23.02.2018

Mode für große Größen „Welcher Figurtyp bin ich?“ ist nicht die richtige Frage

Welcher Figurtyp bin ich wohl? Die Frage bringt nicht immer viel, denn wir alle sind anders gebaut. Dennoch gibt es Vorzüge zu betonen und andere Stellen vielleicht zu kaschieren.

Foto: iStock/ronstik

Welcher Figurtyp bin ich wohl? Die Frage bringt nicht immer viel, denn wir alle sind anders gebaut. Dennoch gibt es Vorzüge zu betonen und andere Stellen vielleicht zu kaschieren.

Passende Kleidung finden ist gar nicht so einfach – denn sie soll gut sitzen, angenehm zu tragen sein und am besten noch toll aussehen. Dass das auch bei großen Größen funktioniert, erklärt unsere Expertin.

Das wunderschöne Kleid aus dem Laden passt der besten Freundin perfekt, aber an Ihnen sitzt es überhaupt nicht? Dafür passt die Hose besser zu Ihnen als zu ihr? Kein Wunder, gibt es doch verschiedene Körperformen. Jeder Mensch ist da ein bisschen anders. Da stellt sich vor dem nächsten Shopping-Trip die Frage: Welcher Figurtyp bin ich eigentlich?

Beim Shoppen fällt es uns am ehesten auf: nicht alles passt jedem. Und gerade wer eine etwas größere Oberweite, etwas mehr Bauch oder Hintern mitbringt, möchte Kleidung tragen, die gut sitzt und die besonders schönen Seiten des Körpers betont. Eine Expertin für Kleidung vor allem für größere Größen ist Franziska Bauer, Betreiberin des Onlineshops Cubell. Sie hat uns für bildderfrau.de mehr über unterschiedliche Frauenfiguren verraten und plaudert in Sachen Stilberatung sozusagen aus dem Nähkästchen.

Welcher Figurtyp bin ich? – So pauschal lässt sich das nicht festlegen

Gerade im Bereich Plus Size ist es nämlich gar nicht immer so einfach, die passende Kleidung für den eigenen Figurtyp zu finden. Mode statt nur Kleidung tragen – das ist nämlich auch mit etwas mehr auf den Rippen möglich. "Aufgrund verschiedener Schnitte ist eine 48 nicht immer eine 48." Was dahinter steckt:

Jeder hat ja so seine "Problemzonen". Ob wir diese auch so definieren sollten, dazu kommen wir später noch. Der Trick ist aber, sich in seiner Kleidung nicht nur wohl, sondern auch hübsch zu finden. Und das klappt am besten, wenn die Kleidung, die wir tragen, auch zu uns passt.

Von verschiedenen festgelegten Figurtypen hält die Expertin aber nicht so viel. "Jeder Mensch ist anders." Die Frage, welcher Figurtyp man ist, geht da ihrer Meinung nach in die Richtung Schubladendenken. Aber nicht jeder passt in eine Schublade. Die typisch festgelegten Figurtypen wie A-Typ, V-Typ, H-Typ oder X-Typ treffen nicht auf jeden zu. "Ich nenne es ganz einfach 'Kurven', denn die hat jeder von uns an einer anderen Stelle mehr oder weniger ausgeprägt." Daher rät Franziska Bauer, lieber zu schauen, welche dieser Kurven denn ausgeprägt sind, und sich daran zu orientieren:

  • Große Oberweite: "Elegant betonen statt verstecken, denn dadurch lenken wir oftmals noch mehr Aufmerksamkeit auf eine Sache," ist Franziska Bauers Tipp. "V-Ausschnitte verlängern den Oberkörper und das Dekolleté." Vorsicht rät sie aber an bei Oberteilen mit Taschen, Nähten oder auffälligen Mustern im Brustbereich, denn so wird der Fokus zu sehr auf die Oberweite gelenkt.
  • Breite Hüften: Wer seine Hüften zu breit findet, kommt besonders gut mit der A-Linie zurecht, vor allem in Sachen Shirts, die etwas länger geschnitten sind. Das Beste: Diese Shirts lassen sich wunderbar mit allen möglichen Hosen, Jacken und Accessoires kombinieren.
  • Kräftige Oberarme: Längere Ärmchen sind die Devise. "Ein richtiges Styling-Wunder sind Off-Shoulder-Tops und Kleider mit Volant", rät die Expertin. Die schränken auch die Bewegungsfreiheit nicht ein und sehen toll aus.
  • Kräftige Beine: Verstecken wollen wir ja nichts, aber längere Oberteile wirken immer chic. "Tuniken, Ponchos oder Shirts aus fließendem Material sind ideal. Auch Shapewear kann Wunder wirken. (Aber Vorsicht, achten Sie auf eine gute Passform: Shapewear kann gefährlich werden, etwa wenn sie stark einschneidet.)
  • Etwas mehr Bauch: "Oberweite mit einer höher gesetzten Taille, dem sogenannten Empire-Schnitt, heben zusätzlich die Brust etwas an und sind somit der Geheimtipp für Frauen mit weniger Vorbau." Leichte, fließende Stoffe eignen sich gut, sagt Franziska Bauer. "Die A-Form ist ideal für jede curvy Frau."

Beispiele gefällig? Die gibt's in unserer Bildergalerie:

„Problemzonen“ gibt es nicht

Wer herausgefunden hat, was sein "Figurtyp" ist bzw. eher weiß, was kaschiert, was hervorgehoben werden soll, kann dann also ganz gezielt auf die Suche nach passender Mode gehen, die die eigenen Vorzüge hervorhebt. Die Hauptsache ist, dass Sie sich wohlfühlen – und das passiert mit gut sitzender Kleidung schnell.

Gleichzeitig sollten wir aber wohl auch den Begriff "Problemzonen" aus unserem Wortschatz streichen, schlägt Franziska Bauer vor. "Wir leben nach den Vorstellungen und Idealen anderer. Viele vermeintliche Problemzonen existieren nur, weil uns vorgelebt wird, dass ein Bauch flach, ein Oberschenkel straff und ein Busen prall sein müssen. Entsprechen wir nicht dem gängigen Ideal, schwenken wir gleich die Problemzonenfahne."

Mehr Selbstwertgefühl entwickeln und sich von gängigen Meinungen freizusagen, kann viel bewirken. Und dabei hilft es durchaus, wenn wir uns selbst hübsch fühlen. "Wenn wir ehrlich sind, gibt es bei jedem Menschen Körperstellen, die man lieber mag und welche, die weniger Zuneigung erfahren. Aber das ist ganz normal und kein 'Problem'".

Franziska Bauers Online-Shop Cubell finden Sie zusammen mit weiteren Kleidungstipps hier.

Mode für große Größen stellt auch Donja Pietsch her– warum sie das macht und was ihr dabei wichtig ist, erzählt sie im Interview.

Das Thema Kleider ist übrigens sehr vielfältig. Mehr Infos? Schauen Sie auf unsere Themenseite.

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