10.01.2020

Haarpflege mal anders Haare waschen ohne Shampoo: Die bessere Pflege?

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Haare waschen ohne Shampoo liegt im Trend. Aber wie gut wird das Haar dadurch wirklich gepflegt?

Foto: iStock/skynesher

Haare waschen ohne Shampoo liegt im Trend. Aber wie gut wird das Haar dadurch wirklich gepflegt?

Jeder von uns hat so seine Gewohnheiten, wenn es um Haarpflege und die Frisur geht. Ein Trend: Haarwäsche ohne Shampoo. Doch kann das Haar dadurch wirklich richtig gepflegt werden?

Aufs Shampoo verzichten? Nicht nur einmal, sondern immer? Bei dieser Vorstellung sträuben sich vielen sicher die Nackenhaare – und doch: Immer mehr Menschen schwören aufs Haare waschen ohne Shampoo und schwärmen davon, wie gesund, voll und glänzend ihr Haar dadurch wurde. Eigentlich auch gar nicht verwunderlich: Tiere brauchen für ihr Fell ja schließlich auch keine Extra-Pflege...

Haare waschen ohne Shampoo: Überzeugende Argumente?

Was ist dran an diesem weltweiten Trend, der so genannten "No-Shampoo"-Bewegung? Wirklich eine umweltfreundliche Super-Idee, die Zeit spart und uns näher zu Natur und uns selbst bringt?

Mittlerweile sind sogar Stars wie Sängerin Adele oder Model Miranda Kerr Anhängerinnen der so genannten "No-Shampoo"-Bewegung (oder einfach kurz "No-Poo"-Bewegung). Gründe dafür gibt es einige:

  • Viele Menschen reagieren allergisch auf künstliche oder zu aggressive Inhaltsstoffe,
  • oft sind Pflegeprodukte sehr teuer und schaden der Umwelt,
  • nicht zuletzt wegen des ganzen Verpackungsmaterials.

Doch gleich auf alles verzichten? Würde es nicht reichen, auf Bio-Produkte umzusteigen?

Eine Mutter wagt den Selbsttest

Die Britin Lucy Aitken Read hat vor einiger Zeit allen Pflegeprodukten abgeschworen – die Haare ihrer kleinen Kinder kamen sogar noch nie mit Shampoo in Kontakt. Früher wusch sie ihre Haare alle zwei Tage, so schnell fetteten sie nach. Trotzdem wagte sie das "Ohne"-Experiment.

Für gesundes Haar schwören viele auf Haarpflege ohne Silikone. Die wichtigsten Fakten zu dem Haarpflegetrend haben wir für Sie zusammengestellt.

Natürliche Entstehung von Haarfett

Während der ersten drei Monate nahmen die Haare ein unangenehmes Ausmaß an. Die zweifache Mutter selbst sagt: "Ich trug sehr oft Kopftücher, um die Haare zu verstecken."

Doch dann wurden sie allmählich immer schöner, stärker und glänzender. Wie kommt das?

Shampoos und Conditioner bringen die Talgdrüsen aus der Balance. Die Pflegeprodukte entziehen der Kopfhaut das Fett, sodass die Drüsen verstärkt nachproduzieren. Wir greifen dann wieder zum Shampoo – ein Kreislauf.

"Lassen wir das Shampoo weg, geben wir unserem Haar die Chance, die richtige Menge an Haarfett zu produzieren", so Lucy. "Dies mag sich in ein paar Monaten oder Wochen einstellen – aber irgendwann findet der Körper sein Gleichgewicht." Durchschnittlich soll die Entwöhnungsphase etwa sechs Wochen dauern.

Egal ob splissig, strapaziert oder zu fettig: Mit diesen selbstgemachten Haarkuren pflegen Sie Ihre Haare ganz ohne Chemie:

"No-Shampoo": Tolle Alternativen

Mittlerweile ist aus Lucys Experiment eine Lebenseinstellung geworden. In ihrem Buch "Happy Hair" lesen wir, welche Alternativen es zu konventionellen Pflegeprodukten gibt. Vor allem für die haarsträubende Übergangszeit empfiehlt Lucy

  • das Shampoo durch eine Lösung aus Wasser und Backpulver zu ersetzen,
  • die Spülung durch stark verdünnten Apfelessig.
  • Gründliches Bürsten mit einer Bürste aus Wildschweinborsten reinigt auf mechanische Weise.

"Heute wasche ich die Haare etwa einmal im Monat – hauptsächlich mit Tee, Roggenmehl und Eiern. Einmal in der Woche knete ich Arganöl in die Spitzen", erzählt Lucy.

Mit welchen weiteren Hausmitteln Sie Ihr Haar pflegen können, erfahren Sie auch bei uns auf bildderfrau.de.

Denn auch mit saurer Rinse lassen sich spröde und stumpf aussehende, widerspenstige Haare leicht bändigen. Probieren Sie die Spülung aus.

Die Haare sauber bürsten: Wie soll das gehen?

Auch die "Haarpraktikerin" Bettina Molinari, die ihre Kunden bei Kopfhaut-, Haar-und Hautproblemen berät, bestätigt: "Der Körper scheidet über die Kopfhaut Talg, Schweiß und andere Stoffe aus. Schweiß ist zum Beispiel wasserlöslich, da würde also gründliches Spülen mit Wasser ausreichen – bei Talg hingegen nicht. Wir können den Talg teilweise durch tägliches Bürsten entfernen. Allerdings bleibt auf dem Haar immer ein leichter Schmierfilm, den viele Menschen nicht wollen."

Und wie werden Haare richtig sauber gebürstet?

  • Die Haarbürste: "Ich empfehle Kunden Bürsten mit Wildschweinborsten. Die Borsten nehmen Talg wie Löschpapier auf."
  • Trick zum Bürsten: "Man teilt den Kopf in Zonen auf. Erst bürstet man kopfüber von hinten nach vorne, dann von einer Seite über dem Ohr zur anderen und umgekehrt. Als nächstes den Kopf heben und die Haare von oben nach hinten bürsten. Wichtig ist, immer mit der freien Hand nachzustreichen – so wirken wir der statischen Aufladung entgegen. Empfohlen wird auch morgens zu bürsten. Wer das nicht schafft, kann es natürlich abends machen."
  • Kopfmassage: "Eine Kopfmassage durchblutet und entschlackt die Kopfhaut – sie wirkt aber nicht reinigend wie das Bürsten. Die Massage kann das Bürsten nur ergänzen, nicht ersetzen."

Mit gutem Gewissen zum Shampoo greifen

Wer nicht so abenteuerlich ist wie die Britin oder auf Pflegeprodukte nicht ganz verzichten mag, kann auch guten Gewissens zu Shampoo greifen, welches sorgsam ausgewählt ist.

"Die Schönheits-Industrie verwendet viele umstrittene Stoffe – zu ihren Produkten gibt es aber genug Alternativen, man muss auf nichts verzichten", sagt Bettina Molinari. Sie selbst wäscht sich auch täglich die Haare. Wir sehen also: Es gibt kein Richtig oder Falsch. Gut ist, womit wir uns wohlfühlen!

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Sie wollen das Haarewaschen ohne Shampoo eher nicht ausprobieren? Kein Problem! Weitere Ratgeber sowie Beauty-Rezepte für eine gesunde Haarpflege finden Sie auf unserer umfangreichen Themenseite.

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Wir haben außerdem diese 10 Lebensmittel die Ihren Haaren gut tun – und zwar ganz schonend und natürlich!

Dieser Beitrag erschien auch in der FUNKE-Zeitschrift "Herzstück".

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