Aktualisiert: 10.12.2020 - 20:42

Lachen macht Falten Beauty-Mythen: Expertin nimmt sie unter die Lupe

Von

Es wird immer von Lachfalten gesprochen, aber kommen die Falten um die Augen und Mundwinkel wirklich vom Lachen?

Foto: GettyImages/Fancy/Veer/Corbis

Es wird immer von Lachfalten gesprochen, aber kommen die Falten um die Augen und Mundwinkel wirklich vom Lachen?

Um das Thema Hautpflege ranken sich jede Menge Mythen. Dr. Sarah Bechstein hat einige davon unter die Lupe genommen.

Wenn wir ehrlich sind, wissen wir inzwischen kaum noch, was wir glauben sollen. Bekommen wir vom Lachen tatsächlich Falten? Mythen wie diese machen uns oftmals das Leben schwer. Dr. med. Sarah Bechstein, Fachärztin für Dermatologie und Mitgründerin der Kosmetik-Marke "FORMEL Skin", erklärt, an welchen Beauty-Mythen etwas Wahres dran ist und welche wir getrost wieder vergessen können.

­Unter der Lupe: Beauty-Mythos 1: Akne = Akne

Sarah Bechstein: "Akne kann in den verschiedensten Formen auftreten: Dabei unterscheidet man vor allem zwischen Akne comedonica (Mitesser) und Akne papulopustulosa (entzündliche Pickel) – teilweise treten sogar verschiedene Formen der Akne gleichzeitig auf. Da bestimmte Wirkstoffe besser bei der Akne comedonica funktionieren und andere wiederum besser für Akne papulopustulosa geeignet sind, lohnt sich häufig eine professionelle Beratung, um die Akne mithilfe individuell angepasster Behandlungspläne effektiv zu behandeln."

Beauty-Mythos 2: Nur Teenager haben Akne

Sarah Bechstein: "Der wohl größte Aberglaube, wenn es um Hautthemen geht – denn auch, wenn Akne überwiegend mit der Pubertät assoziiert wird, leiden rund 40% der über 25-Jährigen mindestens einmal in ihrem Leben unter der sogenannten Akne tarda (lt. für spät), besser bekannt als Erwachsenenakne. Die Ursachen sind meist hormonell, aber anders als bei der Jugendform tritt die Akne häufiger an Kinn und Kiefer auf. Dafür gibt es leider auch kein Allheilmittel, aber durch die frühzeitige ganzheitliche Behandlung der Akne, können Langzeitschäden wie zum Beispiel Narbenbildung vermieden werden."

Beauty-Mythos 3: Akne-Narben kann man nicht behandeln

Sarah Bechstein: "Die gute Nachricht ist: Auch, wenn einige Narben nicht vollständig verschwinden, lassen sie sich mit den richtigen Maßnahmen deutlich reduzieren – Vitamin A-Säure regt zum Beispiel die Zellerneuerung an. Auch Laserbehandlungen oder Microneedling können helfen, denn beide kurbeln durch Mikroverletzungen in der Haut die Kollagenproduktion an und können so helfen, die Ausprägung der Narben zu reduzieren."

Beauty-Mythos 4: Sonnenschutz braucht man nur im Sommer

Sarah Bechstein: "Weit gefehlt! Im Winter ist die Strahlenbelastung zwar geringer als im Sommer, allerdings werden die UV-Strahlen durch Schnee und Eis reflektiert, sodass sie bis zu 90 Prozent stärker wirken können. Sprich auch im Winter können wir einen Sonnenbrand oder Falten bekommen. Ähnlich verhält es sich mit Wolken: Insbesondere UVA-Strahlen können die Haut trotz dicker Wolkendecke beschädigen, da sie tiefer eindringen und für Fältchen und Altersflecken sorgen können. Übrigens gelangen UVA-Strahlen auch durch Fensterscheiben, was Faltenbildung und im worst case sogar Hautkrebs zur Folge haben kann. Auf eine Tagespflege mit LSF sollte man also im ganzen Jahr nicht verzichten!"

Beauty-Mythos 5: Zerkleinertes Aspirin hilft gegen Pickel

Sarah Bechstein: "Aspirin wird aufgrund seiner antientzündlichen Wirkung häufig als Hausmittel gegen Pickel propagiert: Dafür mischt man einfach zerstampfte Aspirintabletten mit etwas Wasser und trägt die Mixtur auf die betroffenen Stellen auf. Aber funktioniert das wirklich?⁠ Tatsächlich enthält Aspirin Salicylsäure, auch bekannt als Beta-Hydroxysäure (kurz: BHA), die keratolytisch wirkt, also die oberste Hautschicht abträgt und somit dabei hilft, abgestorbene Hautzellen zu entfernen. ⁠Allerdings lässt sich das Hausmittel nur schwer dosieren und es gibt bisher keine Daten dazu, wie es tatsächlich auf die Haut wirkt. Gerade bei offenen Wunden sollten man aufpassen: Die Säure kann unangenehm brennen und zu schweren Hautirritationen führen.

