22.02.2019

L-Carnosin gegen Hautalterung Glykation: Was hilft gegen die Verzuckerung der Haut?

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Wussten Sie, dass auch Ihre Haut an Zucker leiden kann? Wie Sie der Verzuckerung der Haut entgegenwirken.

Foto: iStock/stock_colors

Wussten Sie, dass auch Ihre Haut an Zucker leiden kann? Wie Sie der Verzuckerung der Haut entgegenwirken.

Haben Sie schon mal etwas von Glykation der Haut gehört? Das Problem ist bereits länger bekannt, doch noch nicht jeder Frau ist klar, dass diese sogenannte Verzuckerung der Haut zu frühzeitiger Hautalterung führt.

Wie Sie Ihre Haut lange jung halten und der Verzuckerung der Haut entgegenwirken, und was Experten raten, lesen Sie hier.

Verzuckerung der Haut: Was passiert bei der Glykation?

Die Verzuckerung der Haut, ein noch relativ unbekanntes Schönheitsrisiko: Im Laufe der Jahre verlangsamt sich der Zuckerstoffwechsel, Kohlenhydrate und Zucker lagern sich vermehrt in den Zellen ab, und der Körper kann nicht mehr alle Endprodukte der Kohlenhydratspaltung verarbeiten.

Der menschliche Körper besteht zum Großteil aus Proteinen. Sie sind für sein tägliches Funktionieren ausschlaggebend. Alles, was die Proteine negativ beeinflusst, hat Auswirkungen auf die körperlichen Funktionen und das äußere Erscheinungsbild. Zuckermoleküle heften sich an Proteinfasern (z. B. Kollagenfasern) und lösen Verhärtungen aus. Den Prozess kann man sich ungefähr so ähnlich wie die Karamellisierung von Zucker durch Erhitzung vorstellen.

Diese Veränderung der Proteine durch die Zuckermoleküle führt zu bekannten Anzeichen der Hautalterung. Studien zeigen, dass L-Carnosin gegen die schädliche Protein-Veränderung wirksam ist.

Die Rolle von L-Carnosin bei der Verzuckerung der Haut

Moleküle aus Zucker und Proteinen, die die Haut verzuckern und somit den Prozess der Hautalterung beschleunigen, bilden sich bereits ab dem 25. Lebensjahr, wenn der natürliche Spiegel an L-Carnosin im Körper absinkt.

L-Carnosin ist eine natürlich vorkommende Verbindung der beiden Aminosäuren Alanin und Histadin, die man in den frühen 1990er-Jahren in Russland entdeckte. Forschungen zeigten, dass Zellkulturen mit L-Carnosin länger lebten und ihr jugendliches Aussehen und Zellteilungsmuster beibehielten.

L-Carnosin schützt, indem es:

  • sich mit Carbonyl- oder Aldehyd-Gruppen verbindet, die ansonsten die Proteine angreifen würden.
  • wie ein Antioxidans wirkt, das die Bildung von oxidiertem Zucker verhindert. Die Zucker-Protein-Komplexe werden auch "Advanced Glycosylation Endproduct" (A.G.E.s) genannt und sind das Resultat der oben beschriebenen "Karamellisierung".

L-Carnosin verhindert nicht nur die Bildung schädlicher Protein-Verbindungen. Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass L-Carnosin die Anzeichen des Alterns in vergreisten Zellen teilweise sogar umkehren könnte. "Eine große Anzahl wissenschaftlicher Studien beweist, dass Carnosin die Proteine schützt und den Schaden bis zu einem gewissen Grad wieder rückgängig machen kann", sagt die amerikanische Haut-Expertin und Buchautorin Dr. Adrienne Denese. "Meiner Meinung nach kann Carnosin einige revolutionäre Veränderungen in der Hautpflege bringen."

L-Carnosin in der Ernährung

Ist eine zuckerarme Ernährung die Lösung der Hautalterungsprobleme? Leider nicht. "So leicht geht es leider nicht", sagt Hautärztin Dr. Susanne von Schmiedeberg. "Selbst wenn man gar keine Nahrung zu sich nehmen würde, hat man immer eine gewisse A.G.E.-Bildung im Körper. Das ist evolutionär bedingt, denn dieser eine Teelöffel Zucker, den wir immer in unserem Blut haben, hilft uns, z. B. in Gefahrensituationen schneller zu reagieren."

Allerdings kann man seinen Körper unterstützen, indem man L-Carnosin-reiche Lebensmittel zu sich nimmt. Quellen dafür sind tierisches Fleisch, vor allem Rindfleisch, Schweinefleisch und Huhn, aber auch Käse, Nüsse und Fisch. Zudem gibt es L-Carnosin-Präparate als Nahrungsergänzungsmittel. Ihre Einnahme sollte mit dem Hausarzt abgesprochen werden.

Forschungsfortschritte bei Hautpflegeprodukten

Der Prozess der Glykation schränkt auch die Regenerationsfähigkeit der Haut ein. Aus diesem Grund forschen die Kosmetikhersteller seit Jahren nach Möglichkeiten, diese Verzuckerungsprozesse aufzuhalten oder sogar rückgängig zu machen. Inzwischen gibt es auch Haut-Pflegeprodukte, die L-Carnosine enthalten und in die Hautzellen transportieren sollen.

Außerdem wurde ein körpereigenes Enzym gefunden, das die Zuckermoleküle von den Eiweißmolekülen trennt. Die Extrakte aus dem indonesischen Bay-Cedar-Baum regen die Neubildung dieses Enzyms an, das bereits verbundene Moleküle wieder spaltet. Christian Mahé, Leiter des Forschungszentrums Research und Technologie bei Chanel, sagt: "Unseren Forschern ist die Entdeckung eines Reparaturproteins bzw. eines Enzyms gelungen, das in der Lage ist, die Kollagenfasern auf natürlichem Wege wieder zu 'entzuckern'. Das Enzym mit dem Namen Fructosamine-3-Kinase, kurz FN3K genannt, wird in seiner Wirkung zusätzlich durch einen pflanzlichen Wirkstoff unterstützt."

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