27.10.2017 - 14:26

Ideen und Tipps: Naturpflege Naturkosmetik selber machen: Darauf müssen Sie achten

Naturkosmetik selber machen: Mit natürlichen und selbst frischen Zutaten aus Vorratsschrank und Küche stellen Sie ganz einfach Helfer für Haut und Haar her.

Foto: iStock/Dmytro_Ostapenko

Naturkosmetik selber machen: Mit natürlichen und selbst frischen Zutaten aus Vorratsschrank und Küche stellen Sie ganz einfach Helfer für Haut und Haar her.

Selbst hergestellte Kosmetik liegt voll im Trend – und das aus gutem Grund. Sie können selbst bestimmen, was Sie nutzen. Ein paar wichtige Hinweise und Tipps haben wir für Sie zusammengestellt.

Selbst machen lautet die Devise – nicht nur Kleidung & Co. lassen sich eigenständig zu Hause herstellen. Auch Kosmetik aus eigener Hand liegt voll im Trend. Der Vorteil daran, Naturkosmetik selber zu machen: Sie wissen ganz genau, was drin ist und können sich sicher sein, keinerlei Konservierungsstoffe oder gesundheitlich bedenkliche Chemikalien an Haut und Haar zu lassen. Ein paar Ideenvorschläge und Tipps für die Umsetzung gefällig?

Naturkosmetik selber machen ist nicht schwierig

Naturkosmetik herstellen muss nicht einmal herausfordernd sein und bedarf auch nicht zwingend teurer Grundzutaten. Vieles steht nämlich bereits in Ihrem Kühl- oder Vorratsschrank. Ob Öle oder frisches Obst und Gemüse wie Avocado und Gurke sowie Zucker, Zitrone und Honig für Peelings und Masken – es lässt sich so einiges für die Schönheit kombinieren.

Dabei brauchen Sie keine Bedenken haben, etwas zu verschwenden. Nutzen Sie doch einfach den Rest der Gurke vom Salat am Mittag. Auch Kaffeesatz lässt sich wunderbar als Peeling recyclen.

Ein wenig anders sieht es aus, wenn Sie selbst etwas anrühren möchten, das ein wenig länger hält – beispielsweise Cremes und Lotionen oder Shampoos. Im Folgenden bieten wir Ihnen einen Überblick.

Tolle Helfer aus der Küche

Mit Honig und etwa Zucker beispielsweise lassen sich fantastische Lippenpeelings herstellen. Aber auch allein gibt Honig spröden Lippen wieder Kraft.

Vom Frühstück ist noch etwas Kaffeesatz übrig? Auf keinen Fall wegwerfen, sondern einfach mit unter die Dusche nehmen. Die gemahlenen Bohnen eignen sich nämlich wunderbar als Peeling und sorgen für weiche Haut – die durch die Öle aus dem Kaffee gleich noch geschmeidiger wird. Auch gemischt mit hausgemachter Seife oder Kokosöl lässt sich der Kaffeesatz anwenden. Ein paar tolle Peeling-Rezepte geben wir Ihnen hier an die Hand.

Mit frischen Zutaten können Sie sich außerdem fantastische Gesichtsmasken herstellen – ob Sie Ihre Gesichtshaut reinigen wollen, sie nähren möchten oder einfach nur nach Entspannung suchen. Fünf Ideen für selbstgemachte Gesichtsmasken finden Sie hier.

Öle: Nicht nur für die innerliche Anwendung

Öle sind eine wahre Wunderwaffe – nicht nur gegen trockene Haut und Haare, sondern auch, um selbige zu revitalisieren. Dabei kommt es aber auf das Öl sowie dessen Qualität an. Sind Zusatzstoffe beigemischt, sollten Sie die Anwendung überdenken.

Toll eignet sich natives Olivenöl. Es dringt schnell in unsere Haut ein und pflegt auch die Haare. Arganöl hat sich vor allem in der Haarpflege bewährt, da es die Haarstruktur glättet und die Haare gleichzeitig mit Feuchtigkeit versorgt. Aber auch trockene Haut bekämpft das sogenannte "marokkanische Gold".

Kokosöl wird ebenfalls eine große Wirkung nachgesagt – zu Recht, denn es besitzt viele Vitamine und Mineralstoffe – und riecht dazu auch noch nach Urlaub. Mehr Infos über Beauty-Öle aus der Natur können Sie bei uns nachlesen.

All diese Öle eignen sich übrigens auch, um Naturkosmetik selber zu machen, da sie als Träger oder verbindendes Element genutzt werden können.

Etwas herausfordernder: Eigene Cremes & Co.

Für selbst angerührte Cremes, Shampoos oder Badezusätze, die auch einmal ein bisschen länger halten sollen, benötigen Sie bestimmte Rohstoffe, die Sie im Fachhandel erwerben können.

Wenn Sie sich an solche, etwas mehr herausfordernde Rezepte heranwagen möchten, gibt es gewisse Grundregeln zu beachten. Hygienisch arbeiten ist eine davon. Außerdem sollten Sie auf den richtigen pH-Wert achten.

Nicht zwingend ein neutrales Thema: der pH-Wert

Aber was ist das überhaupt? Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch eine wässrige Lösung ist. Reines Wasser ist dabei genau in der Mitte der von 0 bis 14 reichenden Skala angesiedelt – bei 7. Auch unser Körper besitzt einen pH-Wert, der allerdings im leicht sauren Bereich liegt, je nach Körperstelle. Die Haut weist in der Regel einen pH-Wert von 5,5 auf. Somit wird dieser Wert auch als "hautneutral" bezeichnet. Körperpflege sollte sich daher also auch in diesem Bereich befinden.

Bei den Haaren darf es ein wenig saurer sein. Die Mähne auf dem Kopf freut sich über einen pH-Wert von 4,5. Und da wären wir auch gleich bei einem guten Tipp für gesundes, glänzendes Haar dank Naturpflege: Spülen Sie Ihre Haare mit einer sauren Rinse aus Apfelessig oder Zitronensaft (2 EL auf 1 Liter Wasser). Das schließt die Schuppenschicht der Haare und lässt sie schön strahlen.

Testen lässt sich der pH-Wert übrigens am besten mit Teststreifen aus dem Laborbedarf.

Ganz wichtig: Die Haltbarkeit

Es ist nicht so einfach, die Haltbarkeit von selbst hergestellter Naturkosmetik zu bestimmen – denn da fließen einige Faktoren ein. Sie können die Haltbarkeit Ihrer Pflege jedoch beeinflussen. Die wichtigsten Gebote:

  1. Hygiene: Wichtig ist vor allem, dass Sie hygienisch arbeiten! Das bedeutet nicht nur, Arbeitsgeräte heiß abzuwaschen und Hände zu desinfizieren, sondern am besten gleich alle Behältnisse, die dafür geeignet sind (Glas, Metall), abkochen. Auch die Arbeitsfläche sollten Sie mit Essigreiniger, Alkohol (möglichst hochprozentig) oder Desinfektionsmittel reinigen.
  2. Frische Inhaltsstoffe: Wenn Sie Öle oder andere Rohstoffe im Kosmetikfachhandel bestellen, achten Sie auf die Haltbarkeit. Auch ein Bio-Siegel sagt viel aus – wenn Sie möglichst chemiefrei arbeiten möchten.

Damit Sie immer wissen, wann Sie eine Naturkosmetik hergestellt haben: Etikettieren Sie sie und schreiben Sie das Herstellungsdatum darauf. So können Sie einschätzen, wie lange etwas in etwa haltbar ist.

Eine Faustregel besagt: Selbstgemachte Kosmetik läuft spätestens mit dem frühesten Haltbarkeitsdatum eines Rohstoffes ab.

Produkte mit frischen Zutaten schnell verbrauchen

Ist also etwas wirklich Frisches wie Obst, Gemüse, Kräuter und Wurzeln oder auch Kaffeesatz und bereits benutzter Tee eingerührt, sollten Sie das Produkt so schnell wie möglich, am besten innerhalb einer Woche verbrauchen. Auch Kosmetika auf Wasserbasis sollten nicht viel länger aufbewahrt werden.

Bestehen die Kosmetika aber auf Ölbasis und haben Sie ansonsten nur getrocknete Zutaten verwendet, dann können die fertigen Produkte bei hygienischer Herstellung, langer Haltbarkeit der Zutaten und guter Lagerung mehrere Monate bis sogar Jahre halten.

Auf die Lagerung kommt es also auch an: Bewahren Sie Ihre Naturkosmetik an einem kühlen, dunklen Ort auf und schützen Sie sie vor Feuchtigkeit. Dabei ist der Kühlschrank nicht immer der Ort der Wahl. Für viele ölbasierte Mittelchen ist es dort nämlich tatsächlich zu kalt.

Sie wollen Beauty-Produkte selber machen? Dann entdecken Sie unsere tollen Schönheitsrezepte!

Naturkosmetik anrühren: Das benötigen sie

Einen Grundstock an Materialien sollten Sie vorrätig haben:

  • Saubere Behälter, für den Einstieg eignen sich auch (saubere!) Marmeladengläser
  • Rührgeräte, am besten Glasstäbe. Löffel können Sie ebenfalls nutzen
  • Messgeräte: Löffel oder auf 1 g genaue Waage
  • Saubere Töpfe oder Pfannen fürs Wasserbad
  • Saubere Tiegel für die Aufbewahrung

Sind Sie im Selbermachen von Naturkosmetik fortgeschrittener, können Sie auch über die Anschaffung von Messbechern und Messzylindern, einem speziellen Mixer, Thermometern, Pipetten sowie einem Mörser extra für die Kosmetik nachdenken.

Lust an eigener Kosmetik bekommen? Dann schauen Sie sich doch einmal diese einfachen Rezepte an: Schönheitsprodukte lassen sich nämlich schon ganz einfach herstellen.

Noch mehr tolle Ideen für selbstgemachte Naturkosmetik hat die Moderatorin und Bloggerin Elna-Margret Prinzessin zu Bentheim und Steinfurt in petto, die uns im Interview Rede und Antwort stand.

Weitere Artikel zum Thema Hautpflege finden Sie auf unseren Themenseiten. Schauen Sie sich um!

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe