23.03.2020 - 07:46

Stiftung Warentest Trockenshampoos im Test: Diese Produkte sind wirklich "gut"

Von

Keine Zeit zum Haarewaschen? Trockenshampoos sind ideal für zwischendurch. Aber welches Produkt ist wirklich gut. Stiftung Warentest verrät es uns!

Foto: iStock/nd3000

Keine Zeit zum Haarewaschen? Trockenshampoos sind ideal für zwischendurch. Aber welches Produkt ist wirklich gut. Stiftung Warentest verrät es uns!

Sie sind ungemein praktisch und zaubern Volumen ins Haar. Aber wie gut sind Trockenshampoos wirklich für unser Haar und welche sind die besten Produkte? Stiftung Warentest hat es untersucht.

Trockenshampoo sind eine praktische Erfindung, wenn die Zeit zum Haarewaschen fehlt oder um zwischendruch etwas mehr Volumen ins Haar zu zaubern. Alten und kranken Menschen können sie strapaziöse Wäschen ersparen – und coloriertem Haar erspart es den Kontakt mit farbfeindlichem Wasser.

Stiftung Warentest: Diese Trockenshampoos sind gut

Von 14 Trockenshampoos schneiden 7 im Labor von Stiftung Warentest mit "gut" ab, 6 waren "befriedigend", ein Produkt nur "ausreichend". Sprays schitten besser als Puder ab.

Trockenshampoos: Die Testsieger sind...

Stiftung Warentest hat mit "Eimi" von Wella seinen Gewinner gekürt, der ist aber richtig teuer: Einmal reinigen kostet hier 3,65 Euro. Das zweitbeste Trockenshampoo "Schauma" von Schwarzkopf, ist mit nur 48 Cent pro "Waschgang" deutlich preiswerter, das drittbeste, dm Balea Fruity Dreams, toppt alle mit nur 28 Cent. Je preiswerter, umso intensiver rochen die Trockenshampoos, teurere Produkte dufteten dezenter.

Was macht ein gutes Trockenshampoo aus?

Die sieben Guten bestanden in allen Prüfpunkten: Sie entfetteten mit Stärkepartikel, oft aus fett aufsaugender Reisstärke. Volumen und ein Frischgewascheneffekt waren das Ergebnis nach der Anwendung. Die guten Trockenshampoos hinterließen auch praktisch keine Stärkerückstände im Haar.

Tester: So oft sollte Trockenshampoo angewendet werden

Stiftung Warentest rät dazu, es nur einmal zwischen zwei Wäschen zu nutzen. Der Grund: Die Produkte lassen sich nie gänzlich ausbürsten, und die sich auf Dauer im Haar sammelnden Reste, können die Kopfhaut reizen. Was ist mit dem feinen Staub, den die Trockenshampoos freisetzen und die man einatmet? Die Nase kann viele der Partikel filtern, im Mund werden die feinen Partikel abgehustet. Unklar ist allerdings, wieviel Staub in der Lunge bleibt. Auch das ist für die Tester ien Grund, Trockenshampoos nur gelegentlich zu nutzen. Und was ist mit der Umwelt? Die Sprays enthalten die Treibgase Propan und Butan und fallen laut Umweltbundesamt kaum ins Gewicht was den Treibhauseffekt betrifft. Anders verhielt es sich bei den längst verbotenen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), denn diese schaden der Ozonschicht.

Trockenshampoos sparen Wasser, aber...

Mit Trockenshampoos kann logischerweise Wasser eingespart werden, unklar ist aber, ob bei der Rohstoffgewinnung, Herstellung, Verpackung Trockenshampoos ökologische Vorteile gegenüber Standardshampoos haben. Vier der getesteten Produkte enthalten zum Beispiel Silikone. Die und die schaden nicht nur dem Haar, sondern auch der Umwelt. Die Kläranlagen filtern sie zwar aus dem Abwasser, Silikone verbleiben aber im Klärschlamm. Die Folge: Wenn Bauern ihre Felder damit düngen, könnten Silikone aufs Feld geraten.

Nur "befriedigend", und das ist der Grund

Sieben Trockenshampoo-Sprays bestanden wie gesagt den Test, reinigten wirkungsvoll und hinterließen kaum störende Reste. Vier Produkte dagegen erhielten insgesamt nur ein "befriedigend": Dazu gehörten Schwarzkopf Got2b, Algemarina und Colab. Punktabzüge gab es wegen kritischer Duftstoffe. Douglas wegen der sehr klein gedruckten Pflichtangaben auf der Dose.

Die abgewerteten drei Produkte enthielten den Duftstoff Lilial, der im Verdacht steht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen. "Verbraucher erkennen Lilial in der Inhaltsstoffliste unter seinem chemischen Namen Butylphenyl Methylpropional. Unserer Ansicht nach hat Lilial nichts in Kosmetika zu suchen. Das gilt auch für einen weiteren Duftstoff in Algemarina: Lyral, deklariert als Hydroxyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyd. Er kann Allergien auslösen. Kosmetika mit Lyral dürfen nur noch bis 2021 im Handel sein.", so Stifung Warentest.

Puder: Keines der getesteten Produkte ist "gut"

Die Trockenshampoos in Puderform konnten Stiftung Warentest nicht komplett überzeugen, auch deshalb, weil nach der Anwendung noch Spuren auf dem Haaransatz zu sehen waren. Das Produkt "Corinne Taylor" hatte einen guten Volumeneffekt, das getestete "Volume KräuterShampoo" enthielt aber kritisches Borat. Der Stoff ist seit Ende Mai 2019 in Kosmetika verboten (gekauft wurde das Produkt von den Testern bereits vorher). Er kann Fett binden, aber auch fortpflanzungsschädigende Borsäure freisetzen.

Fazit: Trockenshampoos sind gut für zwischendurch, können aber eine regelmäßige Haarwäsche nicht ersetzen. Was ist eigentlich beidünnem Haar? Lesen Sie auch, welche fünf Angewohnheiten Haarausfall begünstigen und wie die optimale Pflege für schnell fettende Haare aussieht.

Keine Lust auf Chemie? Dann schauen Sie doch mal, was Hausmittel wie Backpulver alles für unsere Schönheit tuu und wie vielseitig Babypuder einsetzbar ist.

Mehr Artikel finden Sie auf unseren Themenseiten Stiftung Warentest und Haarpflege.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen