22.07.2020 - 19:14

Botox und Mikrowellen Minimal-invasive Anti-Schweißbehandlungen im Expertencheck

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Wer viel schwitzt, leidet nicht selten darunter. Welche Anti-Schweißbehandlungen es gibt, was sie kosten: hier der Expertencheck.

Foto: iStock/yacobchuk

Wer viel schwitzt, leidet nicht selten darunter. Welche Anti-Schweißbehandlungen es gibt, was sie kosten: hier der Expertencheck.

Schwitzen ist ein normaler Prozess des Körpers, mit dem die Körpertemparatur reguliert werden soll. Bei übermäßigem Schwitzen wird von Hyperhidrose gesprochen. Wenn die medikamentöse Behandlung keine Erfolge bringt, sind minimal-invasive Anti-Schweißbehandlungen sinnvoll.

Erwartet uns in diesem Sommer 2020 der nächste Hitzerekord? Einige Meteorologen gehen davon aus. Dabei würden den meisten von uns sicherlich die Temperaturen des letzten Sommers bereits voll und ganz ausreichen, um ordentlich ins Schwitzen zu geraten. Mittlerweile gibt es eine Bandbreite an (minimal-)invasiven Behandlungen, die die Schweißproduktion hemmen sollen. Aber wie funktionieren die verschiedenen Verfahren und für wen sind sie geeignet? Hier gibt's die Anti-Schweißbehandlungen im Expertencheck.

Sind Anti-Schweißbehandlungen sinnvoll? Das sagt der Experte

Sollte das Thermometer hierzulande wieder die 40-Grad-Marke knacken, werden sich die Szenarien wiederholen: Der Schweiß rinnt aus jeder Pore, Deo wird unser ständiger Begleiter, unsere Kleidung müssen wir mehrfach täglich wechseln. Besonders herausfordernd wird diese Zeit für Hyperhidrose-Erkrankte – also Menschen, die an einer übermäßigen Schweißproduktion leiden.

Bei hohen Temperaturen, beim Sport und in der Sauna ist das Schwitzen eine völlig normale Reaktion des Körpers, denn er schaltet auf "Klimaanlage", um die Körpertemperatur zu regulieren. Schwitzen kann allerdings auch eine Reaktion auf Stress, hormonelle Umstellungen, veränderte Alltagsgewohnheiten oder die Ernährung sein. Manchmal kann die Ursache aber auch tiefer liegen: Hormon- oder Stoffwechselerkrankungen oder psychische Erkrankungen können zum Beispiel Hyperhidrose hervorrufen.

Für gewöhnlich erfolgt eine erste Intervention medikamentös: Verschiedene Salben und Sprays können zu einer Austrocknung der Schweißdrüsen führen. Zeitigt diese Form der Behandlung keinen dauerhaften Erfolg, wird ein minimal-invasiver Eingriff erwogen.

Behandlung mit Botox

Zu den Behandlungsmöglichkeiten bei (übermäßiger) Schweißproduktion gehört unter anderem die Botoxinjektion. "Das Nervengift bremst die Schweißproduktion, indem es die Funktion der Nervenenden, die den Befehl der Schweißproduktion an die Drüsen weitergeben, blockiert. Es wird in die Haut direkt an die Schweißdrüsen gespritzt – dadurch bleiben die Achseln trocken und riechen nicht nach Schweiß", sagt Dr. med. Jens Altmann, leitender Arzt der Bodenseeklinik und Generalsekretär der Internationalen Gesellschaft für Ästhetische Medizin (IGÄM e.V.). Geeignet ist dir Behandlung prinzipiell für alle, die sich an ihrer Schweißbildung stören, aber auch für Menschen, die unter Hyperhidrose leiden.

Die Behandlung funktioniert auch an anderen Hautarealen wie den Händen und den Füßen. "Generell sind Botox-Behandlungen sehr gut verträglich. Es kann aber zu Nebenwirkungen wie Schwellungen, Kribbelgefühl, Hämatomen und – in seltenen Fällen – zu Entzündungen an den Injektionsstellen kommen", so der Experte. In der Regel hält die Wirkung drei bis sechs Monate an – die Dauer kann sich aber individuell mit wiederholtem Einsatz verringern.

