hautbild aus. Die Talgdrüsen arbeiten normal und auch der Feuchtigkeitshaushalt ist normal. Die Hautporen haben eine normale Größe und widerstandfähig gegen Umwelteinflüsse. Einen normalen Hauttyp haben meist eher jüngere Menschen.
  • Mischhaut: Wie ihr Name schon sagt, ist sie eine Mischung aus verschiedenen Arealen – trockene und fettige Hautbereiche liegen hier nebeneinander. Das fettige Areal liegt meist in der T-Zone, trocken ist meist die Wangenpartie. Diese Form der Haut ist besonders anspruchsvoll in der Pflege, zudem sie auch empfindlich auf Pflegeprodukte reagieren kann.
  • Trockene Haut: Bei trockener Haut wird nach dem Grund der Trockenheit unterschieden: Fehlt es an Feuchtigkeit oder an Fettigkeit. Feuchtigkeitsarme Haut kann Feuchtigkeit nicht binden, wohingegen fettarme Haut auf eine gestörte Talgproduktion zurückzuführen ist. Äußere Einflüsse wie trockene Heizungsluft, Zigaretten- und Alkoholkonsum, hormonelle Veränderungen und Hautkrankheiten können zu trockener Haut führen. Umgedreht ist trockene Haut äußeren Einflüssen besonders ausgeliefert, da ihre Barrierefunktion gestört ist. In der Folge treten Juckreiz, Spannungsgefühle und Rötungen auf, Falten bilden sich schneller und die Haut neigt zu Schuppen und kleinen Rissen.
  • Ölige/fettige Haut: Bei fettiger Haut wird mehr Talg produziert, als notwendig ist. Neben der glänzenden Optik neigt fettige Haut auch zu Unreinheiten – vor allem in der T-Zone (Stirn, Nase, Kinn). Fettige Haut ist meist weniger gut durchblutet und sieht deshalb eher blass aus. Große Poren sind ein weiteres Merkmal. Fettige Haut tritt meistens in der Pubertät auf, aber auch während der Schwangerschaft auf. Sie kann auch genetisch bedingt sein.
  • Reife Haut/ empfindliche Haut: Empfindliche Haut hat nicht ausreichend Widerstandskraft gegen äußere Einflüsse und leidet mehr als andere Hauttypen unter UV-Strahlung, Stress oder falsche Pflege. Wegen der Unverträglichkeit neigt empfindliche Haut zu Spannungen und Rötungen. Empfindliche Haut neigt oft auch zu Trockenheit. Umgedreht reagiert auch reife Haut ab 50 Jahren mehr und mehr empfindlich. Außerdem zeigen sich erste Zeichen der Hautalterung, also Falten und Pigmentflecken.

Eine unreine Haut in dem Sinne gibt es nicht, aber es gibt Hauttypen, die zu Hautunreinheiten neigen. Dazu gehört zum Beispiel die Mischhaut, bei der sich in der T-Zone vermehrt Pickel bilden können. Auch bei fettiger Haut kommt es häufig zu Hautunreinheiten.

Pflegende Basis für alle Hauttypen

Unabhängig vom Hauttyp sollten laut Expertin folgende Produkte genutzt werden:

  1. Eine gute Reinigung, die Schmutz, Make-up und überschüssigen Talg entfernt.
  2. Eine feuchtigkeitsspendende Pflege.
  3. Zudem sollte man jeden Tag einen Sonnenschutzfaktor auftragen, um die Haut zu schützen.

Dr. Bechstein: "Ergänzend dazu können je nach Hauttyp und Bedürfnis besonders reichhaltige Cremes, Seren oder andere Produkte mit aktiven Wirkstoffen wie Vitamin A Säure oder Azelainsäure benutzt werden."

Pflege-Routine für die verschiedenen Hauttypen

Die richtige Pflege fängt schon mit der Reinigung an. Dr. Bechstein: "Bei trockener Haut empfiehlt sich eher eine Reinigungsmilch, fettige Haut profitiert von Reinigungsgelen mit keratolytischen (hornlösenden) Inhaltsstoffen wie zum Beispiel Salicylsäure. Auch bei der Pflege gibt es Unterschiede – so benötigt trockene Haut beispielsweise eine reichhaltigere Pflege mit feuchtigkeitsspendenden und Hautbarriere stärkenden Inhaltsstoffen wie Urea, Lactat und Ceramiden. Fettige Haut braucht hingegen eine leichtere Pflege auf Gel- oder Wasserbasis."

Pflege für trockene Haut: Bei trockener Haut muss herausgefunden werden, ob Fette fehlen oder Feuchtigkeit. Um der Haut nicht noch mehr Stoffe zu entziehen, ist eine milde Reinigung wichtig mit einem Produkt, dass wenig schäumt. Ein Vitamin-Serum mit den Vitaminen A, E und C soll dem Kollagenabbau entgegenwirken. Bei der Feuchtigkeitscreme kann man nach Produkten mit Inhaltsstoffe von Wildrosen achten, Hagebuttesamenöl, Cranberryöl, Mandelöl, Jojobaöl, Nachtkerzenöl, Borretschöl und Phospholipide wirken ebenfalls besonders pflegend. Eine Tagescreme sollte außerdem mit einem Lichtschutzfaktor vor UV-Strahlung schützen. Am Abend kann die Creme gegen ein reichhaltiges Öl getauscht werden.

