28.09.2018

Empfindliches Material Wildleder reinigen: So werden Sie Flecken in Schuhen und Mänteln los

Bürste, Pflegemittel, Wildleder-Radiergummi: Hilfreiche Mittel, aber nicht zwingend nötig, um Wildleder zu reinigen und zu pflegen. Es gibt auch wirksame Hausmittel. Worauf Sie trotzdem nicht verzichten sollten, lesen Sie im Artikel.

Foto: iStock/Norasit Kaewsai

Bürste, Pflegemittel, Wildleder-Radiergummi: Hilfreiche Mittel, aber nicht zwingend nötig, um Wildleder zu reinigen und zu pflegen. Es gibt auch wirksame Hausmittel. Worauf Sie trotzdem nicht verzichten sollten, lesen Sie im Artikel.

Schön sind sie, und warm auch: Vor allem Schuhe, aber auch Mäntel, Hosen & Co. für den Winter sind gerne aus Wildleder gefertigt. Das empfindliche Material bedarf einer besonderen Pflege – die sich aber in den meisten Fällen mit Hausmitteln umsetzen lässt.

Kuschelig warm und weich, und dazu auch noch absolut modisch: Wildleder ist für Herbst und Winter ein Must-have. Besonders Schuhe und Mäntel werden gerne aus dem Material gefertigt. Aber die kalte Jahreszeit kommt meist mit Regen, Schnee und Matsch daher. Und die hinterlassen Flecken – auch auf dem doch sehr empfindlichen Leder. Wie Sie Wildleder reinigen können und Ihre Kleidung so immer top aussieht, lesen Sie hier.

Wildleder reinigen: Vorpflege ist äußerst wichtig

Das Gute vorweg: Für Ihre Wildleder-Kleidung müssen Sie nicht extra teure Reinigungsmittel kaufen, und die meisten Flecken können Sie auch selbst – ohne teure Textilreinigung – entfernen. Es gibt nämlich ein paar praktische Hausmittel.

Damit aber Flecken von vorn herein keine große Chance haben, sollte Wildleder – gerade bei Schuhen – von Anfang an gut gepflegt werden.

Schuhe können Sie anfangs mit Imprägnierspray einsprühen. Wählen Sie am besten ein farbloses Spray, damit es zu keinen Verfärbungen kommt. Gleichmäßig aufsprühen – das schützt das Leder vor Feuchtigkeit.

Dann sollte die Oberfläche regelmäßig gebürstet werden, damit eventueller Schmutz nicht zu fest wird. Tipp: Nehmen Sie hierfür einfach eine alte Zahnbürste.

Wasserflecken auf Wildleder

Tatsache ist: Wasser hinterlässt auf Wildleder schnell Flecken – was natürlich bei Schuhen, aber auch auf Mänteln im regnerischen Herbst kaum zu vermeiden ist. Und genau daher sollte Wildleder-Kleidung im Vorfeld behandelt werden. Entstehen aber einmal Flecken, sollten Sie schnell handeln, damit diese nicht bleiben.

Sind die Flecken noch frisch, tupfen Sie sie mit einem trockenen Tuch direkt ab. Das zieht überschüssige Feuchtigkeit aus dem Leder.

Ist der Wasserfleck aber schon getrocknet, hilft vor allem eines: mehr Wasser! Kurios, aber wenn Sie den kompletten Schuh oder den kompletten Mantel mit einem in lauwarmes Wasser getunkten sauberen Tuch vorsichtig in kreisenden Bewegungen abreiben, verschwinden Wasserränder meist. So lassen sich auch Farbabweichungen vermeiden.

Bei Schuhen ist es so, dass sich Wildleder-Treter beim Trocknen verformen können. Um das zu verhindern, können Sie den Schuh mit Papier ausstopfen. Stellen Sie die Schuhe aber zum Trocknen nie direkt in die pralle Sonne oder vor/auf die Heizung. Das macht das Leder schnell spröde und verändert zudem die Farbe.

Schneeränder an Mänteln und Schuhen

Sobald der erste Schnee liegt, kleiden wir uns natürlich auch kuschelig warm. Klar, dass da Wildleder eine echt gute Alternative ist. Aber bei hohem Schnee steigt die Gefahr von Rändern – wenn wir durch hohen, möglicherweise sogar schon verschmutzten Schnee laufen.