Die Kosten beginnen bei circa 800 Euro.

Schweiß- und haarfrei durch Mikrowellen

Eine weitere Behandlung für Betroffene, die an mit übermäßigem Schwitzen in der Achselregion leiden, ist die Behandlung mit Mikrowellen. Mit ein oder zwei Behandlungen im Abstand von drei Monaten wird das Schwitzen dauerhaft vermindert. Ein ganz kleines "Restschwitzen" bleibt und verhindert so das Aufreiben, z.B. beim Sport.

"Zunächst werden die Achselpartien lokal betäubt und die Achselhaut anschließend mit einem Handstück bearbeitet. Es strahlt Mikrowellenenergie aus und erreicht, dass die Region sich aufheizt und die Schweißdrüsen durch die Hitze zerstört werden. Das Schöne ist: Einmal zerstörte Schweißdrüsen bilden sich auch nicht nach", erklärt der Experte. Patienten müssen sich keine Sorge vor der ausströmenden Wärme machen, da die Hautoberfläche durch das Handgerät gekühlt wird.

Eine Behandlung besteht aus ein bis drei Sitzungen, die jeweils circa eine Stunde dauern. Die Kosten dafür beginnen bei circa 1.900 Euro.

Die "Problemzone" absaugen

Auch durch eine Schweißdrüsenabsaugung kann die Schweißproduktion dauerhaft gestoppt werden. Die Behandlung findet in der Regel ambulant und unter örtlicher Betäubung statt. Ähnlich wie bei einer Fettabsaugung wird zunächst eine Tumeszenzlösung unter die Achselhaut gespritzt, wodurch das Gewebe anschwillt. Nach kurzer Einwirkzeit werden die Schweißdrüsen über dünne Kanülen direkt unter der Haut herausgesaugt. "Generell handelt es sich hier um einen kleinen chirurgischen Eingriff. Der Patient sollte sich allerdings im Nachgang fünf bis sieben Tage Ruhe gönnen", erklärt Dr. Jens Altmann.

Die Kosten für die Behandlung beginnen bei circa 1.500 Euro.

Selbst aktiv werden

Natürlich kann man auch einiges selbst tun, um "schweißfreier" zu werden. Dr. Altmann: "Es ist ratsam, beispielsweise auf scharf gewürzte Speisen, Zitrusfrüchte, Alkohol und Kaffee zu verzichten. Daneben ist regelmäßige Bewegung, der Abbau von Übergewicht und eine vitaminreiche Ernährung zu empfehlen. Bei einer sehr starken Schweißproduktion sind diese Maßnahmen aber in der Regel nicht ausreichend und eine Behandlung ist notwendig. Hier sollte immer im Rahmen eines individuellen Beratungsgesprächs mit dem Patienten ausgelotet werden, welche Methode die beste für ihn ist."

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Nachbarn und auch die neidische Kollegin bekommen dank Homeoffice nicht mit, dass der Beauty-Doc nachgeholfen hat. Professor Dr. Mang bestätigt, dass sich die Nachfrage nach Schöhnheits-OPs in Corona-Zeiten vervielfacht hat: Besonders beliebt sind das Mini-Facelift und die Fettabsaugung bei Doppelkinn .

Das mit dem Abnehmen ist so eine Sache: Es ist schwer! Gezielt im Gesicht abzunehmen, noch viel schwerer – Pausbacken und zu viel Kinn halten sich meist hartnäckig. Wer dagegen angehen will, muss sich möglicherweise gar unters Messer legen. Doch es gibt auch eine Methode, die dem Speck auf andere Art zu Leibe rücken will: Gegen das lästige Doppelkinn soll ein Gesichts-BH helfen! Was es mit dem skurrilen Beauty-Trend auf sich hat.

Noch mehr Tipps rund um Schönheit und Hautpflege finden Sie auch auf unserer Themenseite.

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