Ähnlich verhält es sich übrigens bei Zahnpasta: Zwar enthält diese Inhaltsstoffe mit antimikrobieller Wirkung wie Wassterstoffperoxid, Alkohol und Triclosan, diese können jedoch den pH-Wert durcheinander bringen, die Haut irritieren und sogar Kontaktallergien auslösen – Zahnpasta ist und bleibt also für die Zähne bestimmt und für die Haut tabu.

Besser: Bei akuten Entzündungen empfiehlt sich aus dermatologischer Sicht der Griff zu Benzoylperoxid oder Zink."

Beauty-Mythos 6: Koffein ist gut für die Haut

Sarah Bechstein: "Koffein führt zu einer höheren Cortisolausschüttung im Körper, was bedeutet, dass unsere Stressreaktion verstärkt wird. Und je höher das Stress-Level, desto schlechter funktioniert die Wundheilung bei entzündeter Akne. Auf unseren heißgeliebten Morgenkaffee müssen wir deshalb nicht verzichten, aber gerade, wenn wir mit Hautproblemen zu kämpfen haben, verzichten wir vielleicht besser auf die zweite/dritte oder vierte Tasse. Ein Lichtblick am (Coffee Lover-)Horizont: Tatsächlich gibt es sogar Studien, die auf einen Zusammenhang zwischen koffeinhaltigen Kaffee und einem niedrigeren Risiko für nicht melanotischen Hautkrebs und Rosazea hinweisen.­­"

Beauty-Mythos 7: Lachen macht Falten

Sarah Bechstein: "Soviel steht fest: Lachen macht nicht nur sympathisch, sondern auch happy. Aber sorgt Lachen nicht für Falten? Die Antwort ist ein klares 'Jain'. Zwar ist es tatsächlich so, dass häufiges Lachen die feinen Linien um Mund und Augen vertiefen kann, allerdings kann man diesem Prozess mit der richtigen Pflege, ausgewogener Ernährung, ausreichend Wasser und einem guten Sonnenschutz ganz einfach entgegenwirken. Außerdem gibt es zum Glück genügend Vorteile, die Lachen auf unser Hautbild hat:

  • Lachen wirkt dem Stresshormon Cortisol entgegen, was im Endeffekt für eine reinere Haut sorgt und sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt.
  • Die beim Lachen ausgeschütteten Glückshormone wirken stimmungsaufhellend, schmerzlindernd und entzündungshemmend, was nicht nur richtig gute Laune macht, sondern auch das Immunsystem stärkt.
  • Indem wir die Gesichtsmuskeln anspannen, die zum Lachen benötigt werden, wird die Haut besser durchblutet, was für einen rosigen & ebenmäßigen Teint sorgen kann.

Alles in allem ist Lachen also ein richtiger Health-Jackpot und ein paar kleine Fältchen allemal wert – nicht umsonst heißt es 'Lachen ist die beste Medizin!'"

Beauty-Mythos 8: Viel hilft viel!

Sarah Bechstein: "Was in anderen Bereichen vielleicht Sinn ergibt, kann unsere Haut schnell überfordern. Oftmals ruft übertriebene Hautpflege sogar eine sogenannte periorale Dermatitis hervor, die sich durch rötlichen Ausschlag um die Mundpartie herum sowie rote Knötchen äußert und unangenehm brennt. Die Ursache der 'Stewardessen-Krankheit' ist eine Störung der Hautbarriere, die häufig durch die Überpflegung der Haut entsteht."

______________________________

Eine süße Leckerei, mit dem frau gleich noch etwas für Ihre Schönheit tut – das ist genau das Richtige für die Adventszeit. Im Sinne Ihrer Haare sollten Sie statt zu Stollen lieber zu Gummitierchen greifen. Es gibt nämlich spezielle Gummibärchen, in denen die wichtigsten Vitamine für die Haare stecken.

Sofort-Hilfe für Ihre Haut: Medical Advisor Dr. Simone Presto erklärt, welche Hautpflege sofort einen sichtbaren Unterschied macht.

Noch viel mehr Hautpflege, aber auch alles rund um Haarpflege sowie Make-up halten unsere Themenseiten für Sie bereit.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU
Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe