14.02.2020

Fettig, glanzlos, schuppig... Haare kaputt? Die Ursachen – und was Sie tun können

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Kaputte Haare – was tun?
Di, 18.02.2020, 11.32 Uhr

Kaputte Haare – was tun?

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Brüchig, schuppig, glanzlos, fettig oder ausfallend? Diese Haarschäden sind echte "Volkskrankheiten". Doch oftmals wissen die Betroffenen sich nicht zu helfen, weil die Ursachen für kaputtes Haar unklar sind. Wir sagen Ihnen, was Sie tun können.

Mit Haarschäden hat wohl jede Frau (und jeder Mann) mal zu kämpfen. Äußere und innere Faktoren, die zu Haarbruch, -ausfall, Schuppen oder Glanzlosigkeit führen, gibt es zuhauf. Sie haben mit kaputtem Haar zu kämpfen, kennen die Ursache aber nicht? Dann erfahren Sie hier die typischen Gründe für häufige Haarschäden und wie Sie diese selber beheben können.

Kaputte Haare: Das hilft bei den häufigsten Haarproblemen

Brüchiges Haar

Spröde, brüchig, trocken – diese Merkmale treffen auf unser Haar mit am häufigsten zu. Denn äußere Faktoren wie zu heißes Föhnen, Färben und straffe Zöpfe können die Haarstruktur schädigen. Das hilft: Pflegen Sie mit besonders milden Produkten. Stellen Sie den Föhn auf eine niedrige Temperatur ein. Ein altes Hausmittel, das die Struktur glättet: einmal wöchentlich vor dem Waschen etwas Öl in die Haarspitzen massieren und einwirken lassen, dann wie gewohnt waschen.

Auch bestimmte Mangelzustände können sich auf das Haar auswirken. Fehlt es dem Körper an Mineralstoffen wie Eisen und Kalzium, zeigt sich das an trockenem Haar, aber auch an schuppiger Haut und brüchigen Fingernägeln. Ausgleich schafft eine Umstellung der Ernährung. Sie sollte ab und an ein Stück Bio-Fleisch, täglich Nüsse, Vollkorn- und Milchprodukte enthalten.

Bei Frauen steckt oft eine Schilddrüsenunterfunktion hinter brüchigem, kaputtem Haar. Das Organ produziert zu wenig Hormone, was den gesamten Stoffwechsel drosselt. Hier bringt auch die beste Pflege nichts, erst muss die eigentliche Ursache beseitigt werden, damit die Haare wieder kräftig und glänzend nachwachsen. Das geht nur über die Einnahme von Schilddrüsenhormonen, die der Arzt verschreibt.

Schuppige Kopfhaut

Weiße Pünktchen, die auf den Kragen rieseln – unschön, aber zum Glück meist harmlos. Dennoch: Kaum ein Kopfhaut-Problem kann so viele unterschiedliche Ursachen haben. Ärzte unterscheiden zunächst nach der Beschaffenheit der Schuppen.

Trockene Schuppen entstehen fast immer durch eine zu trockene Kopfhaut. Schuld daran können Heizungsluft im Winter, Sonneneinstrahlung im Sommer, tägliches Waschen oder auch die Hormonumstellung in den Wechseljahren sein. Waschen Sie Ihr Haar höchstens alle zwei Tage und nur in einem Durchgang. Spezialshampoos nicht länger als vier Wochen verwenden. Denn die Produkte trocknen ihrerseits die Kopfhaut aus. Bei Aufenthalten in der Sonne schützt ein Hut Haar und Kopfhaut und kaputte Haare treten seltener auf.

Fettige Schuppen treten häufig in Lebensphasen auf, die von einer Hormonumstellung geprägt sind, bei Frauen in den Wechseljahren zum Beispiel. Gesellt sich zu den fettigen Schuppen eine juckende Kopfhaut, dann haben sich vermutlich Hefepilze dort eingenistet. Auch bei einem sogenannten seborrhoischen Ekzem kommt es zu diesen Symptomen. Pflegen Sie sanft und mild und verwenden Sie nicht zu viele Styling-Produkte, die die Haut reizen. Auch Hausmittel gegen Schuppen können helfen.

Tipp: Weil kosmetische und krankhafte Ursachen von Laien kaum zu unterscheiden sind, sollten Sie bei hartnäckigen Schuppen den Hautarzt zu Rate ziehen. Bei roter, juckender Kopfhaut kann eine entzündungshemmende Therapie nötig sein.

