09.11.2017

Skurriler Asien-Trend Lippenverkleinerungen sind angesagt

Volle Kussmund-Lippen? In Asien kein Schönheitsideal, sondern das Gegenteil davon: Schmallippigkeit ist dort jetzt angesagt.

Foto: iStock/John Sommer

Volle Kussmund-Lippen? In Asien kein Schönheitsideal, sondern das Gegenteil davon: Schmallippigkeit ist dort jetzt angesagt.

Seit Jahren lassen sich Frauen die Lippen aufspritzen, um einen vollen Kussmund zu haben. Jetzt geht der Trend zumindest in Asien zur Lippenverkleinerung.

Der Körper ist für viele eine lebenslange Baustelle. In Deutschland ist die beliebteste Schönheits-Operation die Brustvergrößerung durch ein Silikon-Implantat, gefolgt von einer Lidstraffung und einer Fettabsaugung. Auch die Lippen lassen sich viele korrigieren, denn vor allem Frauen wollen einen vollen Schmoll- und Kussmund.

In Asien hingegen geht der Trend in eine völlig neue Richtung. Hier sind Lippenverkleinerungen in Herzform derzeit der letzte Schrei, was auch der plastische Chirurg und Schönheits-Experte Dr. Peyman Bamdad aus Berlin Dahlem bestätigen kann.

In Deutschland ist Lippenunterspritzung sehr angesagt

In unseren Breitengraden sind allerdings nach wie vor volle Lippen gefragt. "Die Behandlung der Lippen mit Füllmaterialien oder Eigenfett gilt neben einer Unterspritzung der Augenringe als Königsklasse in der Gruppe Faltenbehandlung/Volumenbehandlung", so Dr. Bamdad.

Der Trend aus Asien ist allerdings auch schon zu ihm herübergeschwappt: „Diese Modeerscheinung ist mir bekannt. Die gegenwärtige Welle von Lippenverkleinerungen ist aber eine ganz andere Behandlung als die Lippenaufspritzung und wird häufig bei Asiaten und dunkelhäutigen Kunden angefragt. In Deutschland eher seltener. Ethisch bedingt sind in der asiatischen und afrikanischen Population die Lippen sehr voluminös. Dies kann durch eine Lippenreduktions-Operation korrigiert werden“, erklärt Dr. Bamdad gegenüber bildderfrau.de.

So funktioniert's

Schmale, herzförmige Oberlippen sind derzeit vor allem in Asien das Ziel. Dazu wird in einer 30 bis 60 minütigen ambulanten OP ein Gewebestreifen an der Mundschleimhaut aus der Oberlippe entfernt und danach vernäht. Die Narbe verläuft auf der Innenseite der Lippe und ist somit nicht zu sehen. Auf den Social Media Kanälen gibt es unter dem Hashtag „Lipreduction“ zahlreiche Beispielfotos zu sehen.

Nicht gerade ungefährlich

Dr. Peyman Bamdad steht diesem Trend eher kritisch gegenüber, sieht sogar ein Gefahrenpotenzial: „Dass jetzt plötzlich zusätzlich eine herzförmige Formveränderung der Oberlippe durchgeführt wird, ist nicht nur geschmacklos, sondern auch ein Behandlungsfehler. Schließen die Lippen durch solche Operationen den Mund nicht mehr richtig ab, trocknet die Schleimhaut aus. Hinzu kommt, dass eine Korrektur eine äußerst komplexe Behandlung darstellt. Wie die Erfahrung zeigt, wird durch diese unseriösen Behandlungen, die ästhetische Chirurgie in der Gesellschaft tabuisiert. Mein Fazit: Nicht nur geschmacklos, sondern häufig auch irreversibel.“

Kurioser Trend

So kurios der Trend für uns Westliche auch sein mag, für Asiaten ist es das normalste der Welt. Schon seit Jahren streben sie ein westliches Aussehen an. Dafür lassen sie sich nicht nur ihre Haut bleichen, sie lassen auch ihre Augenlider operieren, um die Schlupflider loszuwerden und große, offene Augen zu bekommen. Was bei uns also Brustvergrößerungen sind, sind für die Asiaten westliche Augen. Und jetzt eben schmale Lippen. Angesichts des Erfolgs von Hyaluronsäure zur Lippenaufspritzung in Deutschland, ist es irgendwie paradox, dass die Asiaten nach dem Streben, was die Europäer stört: schmale Lippen. Aber wie heißt es so schön? Man will immer das, was man nicht hat …

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