Essigwasser ist eine gute Hilfe: Einfach etwas Essigessenz (klar!) in einen halben Liter Wasser geben, ein sauberes Tuch eintunken und damit das Leder vorsichtig, wieder mit kreisenden Bewegungen, abreiben.

Auch eine halbe Zitrone oder eine halbe Zwiebel können helfen. Einfach auf die betroffenen Stellen reiben. Danach mit klarem Wasser und eventuell mit etwas mildem Shampoo nachspülen. Gut trocknen!

Fettflecken: Der Endgegner

Fettflecken sind nie toll. Auf dem empfindlichen Wildleder schon gar nicht. Aber es gibt Tricks. Wenn der Fleck noch frisch ist, schnell mit einem sauberen Tuch abtupfen. Dann helfen Trockenshampoo oder Babypuder.

Extratipp: Ist das Leder dunkel, ist Trockenshampoo für dunkle Haare am besten. Das verhindert weiße Flecken.

Mit einer Velourslederbürste lässt sich das Pulver dann wieder ganz gut herausbürsten. Aber vorsichtig behandeln!

Ölflecken, vor allem die durch Speiseöl verursachten, können Sie auch mit Backpulver oder Stärke (z.B. Kartoffelstärke) entfernen. Geben Sie etwas Backpulver bzw. Stärkemehl auf den Fleck und lassen Sie es eine halbe Stunde einwirken. Dann mit einer Wildlederbürste oder einer Zahnbürste abbürsten.

In unseren neuesten Herbst-Trends spielt Wildleder übrigens auch eine Rolle. Schauen Sie doch mal:

Schmutz entfernen: So hat Dreck keine Chance

Schuhe sowie auch andere Kleidung aus Wildleder werden beim Tragen aber auch schnell durch Dreck schmutzig. Hier greifen Sie am besten auf ein Feinwaschmittel zurück. Dann wenden Sie dasselbe Prinzip wie beim Entfernen von Wasserflecken an: Etwas Waschmittel in warmes Wasser geben und mit einem sauberen Tuch die Schuhe oder Kleidung abreiben. Dann aber auf jeden Fall noch einmal mit klarem Wasser darübergehen. Schuh im Anschluss wieder mit Papier, etwa Zewa, ausstopfen und trocknen lassen.

Extratipp: Für Mäntel wie auch für Sofas und Teppiche eignet sich ein Polsterschaum. Sie sprühen die verdreckte Stelle gut ein, lassen das Ganze einwirken und wischen mit einem feuchten Tuch nach.

Helfen die Hausmittel alle nicht oder sind die Flecken schon eingetrocknet, können spezielle Leder-Radiergummis helfen – oder einfach ein sauberer Radiergummi aus dem Federmäppchen. Aber vorsichtig radieren, damit Sie die Lederstruktur nicht zerstören. Danach einfach mit einer Zahnbürste, Wildlederbürste oder mit der rauen Seite eines frischen Spülschwamms auffrischen.

Imprägnierspray ist wichtig – gerade in der nassen und kalten Jahreszeit

Nach dem Reinigen des Wildleders aber nicht vergessen, wieder frisch zu imprägnieren! Und immer an einem trockenen Ort aufbewahren, wenn Sie die Kleidung gerade nicht tragen.

Übrigens wird Veloursleder oft umgangssprachlich als Wildleder bezeichnet. Bei Wildleder handelt es sich aber tatsächlich um das Leder aus der Haut von nicht domestizierten Tieren, sprich Hirsch oder Reh, aber auch Elch, Känguru und Antilope.

Veloursleder hingegen ist ein Überbegriff für raue Ledersorten. Unsere Tipps zum Reinigen von Wildleder eignen sich aber auch für andere Veloursleder.

Noch mehr Tipps zu Wild- oder Rauleder sowie Glattleder & Co. lesen Sie bei uns.

Herbst und Winter sind zwar oft regnerisch, nass und kalt, so dass unter anderem eben auch schnell Flecken in die Wildlederschuhe kommen. Aber die Jahreszeiten haben auch ihre schönen Seiten – beispielsweise bieten sie die Möglichkeit für frische Modetrends. Mehr lesen Sie auf unseren Themenseiten.

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