Pflege für fettige/ölige Haut und Mischhaut: Die Beauty-Routine für diese Hauttypen beginnt mit einem Reinigungsschaum oder Waschgel ohne Sulfate. Das Produkt sollte nicht zu aggressiv sein, um die Haut nicht unnötig zur Ölproduktion anzuregen. Trotz der erhöten Talgproduktion öliger Haut ist Feuchtigkeitspflege extrem wichtig, da sie dehydriert noch öliger wird. Eine leichte, ölfreie Feuchtigkeitspflege kommt für diesen Hauttyp infrage mit Inhaltsstoffen wie Sodium PCA und Glycerin, die der Haut helfen, Feuchtigkeit besser zu speichern. Für fettige Haut ist ein Sonnenschutz mit Zinkoxid empfehlenswert, da Zinkoxid ein mattierendes Finish hinterlässt und die Haut profitiert von dessen antibakterieller Wirkung. AHA- und BHA-Seren, also Seren mit Alpha- oder Betahydroxysäuren helfen, die Poren zu verkleinern. Auch Salicylsäure ist ein pflegender Inhaltsstoff, der fettiger Haut gut tut.

Pflege für empfindliche und reife Haut: Kommt empfindliche Haut mit Farb- oder Duftstoffen, ätherischen Ölen oder Konservierungsstoffen in Berührung, reagiert sie mit Rötungen. Auch Retinol wird unter Umständen nicht gut vertragen. Diese Inhaltsstoffe sollten gemieden werden. Grundsätzlich gilt: Weniger ist mehr. Deshalb ist ein Peeling tabu für diesen Hauttyp. Make-up und Verschmutzungen werden mit einer milden, sulfatfreien Reinigungslotion entfernt. Mit der Feuchtigkeitspflege soll die Hautschutzbarriere gestärkt werden. Sie sollte einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30 haben. Mit einem Vitamin-C-Serum tut man empfindlicher Haut Gutes. Beruhigend wirken zum Beispiel Panthenol, Calendula, Aloe Vera, Hamamelis, Nachtkerzenöl und Süßholzwurzel. Auch auf Sonnenschutz sollten Frauen mit diesem Hauttyp nicht verzichten. Das Produkt sollte Hypoallergen und frei von Parabenen sein.

Pflege für normale Haut: Die Beauty-Routine sieht als ersten Schritt ein Double Cleansing vor: Ein Ölreiniger befreit die Haut von öligen Rückständen, eine Reinigungsmilch entfernt den Rest. Normale Haut ist von allen Hauttypen am leichtesten zu pflegen und verzeiht vieles. Dennoch profitiert sie von ausreichend Feuchtigkeitspflege, antioxidativen Wirkstoffen wie Vitaminen und selbstverständlich Sonnenschutz. Die Nachtcreme darf etwas reichhaltiger sein als die Tagespflege.

Die richtige Foundation finden

Wer seine Haut zum Strahlen bringen möchte, sollte neben den Hautpflegeprodukten auch die dekorative Kosmetik auf den Hauttyp abstimmen. Die richtige Foundation bildet nicht nur die Basis für einen schönen, ebenmäßigen Teint, auf den Hauttyp abgestimmt hält diese auch am besten. Und: Die Wahl des richtigen Produktes richtet sich auch nach der gewünschten Deckkraft.

Bei einem öligen/unreinen Hauttyp kann man zu einer mattierenden, kompakteren Foundation greifen oder zu einer ölfreien Pudervariante. Bei trockener Haut sind reichhaltige Foundations ideal. Bei reifer Haut ist darauf zu achten, dass das Produkt transparent und leicht ist. So erhält man einen gesunden und natürlichen Teint. Wer eine Mischhaut hat, ist mit mattierenden und gleichzeitig feuchtigkeitsspendenden Foundation gut beraten. Die Foundation für empfindliche Haut sollte frei von allen reizenden Inhaltsstoffen sein. Mineralische Foundations und beruhigende, hypoallergene Produkte sind empfehlenswert.

Die Haut verhält sich nicht immer gleich. Sie reagiert auf klimatische Bedingungen und weitere äußere Einflüsse wie Ernährung, Stress, Schlaf und hormonelle Schwankungen und ändert dementsprechend ihr Erscheinungsbild. Eine gute Pflege reagiert auf solche Veränderungen, um der Haut das zu geben, was sie gerade benötigt. Wer sich unsicher ist, wie die perfekte Pflege aussehen sollte, kann sich von Dermatologinnen und Kosmetikerinnen beraten lassen, die auch den Hauttyp zweifelsfrei bestimmen.

Oder Sie machen den "Bild der Frau" Haut-Test und finden Ihren Hauttyp selbst heraus.

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Dass sich die Gesichtsöle nach wie vor so großer Beliebtheit erfreuen, ist aus Sicht der Fachkosmetikerin Elena Helfenbein kein Wunder: "Dieser Trend hält sich schon sehr lange und zurecht, denn natürliche Öle machen schön. Durch den Lipidanteil in Ölen bleibt die Barrierefunktion der Haut intakt, sodass diese vor Feuchtigkeitsverlust und Stressfaktoren von außen geschützt ist." Was viele Frauen nicht wissen: Gesichtsöle eigenen sich auch für unreine, fettige Haut.

Noch viel mehr Hautpflege-Tipps, aber auch alles rund um Haarpflege und Make-up halten unsere Themenseiten für Sie bereit.

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