07.11.2017

Natur im Tiegel Creme selber machen: So stellen Sie Ihre eigene Kosmetik her

Creme selber machen bietet so einige Vorteile. Der größte: Sie wissen genau, womit Sie Ihre Haut pflegen.

Foto: iStock/Ridofranz

Creme selber machen bietet so einige Vorteile. Der größte: Sie wissen genau, womit Sie Ihre Haut pflegen.

Selbstgemachte Naturkosmetik gewinnt immer mehr an Beliebtheit. Bei selbst zusammengerührten Pflegeprodukten wissen Sie immerhin, was drin steckt. Wie Sie Creme selber machen können, verraten wir Ihnen hier.

Wer sich eine Creme selber machen möchte, muss ein paar Dinge beachten. Ein Hexenwerk ist das Ganze aber zum Glück nicht. Das Gute: Es gibt sehr einfache Rezepte, mit denen Sie beginnen können. Und mit mehr Übung können Sie sich dann nach und nach an Komplizierteres wagen. Was Sie grundsätzlich beachten müssen, fassen wir Ihnen hier zusammen – und geben Ihnen einfach umsetzbare Rezepte mit auf den Weg.

Creme selber machen: Das benötigen Sie

Generell sollten Sie bei der Cremeherstellung vor allem auf Sauberkeit achten. Schaffen Sie sich am besten nach und nach ein Arsenal an Gerätschaften an, das Sie nur für die Kosmetikherstellung nutzen – sofern Sie öfter selbst mischen möchten. Saubere Marmeladengläser zum Anrühren eignen sich übrigens ausgezeichnet. Glasstäbe zum Rühren oder zumindest saubere Löffel legen wir Ihnen ebenfalls ans Herz. Eine Waage ist wichtig, um auf 1 g genau abzuwägen. Ebenso können ein bis zwei Glasthermometer nicht schaden. Aufbewahren lässt sich selbstgemachte Creme in gut gereinigten Tiegeln.

Was Sie sonst noch beachten müssen, wenn Sie Naturkosmetik selber machen, lesen Sie hier.

Cremes sind eine Emulsion – und die stellen Sie so her

Damit eine Creme inklusive ihrer Pflegestoffe gut in die Haut einzieht und keinen Fettfilm auf der Haut hinterlässt, muss sie neben einem fettlöslichen Teil auch Wasser sowie einen wasserlöslichen Teil beinhalten. Man sagt dazu auch, dass Cremes aus einer Fettphase und einer Wasserphase bestehen. Da sich beides normalerweise aber nicht verbindet, benötigen Sie einen Emulgator wie Emulsan oder Wollwachs. Zwei Arten von Emulsionen gibt es:

  • Öl-in-Wasser-Emulsion – vor allem für eher fettige oder normale Haut geeignet
  • Wasser-in-Öl-Emulsion – für sehr trockene Haut geeignet

Das Ganze ist allerdings noch einmal eine Wissenschaft für sich. Prinzipiell werden erst alle fetthaltigen oder fettlöslichen Bestandteile gemixt sowie alle wässrigen und wasserlöslichen. Der Emulgator wird meist der Fettphase beigefügt. In der Regel werden nun beide Phasen erwärmt. Anschließend wird die Wasserphase langsam und unter ständigem Rühren der Fettphase zugegeben, wobei sich die Konsistenz verändert. Am Ende, bis alles wieder erkaltet ist, sollte eine Creme entstanden sein. Dabei gibt es je nach Zusätzen unterschiedliche Vorgehensweisen.

Vom pH-Wert und Konservierungsstoffen

Wenn Sie eine Creme selber machen, sollten Sie beim Anrühren immer den pH-Wert im Auge behalten, wenn Sie noch andere Stoffe wie ätherische Öle, Kräuterauszüge oder auch beispielsweise Lichtschutzfaktor hinzufügen wollen. Dazu einfach mit einem Stück pH-Papier messen. Der pH-Wert sollte für eine Hautcreme bei etwa 5,5 liegen. Meist ist der Wert ein bisschen zu alkalisch. Sie können mit Zitronensaftkonzentrat nachhelfen. Einfach tröpfchenweise einarbeiten.

Da Sie bei den meisten Cremes mit Wasser arbeiten, hält sich ein selbst zusammengerührtes Gemisch im Kühlschrank etwa eine Woche. Cremes, die länger halten sollen, können Sie portionsweise einfrieren – oder einen Konservierer hinzufügen.

