24.04.2019

UV-Schutz für den Sommer Experten-Tipps: Der perfekte Sonnenschutz für Ihre Haut

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UV-Schutz: Im Sommer sollte der Sonnenschutz Ihrer Haut zur täglichen Pflege gehören.

Foto: iStock/Jovanmandic

UV-Schutz: Im Sommer sollte der Sonnenschutz Ihrer Haut zur täglichen Pflege gehören.

Sonnenschutz ist im Sommer das A und O. Eine Dermatologin erklärt, was der Lichtschutzfaktor bedeutet, wie Sie eine geeignete Sonnencreme finden und Ihre Haut vor gefährlicher UV-Strahlung schützen.

Während anderenorts ein schöner blasser Teint als Schönheitsideal gilt, tun gerade Frauen in den nördlichen Breiten viel für eine sonnengebräunte Haut. Dass wir braun werden, haben wir den UVB-Strahlen der Sonne zu verdanken, die in die Oberhaut eindringen. Dr. Katrin Kipper ist Dermatologin und fachliche Beraterin von Beautypress. Die Expertin erklärt: "Dort sind sie mit verantwortlich für die Verdickung der Hornhaut, die die Haut vor der Sonne schützt. Außerdem kurbeln sie die Vitamin-D-Synthese an und sorgen für die Sonnenbräune." Aber: Eine zu hohe UVB-Strahlung kann auch einen Sonnenbrand verursachen und in den Zellen der Oberhaut Hautkrebs auslösen – deshalb ist Sonnenschutz für die Haut so wichtig.

Ebenfalls gefährlich sind die tief in die Dermis eindringenden UVA-Strahlen. "Ihnen werden auch die sonnenbedingte Hautalterung (Photoaging) und das Auslösen bestimmter Allergien angelastet", sagt Dr. Kipper. Damit noch nicht genug, haben neue Forschungen eine weitere Gefahr für die Hautschönheit im Fokus: IR-Strahlung. Infrarot-A-Strahlen fördern die Bildung freier Radikale in der Haut und führen ebenfalls zu vorzeitiger Hautalterung. Sie dringen sogar noch tiefer als UVA- und UVB-Strahlen in die Haut ein.

Welchen Sonnenschutz braucht meine Haut?

Wer lange schön und gesund aussehen möchte, sollte auf einen täglichen Sonnenschutz der Haut nicht verzichten. Dr. Katrin Kipper: "Sonne an sich ist natürlich wichtig für den Körper, aber nur mit einem ausreichenden Lichtschutzfaktor, der auf den Hauttyp abgestimmt ist." Bei besonders empfindlichen Typen kann sich die Haut nur etwa fünf bis zehn Minuten selbst vor der gefährlichen Strahlung schützen, danach sollte sie entweder aus der Sonne raus oder benötigt zusätzlichen Schutz.

Die Eigenschutzzeit der Haut richtet sich auch nach Faktoren wie dem geographischen Aufenthaltsort und damit der Strahlungsintensität, der Jahreszeit und der Ernährung. Wer sicher sein will, trägt einen Sonnenschutz auf die Haut auf, bevor er in die Sonne geht. Hier gibt es verschiedene Sonnencreme-Stärken zur Auswahl. Aber was bedeutet der Lichtschutzfaktor (LSF), der auf dem Sonnenschutz aufgedruckt ist, eigentlich? Es gilt: Der auf Sonnenschutz-Produkten angegebene LSF-Wert schützt die Haut vor UVB-Strahlen und bezieht sich auf die Verlängerung der Eigenschutzzeit der Haut.

Beispiel: Eine Person vom Hauttyp 1 (sehr hell) hat zehn Minuten Eigenschutzzeit im Mittelmeerraum. Mit einer Creme LSF 50 verlängert sich diese auf 500 Minuten. Nutzt ein Typ 4 einen LSF 30 kommt er bei 900 Minuten an, bevor die Haut Verbrennungen erleidet.

Info: Der Titel "Sunblocker", der auf vielen Sonnenschutzprodukten aufgedruckt ist, ist aus dem oben genannten Grund falsch. Eine Sonnencreme, die die UVB-Strahlung komplett blocken kann, gibt es nicht. Außerdem gibt es ja noch die UVA-Strahlung – und auch die schädigt die Haut.

Der Schutz vor UVA-Strahlung spielte bisher eine eher untergeordnete Rolle. Der sogenannte PPD-Wert ("persistent pigment darkening") gibt die Direktpigmentierungsschwelle eines Produktes an. Ist der vom Gesetzgeber vorgegebene Schutz vor UVA-Strahlung gegeben, darf das Produkt ein Siegel führen: einen runden Kreis auf der Tube, das UVA-Logo.

Wie ist Sonnenschutz aufgebaut?

In Sonnencreme und Sonnenspray finden sich bestimmte UV-Filter:

  • Typ 1: organische Filter, die das Sonnenlicht absorbieren und in Wärmeenergie umwandeln (etwa Zimtsäure)
  • Typ 2: mineralische Weißpigmente, die das Sonnenlicht reflektieren (etwa Titandioxid oder Zinkdioxid)

Je höher der Lichtschutzfaktor ist, desto mehr mineralische Weißpigmente, also UV-Filter vom Typ 2, sind enthalten.

Tipp: Wer schwimmen gehen will, sollte auf einen wasserfesten Sonnenschutz achten. Denn auch einen Meter unter der Wasseroberfläche kann die UVB-Intensität noch bis zu 70 Prozent betragen.

Täglicher Schutz vor UV-Strahlung

Übrigens: Braun wird man auch mit Sonnencreme. Dr. Kipper: "Die Bräune entsteht zwar etwas langsamer, aber ist oft nicht mit einem Sonnenbrand verbunden und hält dadurch auch länger."