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Glanzloses Haar

Weich und seidig wünschen wir uns unser Haar. Steht es struppig und matt vom Kopf, muss das nicht unbedingt Pflegefehler als Ursache haben. Zwar sind austrocknende Haarwäschen, falsches Färben oder das beherzte Trockenrubbeln mit dem Handtuch nach der Wäsche hin und wieder schuld – und leicht abzustellen. Aber meistens liegen die Ursachen tiefer.

Oft fehlen dem Körper ganz einfach Nährstoffe wie Zink – oder Biotin: Dieses H-Vitamin fördert nämlich den Aufbau von Keratin, dem Hauptbestandteil des Haares. Die empfohlene Tagesmenge von etwa 30 bis 60 Mikrogramm Biotin am Tag wird mit einer ausgewogenen Ernährung gedeckt. Bei Anhängern von Fastfood oder einseitigen Diäten kann es aber zu einer Unterversorgung kommen. Dann knabbern Sie am besten täglich eine Handvoll Erdnüsse. Weil die Kerne auch Zink liefern, schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Auch eine Banane oder ein Ei sind gute Biotin-Lieferanten. Kaputte Haare entstehen so gar nicht erst.

Tipp: Bürsten Sie Ihr Haar. Es müssen nicht jeden Tag die sprichwörtlichen 100 Striche sein, aber das Bürsten regt die Talgproduktion der Kopfhaut an und verteilt das natürliche Fett im Haar. Achten Sie beim Kauf der Bürste auf Qualität. Die Borsten sollten aus hochwertigem Kunststoff sein und nicht zu eng stehen. So gleiten sie leicher. Spülen Sie nach dem Waschen mit einer 1:1-Mischung aus Essig und Wasser. Das bringt den Glanz zurück.

Ausfallendes Haar

Unter Haarausfall leiden Sie laut Definition erst, wenn Sie mehr als 100 Haare pro Tag verlieren. Nährstoffmangel, Hormonschwankungen, Stress oder eine erbliche Veranlagung können die Gründe sein. Oft überschneiden sich die Ursachen mit denen anderer Haarprobleme. Darum sollte man bei übermäßigem Haarverlust einen Hautarzt aufsuchen. Nur er kann sicher feststellen, woran es liegt, und falls nötig Medikamente verschreiben.

Das kann helfen: Hängt der Haarverlust mit den Wechseljahren zusammen, schützen spezielle Shampoos die Haarwurzeln. So wird der schädigende Einfluss der sich verändernden Hormone abgemildert, wie klinische Tests belegen. Das Haar kann sich wieder erholen.

Fettiges Haar

Schon Stunden nach dem Waschen hängt das Haar wieder strähnig herunter? Betroffene versuchen meist, das Problem durch noch häufigeres Waschen in den Griff zu bekommen. Und machen dadurch alles noch schlimmer. Denn das reizt die Kopfhaut, die noch mehr Fett produziert, um sich zu schützen.

Das hilft: Waschen Sie Ihre Haare nicht öfter als einmal am Tag. Wasser und Föhn sollten kühl eingestellt werden, um die Talgproduktion nicht zusätzlich anzuregen. Waschen Sie Ihr Haar einmal in der Woche mit lauwarmem Heilerde-Wasser. Dafür werden drei Esslöffel Heilerde mit einem Liter Wasser verrührt und anstelle von Shampoo verwendet. Nach kurzem Einwirken gut ausspülen.

Vorzeitiges graues Haar

Vorweg gesagt: Graue Haare sind keine kaputten Haare. Die Veranlagung ist vererbt. Kommt es in jungen Jahren dazu, drosselt der Körper die Produktion der Aminosäure Tyrosin, damit des Pigments Melanin. Es wird immer weniger im Haarschaft eingelagert, aber immer mehr Luftbläschen. Das Auge nimmt sie als schlohweiß wahr. Das kann der Grund sein: Stress, Schlafstörungen, Schilddrüsen-Überfunktion, starker Eisenmangel, Übersäuerung.

Das unterstützt Ihr Haar: Auf basische Ernährung setzen mit viel Spinat, Kohlrabi, Blattsalaten, Fenchel, Grünkohl, Sellerie, Bananen, Aprikosen, Rosinen. Selten Säurebildner essen: z. B. Reis, Milchprodukte, Käse, Fleisch, Wurst, Fisch, Eier, Getreide. Eine Melanin-anregende Wirkung haben Karotten, Stachelbeeren und der Heilpilz Zunderschwamm (Apotheke).

Weitere wertvolle Haarpflege-Tipps finden Sie auf unserer Themenseite! Mit unseren Ratgebern und Rezepten sind kaputte Haare bald Geschichte.

Dieser Beitrag erschien zuerst in der FUNKE-Zeitschrift "Neue Welt".

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