Grundrezept: Calendula-Creme

Ein tolles Grundrezept von meinekosmetik.de, um eine Creme selber zu machen, arbeitet mit Calendulaöl. Hier gibt es weitere tolle Ideen damit. Wahlweise können Sie noch ätherische Öle und Kräuterauszüge oder Bisabolol und andere pflegende Stoffe hinzugeben.

Für die Fettphase benötigen Sie:

  • 13 g Calendulaöl
  • 4 g Emulsan
  • 4 g Cetylalkohol (dieser muss im Öl gelöst werden)

Die Wasserphase besteht aus 60 g Wasser.

Dann fügen Sie noch folgendes hinzu:

  • 1-1,5 ml D-Panthenol (ein halber Messlöffel a 2,5 ml)
  • 15 Tropfen Alpha-Bisabolol
  • 2 Tropfen Laveldelöl

Wer das Ganze doch konservieren möchte, gibt zehn Tropfen Grapefruitkernextrakt-Kaliumsorbat-Gemisch hinzu.

  1. Für die Fettphase mischen Sie die drei Zutaten auf 65-68 °C. Auch das Wasser sollte diese Temperatur aufweisen. Dieses fügen Sie nun unter ständigem Rühren der Fettphase zu. Dann lassen Sie das Ganze abkühlen, bis die Mischung handwarm ist. Nun geben Sie die anderen drei bzw. vier Zutaten hinzu.
  2. Beachten Sie, dass der Konservierungsstoff unter starkem Rühren hinzugegeben werden muss, da der Grapefruitkernextrakt die Creme erst einmal ausflocken lässt.
  3. Ist alles homogen vermischt, füllen Sie die Creme in einen Tiegel.

Schnell gemacht: Cremes auf Ölbasis

Es gibt aber auch noch ein paar ganz einfache Cremes und Salben, die Sie schnell selbst herstellen können und für die Sie nicht einmal einen Emulgator benötigen, da sie nur aus einer Ölphase bestehen. Beachten Sie aber, dass Sie trotzdem sauber arbeiten – dann halten Ihre selber gemachten Cremes so lange wie die einzelnen Inhaltsstoffe. Hier arbeiten wir mit Jojoba- und Mandelöl sowie Sheabutter und können so eine Creme selber herstellen. Mehr über die besten Beauty-Öle aus der Natur erfahren Sie hier bei uns.

Hand- und Gesichtscreme sowie Body Lotion mit Sheabutter

Sie benötigen:

  • 40 g Sheabutter
  • 10 g Jojoba- oder Mandelöl
  • Ein paar Tropfen ätherisches Öl nach Wunsch (beispielsweise Lavendel, Orange, Kamille, Calendula…)

Dann kann es losgehen:

  1. Schmelzen Sie die Sheabutter abgedeckt im Wasserbad. Gleichzeitig erwärmen Sie das Öl vorsichtig auf dieselbe Temperatur wie die Butter.
  2. Ist die Sheabutter flüssig, geben Sie das Öl hinzu und ergänzen nach Belieben noch ein paar Tropfen des ätherischen Öls.
  3. Verrühren Sie alles und füllen Sie es in saubere Tiegel. Nach einigen Stunden ist die Creme fest und kann benutzt werden.

Wenn Sie dieses Rezept ein wenig in der Menge variieren und 80 g Sheabutter sowie 40 g Mandelöl nutzen, können Sie sich eine Bodylotion anrühren. Und die ist ohne oder mit nur wenig ätherischem Öl auch für Babyhaut geeignet.

Da kein Wasser mit eingerührt wurde, hält sich die Creme auch etwas länger – nämlich so lange wie das kürzeste Haltbarkeitsdatum der Zutaten. Jedenfalls sofern Sie wirklich sauber gearbeitet haben.

Der letzte Schritt: Immer etikettieren

Ganz wichtig: Wenn Sie eine Creme selber gemacht oder andere Naturkosmetik hergestellt haben – auf die befüllten Tiegel gehört immer ein Etikett mit dem Herstelldatum und das ungefähre Ablaufdatum. So können Sie sicher sein, dass Ihre Kosmetik noch "gut" ist, bevor Sie sie benutzen. Kurz dran schnuppern hilft auch weiter. Riecht die Creme ranzig, sollten Sie dann doch lieber auf eine frischere Alternative zurückgreifen.

Jetzt wünschen wir Ihnen aber erst einmal viel Spaß beim Creme selber machen!

Weitere spannende Infos und Tipps zum Thema Hautpflege gibt's auf unserer Themenseite.

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