Sonnenschutz für die Haut sollte für jeden zur täglichen Pflege gehören, denn weder Sonnenschirme noch Bäume oder Kleidung bieten genügend Schutz, sondern lassen einen Teil der UV-Strahlung hindurch. Dr. Katrin Kipper: "Der Sonnenschutz sollte immer die erste Schicht auf der Haut sein und besonders unter dem Make-up aufgetragen werden. Am besten eignet sich eine Creme, die Sonnenschutz und Gesichtspflege miteinander vereint. Es gibt heute hautperfektionierende Sonnenschutz-Cremes, die durch ihren hohen Lichtschutz vor Sonnenstrahlung schützen und gleichzeitig vorzeitiger Hautalterung vorbeugen."

Achten Sie im Sommer nicht nur auf die Haut – auch der beste Sonnenschutz für die Haare sollte oberstes Gebot sein. Mittlerweile wird eine Vielzahl von Sonnenschutzsprays speziell für die Haare angeboten. Hierbei handelt es sich meist nicht um "echten" Sonnenschutz in Form von UV-Filtern, wie sie in Sonnencreme zu finden sind. Viele Hersteller setzen vielmehr auf eine intensive Haarpflege, etwa durch Öle. Diese sollen einen Schutzfilm um die Haare bilden, der verhindert, dass das Haar durch Meerwasser und andere Einflüsse geschädigt wird, wodurch die Sonnenstrahlen noch leichteres Spiel haben.

Was tun bei Sonnenbrand?

Sonnenbrand zeigt sich in seiner schwächsten Form als gerötete Haut, bildet in seiner stärksten Form Blasen und kann Hautkrebs verursachen. Das kommt daher, dass bei Sonnenbrand Hautzellen geschädigt werden und absterben. Hierdurch werden Botenstoffe ausgeschüttet, die die Blutgefäße weiten und die Haut röten. Der Schmerz wiederum kommt daher, dass sich die weißen Blutkörperchen um das Entfernen der abgestorbenen Zellen kümmern. Die Haut schwillt an und tut weh – und "schält" sich später, um die abgestorbene Haut loszuwerden.

After-sun-Produkte sollen der Haut vor allem eine extra Portion der Feuchtigkeit zurückgeben, die sie an einem Tag in der Sonne verloren hat. Im Gegensatz zu herkömmlichen Körperpflegecremes wirken sie durch wasserbindende Inhaltsstoffe sehr feuchtigkeitsspendend und angenehm kühlend.

Für die Abkühlung zwischendurch kann im Sommer auch ein Feuchtigkeits- oder Thermalwasserspray verwendet werden. Das wirkt nicht nur erfrischend, sondern kann das Lichtschutzmittel qualitativ verbessern.

Trotz ihrer wohltuenden Wirkung auf der Haut helfen sie aber nicht bei stärkerem Sonnenbrand, von dem eventuell auch größere Hautareale betroffen sind. Da bei einem Sonnenbrand der ganze Organismus betroffen ist, sollte in schweren Fällen professionelle Hilfe bei einem Arzt gesucht werden.

Do’s und Dont’s in der Sonne

Do’s:

  • Viel hilft viel: Lieber einmal zu viel eincremen und mit einem höhere LSF, als die Haut durch einen Sonnenbrand belasten.
  • Lagerung und Frische: Sonnenschutzmittel im Kühlschrank aufbewahren. Die Haltbarkeit des Produkts verlängert sich, und beim Auftragen entsteht ein angenehm kühles Gefühl auf der Haut.
  • Step by step: Haut-Sonnenschutz immer unterm Make-up auftragen. Viele Gesichtscremes beinhalten heutzutage LSF 10.
  • Natürlicher Sonnenschutz von innen durch Ernährung: Wirkstoffe in grünem Tee oder Tomatensuppe können die Haut aufgrund der antioxidativen Wirkung von innen heraus stärken und die Eigenschutzzeit leicht erhöhen.

Dont’s:

  • Bräunungscreme ohne LSF bzw. LSF unter 25 verwenden: Auch wenn man fürchtet, nicht richtig braun zu werden, darf man auf einen LSF nicht verzichten. Zwar lässt die Bräune tatsächlich etwas länger auf sich warten, sie ist dadurch aber auch langanhaltender.
  • Sich ungeschützt der prallen Mittagssonne aussetzen: Zu dieser Zeit ist die Sonne am aggressivsten, die Gefahr eines Hitzeschlags am größten. Man sollte sich nur mit maximalem LSF im Freien aufhalten – und eine Kopfbedeckung tragen!
  • Einfach ein T-Shirt überziehen: Kleidung ersetzt die Sonnencreme nicht. Ein leichtes, weißes Shirt bietet z.B. gerade einmal einen LSF 10. Je dicker und dunkler der Stoff, desto besser. Wer ganz sicher gehen will, sollte Kleidung mit UV-Schutz tragen.
  • Im Winter die Gefahr vergessen: Selbst Schnee kann bis zu 85% der UV-Strahlen reflektieren. Auf der Piste oder während einer Schneewanderung also nicht auf Sonnenschutz für die Haut verzichten!

Sonnenschutz für die Haut können Sie ganz einfach in Ihr tägliches Pflegeprogramm integrieren: Noch mehr Tipps rund um die Hautpflege finden Sie auf unserer Themenseite.

Auffälligkeiten auf der Haut lassen Sie am besten von Ihrem behandelnden Arzt checken, um Hautkrebs ausschließen zu können. Mehr zu Dr. Katrin Kipper erfahren Sie auf Beautypress.

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