17.01.2020

Im besten Alter: Tipps vom Ü50-Model Warum ich den Begriff "Powerfrau" nicht mag

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"Topagemodel" und Bloggerin Renate Zott schreibt exklusiv für BILD der FRAU über Themen aus den Bereichen Mode, Beauty und Lifestyle. Heute redet sie über Powerfrauen.

Foto: Renate Zott [M]

"Topagemodel" und Bloggerin Renate Zott schreibt exklusiv für BILD der FRAU über Themen aus den Bereichen Mode, Beauty und Lifestyle. Heute redet sie über Powerfrauen.

Mode, Beauty, Lifestyle: Das sind Renate Zotts Themen. Für BILD der FRAU schreibt die Ü50-Bloggerin, die auch als Topagemodel bekannt ist, exklusiv genau darüber. Heute verrät sie, warum sie sich in Sachen Powerfrau etwas mehr Frauenpower wünschen würde...

Renate Zott kennt sich aus in Sachen Lifestyle, Mode und Beauty: Auf ihrem Blog zeigt sie, wie man sich toll kleidet, fit hält, sich pflegt, kurz: gut auf sich aufpasst. Die beste Werbung dafür ist sie selbst: Kaum zu glauben, dass Renate Zott Ü50 ist! Und kein Wunder, dass sie sich "Topagemodel" nennt. Denn im absoluten Top-Alter befindet sie sich ganz offensichtlich!

Für BILD der FRAU gibt's ab sofort die Reihe "Im besten Alter: Tipps vom Ü50-Model", in der Renate Zott über die kleinen und größeren Belange rund um Mode, Beauty und Lifestyle schreibt – von einer Frau im besten Alter für Frauen im besten Alter! Heute schreibt sie über den Begriff "Powerfrauen" – mit dem sie ihre Schwierigkeiten hat...

"Im besten Alter: Tipps vom Ü50-Model" – Powerfrauen: die richtige Begrifflichkeit?

Heute schreibe ich über Powerfrauen. Und wer nun denkt, ich hätte mir den Begriff aus reinem Wohlwollen ausgesucht, liegt völlig falsch: Ich bin nämlich davon überzeugt, dass wir mit irgendwelchen schicken Worten für Frauen die falschen Signale setzen!

Powerfrauen – und wie heißt dann der Rest?! Klar gibt es jede Menge Powerfrauen, aber auch Männer mit ebenso viel Power, die deswegen nicht Powermänner heißen. Wenn wir Gleichstellung und Gleichbehandlung wollen, sollten wir dringend aufhören, in Kategorien zu denken. Worte haben Kraft und formen neue Realitäten.

Powerfrauen, Mompreneur, Working-Mom sind Unworte für Frauen, denen wir bestimmte Fähig- und Tätigkeiten zuordnen und sie damit in verschiedene Schubladen toller Frauen stecken. Aber was ist dann mit dem Rest? Sind das dann die Schwachen?! Also doch das schwache Geschlecht?! Und führen solche Klassifizierungen bei all den Frauen und Müttern da draußen dazu, dass man sie ernster nimmt, Care-Arbeit besser anerkannt und im besten Fall vergütet wird? Nein!

Wo bleibt die Gleichwertigkeit – oder kennen Sie den Begriff "Powerman"?

Solange wir diese Inszenierung nicht lassen und mit solchen Trend-Wort-Schöpfungen inflationär umgehen, werden wir die geschlechterspezifischen Ungleichheiten nicht loswerden, davon bin ich überzeugt. Und das wollen wir doch, oder?! Wir wollen doch, dass es in absehbarer Zeit keine Rolle mehr spielt, mit welchem Geschlecht wir auf die Welt kommen.

Wie viel Leidensdruck fehlt noch?! Wir wollen doch Gleichbezahlung, gleichwertige Anerkennung und Teilung der täglichen Arbeit und kein finanzielles Aus nach einer Scheidung. Wenn wir das wirklich wollen, dann müssen wir uns gemeinsam stark machen, engagieren, selbstbewusst Politik herausfordern und uns gegen die Ungerechtigkeiten wehren.

Geschenkt wird uns das alles nicht werden. Klar muss es dazu Frauen geben, die ambitioniert genug sind, die Interessen für andere Frauen zu vertreten, die vorausgehen und kämpfen; sich Gehör verschaffen. Ich meine das sehr ernst, weil ich beobachte, dass Frauenrechte weltweit in Gefahr in Gefahr sind. Dagegen sollten wir uns dringend wehren!

Und ganz nebenbei: Das Wort Workaholic gibt es nur in der männlichen Form. Soll mich das jetzt beruhigen?

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Lesen Sie hier die weiteren Beiträge von Bloggerin und Topagemodel Renate Zott

"Im besten Alter": Renate Zott ist unser Topagemodel

Mehr über Renate Zott gibt's auf ihrer Webseite Topagemodel und ihrem Instagram-Account topagemodel.

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Auch in Sachen Körpergewicht haben Frauen definitiv einen schwereren Stand als Männer. Das hat auch Bahar Kizil schmerzvoll am eigenen Leib erleben müssen: Als kurvige Frau hat es die Ex-"Monrose"-Sängerin eben einfach schwerer. "Ich werde schnell darauf reduziert und muss mich mehr beweisen," erzählt sie. Und macht sich für mehr Anerkennung gewichtiger Frauen stark. Recht hat sie!

Es ist schön und wichtig, dass starke Frauen uns in Zeiten von Size-Zero-Models Mut machen, uns so zu zeigen, wie wir sind. Denn genau so sind wir gut! Das sehen auch diese Frauen so:

Ich bin gut so wie ich bin

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