25.09.2018

Body-Positivity-Kampagne Projekt „Underneath We Are Women“: 100-mal Weiblichkeit pur

Geballte Frauen-Power ist auf den Fotos des Projekts "Underneath We Are Women" zu sehen – ein Tribut an die Body-Positivity-Bewegung. V.l.n.r.: Nia ist Online-Bloggerin und arbeitet an ihrer Essstörung; Rose wächst aufgrund von Hirsutismus ein Bart; Sara ist Model mit Ehlers-Danlos-Syndrom; Maddie ist  Online-Aktivistin, die unter der angeborenen Gelenksteife Arthrogryposis Multiplex Congenita leidet.

Foto: Amy Herrmann/Underneath We Are Women

Geballte Frauen-Power ist auf den Fotos des Projekts "Underneath We Are Women" zu sehen – ein Tribut an die Body-Positivity-Bewegung. V.l.n.r.: Nia ist Online-Bloggerin und arbeitet an ihrer Essstörung; Rose wächst aufgrund von Hirsutismus ein Bart; Sara ist Model mit Ehlers-Danlos-Syndrom; Maddie ist Online-Aktivistin, die unter der angeborenen Gelenksteife Arthrogryposis Multiplex Congenita leidet.

Das Body Positivity-Projekt "Underneath We Are Women" zeigt Frauen so, wie sie sind: ungeschönt, mit Makeln, ganz und gar natürlich. Kurz: unbeschreiblich weiblich!

Wie sehen Frauen aus, von denen Fotos für die Allgemeinheit gemacht werden? Bis vor wenigen Jahren hätte die mehr oder weniger einhellige Antwort ungefähr so gelautet "makellos und wohlproportioniert, also schön". Doch mittlerweile gibt es immer mehr Projekte aller Art, die etwas anderes wollen: nämlich Frauen eine Plattform bieten, die weder makellos noch auffällig gut gebaut sind, aber natürlich und offenherzig – und genau deswegen ungemein weiblich, also schön!

Auch das Projekt "Underneath We Are Women", zu deutsch: "Drunter sind wir Frauen", hat sich der Body-Positivity-Bewegung verschrieben. Amy Hermann hat es initiiert – das Ziel der Australierin: sie will 100 Frauen fotografieren, um Tausenden anderen Mut zu machen!

"Underneath We Are Women": tolles Body-Positivity-Fotoprojekt

Als Amy Hermann vor rund drei Jahren ihr Projekt ins Leben ruft, will sie damit etwas verändern: sie will, dass Frauen selbstbewusst auftreten können, ohne dass ihnen das als Arroganz ausgelegt wird – und dass Selbstzweifel als solche wahrgenommen und nicht als Bescheidenheit interpretiert werden.

"Wir Frauen sind ... jung, fett, groß, wir sind Transgender, dünn, behindert, wir sind Mütter, wir sind klein, vernarbt und alt. Es gibt viele Labels, die die Gesellschaft für uns geschaffen hat. Aber was ist, wenn ich euch sage, dass ich darunter, unter all dem ... entschlossen, hartnäckig, stark, fähig, laut, widerstandsfähig bin. Würdet ihr mich dann anders sehen?"

Die 28-Jährige ist überzeugt davon – und so ruft sie auf ihrer Webseite Frauen dazu auf, sich von ihr fotografieren zu lassen, um die wunderbare große Bandbreite der weiblichen Diversität abzubilden. Gemeldet haben sich unzählige Frauen, doch Amy Hermann plant ein Buch zum Projekt, da sind 100 mehr als genug.

Mutige Fotos von Frauen – und ihre Geschichten

Amy Hermann will die Frauen in Unterwäsche oder gar noch weniger ablichten – ihr Ziel ist es ja, die unglaubliche Vielfalt weiblicher Körper zu zeigen. Es sind mutige Fotos darunter: Fotos, die brustamputierte oder kleinwüchsige Frauen zeigen, die vernarbte oder verkrüppelte Körper zeigen. Was alle Frauen eint: sie präsentieren sich so, wie sie sind: offen, ehrlich, mit Makeln. Schön.

Und weil es Amy Hermann nicht ausschließlich um Fotos geht, erzählt sie zu jeder Frau auch kurz und knapp die Geschichte, die zu ihr gehört und sie ausmacht.

Nachdem sie über die Jahre Geld gesammelt und mittlerweile genug beisammen hat, soll das Buch Anfang 2019 endlich erscheinen. Vorbestellungen auf ihrer Seite sind bereits möglich. Amy Hermann ist sehr stolz auf ihr Projekt – aber was sie wohl nicht erwartet hat: dass so viele Frauen, nachdem sie sich für das Projekt fotografieren ließen, mit einer ganz anderen Ausstrahlung nach Hause gegangen sind. "Es war mir nicht klar, dass das Projekt das Leben einiger Frauen nachhaltig verändert hat", sagte sie einmal im Interview mit der Zeitung "Daily Mail". Das dürfte für sie das größte Geschenk sein.

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Es ist schön und wichtig, dass in Zeiten von Size-Zero-Models solche "Body Positivity"-Kampagnen immer mehr an Bedeutung zulegen. So will etwa die Instagram-Initiative #SaggyBoobsMatter Frauen dazu animieren, sich auch mit hängenden Brüsten zu zeigen.

Vielfalt und Einzigartigkeit – das verkörpern auch diese Frauen:

Ich bin gut so wie ich bin

Frauen stehen zu ihrem Körper: Body Positivity-Aktion

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Wir zeigen außerdem drei weitere tolle Projekte, die Frauen mit vermeintlichen Schönheitsmakeln feiern.

Kennen Sie schon #takebackpostpartum? Der Instagram-Kanal zeigt reale Fotos von Müttern, wie sie nach der Geburt aussehen: ungeschönt, aber genau deswegen einfach großartig!

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