18.12.2017

Botox in die Kopfhaut Blowtox: Was ist dran am Beauty-Trend für mehr Haarvolumen?

Spritze nicht nur gegen Fältchen: Blowtox bezeichnet das Spritzen von Botox in die Kopfhaut – für länger frische Haare. Denn Botox hemmt die Schweißproduktion.

Foto: iStock/mabe123

Spritze nicht nur gegen Fältchen: Blowtox bezeichnet das Spritzen von Botox in die Kopfhaut – für länger frische Haare. Denn Botox hemmt die Schweißproduktion.

Ein Trend aus New York macht sich langsam auch bei uns breit: Blowtox. Dabei soll Botox in der Kopfhaut schwitzige und damit hängende Haare vermeiden – damit die Föhnfrisur auch beim Sport und bei Hitzewallungen perfekt sitzt. Was ist dran?

Im ersten Moment klingt’s wirklich befremdlich: "Blowtox" heißt er, ein neuer Trend, der gerade die Beauty-Welt um den Verstand bringt. Dabei wird Botox in die Kopfhaut gespritzt. Das Ziel: mehr Volumen, aber auch weniger fettige Haare. Aber funktioniert das auch?

Botox ist mittlerweile ein recht anerkanntes Mittel, um kleine Gesichtsfältchen auszubügeln und ein jugendliches Aussehen zu erhalten. In kleinen Mengen wird es mit feinen Spritzen unter die Haut gebracht. Das Ziel: Das Nervengift lähmt die behandelte Gesichtsmuskulatur minimal. Durch die eingeschränkte Mimik werden Falten bekämpft.

Mit Blowtox gegen schwitzige Haare

Der Hintergrund: Das Nervengift Botox schränkt nicht nur die Muskelbewegung ein, sondern hemmt auch die Schweißproduktion. Das Protein, das hinter dem bekannten Schönheitsmittel steckt, hemmt den Neurotransmitter Acetylcholin. Der wiederum ist eigentlich für die Produktion von Schweiß zuständig. Kann er nicht mehr richtig arbeiten, sinkt die Schweißkonzentration auf der Haut. Und das kommt gerade auf der Kopfhaut besonders gut. Denn Schweiß und produziertes Kopfhautfett lassen die Haare irgendwann strähnig aussehen – bei manchen mehr und schneller als bei anderen.

Botox in die Kopfhaut – damit die Föhnfrisur hält: Ist das gut?

Der Name "Blowtox" kommt übrigens nicht davon, dass die Kopfhaut mit Botox "vollgeblasen" wird, sondern von einem eigentlich anderen Trend: dem Blow-Out-Look. Bei dieser Styling-Art werden die Haare mit dem Föhn voluminös in Form gebracht. Werden sie aber feucht, fallen sie schnell wieder platt zurück an den Kopf. Und da Schweiß die Haare am Ansatz befeuchtet, will dieser natürlich verhindert werden. Fazit: Weniger Schweißproduktion lässt die Föhnwelle einfach länger halten.

Gerade bei Frauen, die gerne und viel zum Sport gehen, auf den Volumenlook aber nicht verzichten wollen, soll der Blowtox-Trend gut ankommen. Aber auch Frauen mit Hitzewallungen profitieren davon – denn Schweiß auf der Kopfhaut lässt die Haare einfach schnell nicht mehr schön aussehen.

Den Nachteil können Sie sich allerdings wahrscheinlich denken: Zwar gilt Botox in solch geringen Dosen als ungiftig und wird vom Körper innerhalb eines halben Jahres vollständig abgebaut, aber dennoch ist und bleibt es ein Nervengift.

Übrigens gibt es die Behandlung in den USA schon länger, der Trend ist schon seit ein paar Jahren bekannt. So richtig in Deutschland angekommen ist er aber noch nicht – wir sind gespannt, ob sich die Blowtox-Behandlung hier durchsetzt. Immerhin kostet eine Sitzung aktuell mindestens 400 Euro. Dann vielleicht doch lieber erstmal andere Frisuren ausprobieren oder die Haarpflege anpassen?

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