01.08.2017

Fragwürdiger Sonnenschutz Cola als Selbstbräuner: Gefährlicher Trend?

Direkte Sonneneinstrahlung ist immer mit Vorsicht zu genießen - doch wer Coca-Cola als Selbstbräuner benutzt, setzt seine Haut einer noch größeren Gefahr aus.

Foto: iStock / Ondine32

Direkte Sonneneinstrahlung ist immer mit Vorsicht zu genießen - doch wer Coca-Cola als Selbstbräuner benutzt, setzt seine Haut einer noch größeren Gefahr aus.

Neuerdings schmieren sich Sonnenanbeter mit Cola ein – denn die Limonade soll den Bräunungsprozess beschleunigen. Dabei stellt sich hier wohl eher die Frage: Bräunungs- oder Brandbeschleuniger?

Eine eisgekühlte Coke an einem heißen Sommertag … erfrischend! Zuerst sah es auch so aus, als habe das britische Reality Show-Sternchen Chloe Ferry den gleichen Gedankengang gehabt, als sie sich am Hotelpool auf Ibiza mit einem großen Glas Cola in der Hand ablichten ließ.

So weit, so gewöhnlich. Doch anstatt sich mit dem prickelnden Kultgetränk die ersehnte Abkühlung zu verschaffen, zog es die Britin vor, ihren nackten Körper in Gänze damit einzuseifen. Ja, ganz genau – mit purer Cola. Ähnlich wie Bräunungsöl soll die nämlich den Bräunungsprozess erheblich beschleunigen.

Cola intensiviert Bräune

Klar, eingefleischte Sonnenanbeter nehmen so einiges auf sich, um im Sommer ihren knackig gebräunten Körper zu präsentieren. Eine bronzefarbene Hollywoodbräune symbolisiert Lebenslust, Attraktivität und Urlaubsfeeling. Wer nach dem Urlaub nicht ein Minimum an Bikinistreifen aufweisen kann, sollte sich gleich auf mitleidige Kollegenblicke einstellen. Deshalb gilt es jedes Jahr aufs Neue, das Maximum herauszuholen.

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Und dazu greift manch einer ganz tief in die Trickkiste: Hoch im Kurs stehen zum Beispiel Karotten, denn die enthalten Carotin, jenen Stoff, der für den Bräungsprozess im Körper verantwortlich ist. Für Sonnenbadexperten freilich ein alter Hut. Den Bräunungsprozess mit Sonnenöl beschleunigen – geschenkt!

Der neue Stern am Bräunungshimmel heißt jetzt also Cola. Rein logisch betrachtet, macht das ja auch durchaus Sinn. Das Kultgetränk verdankt seine dunkle Farbe vor allem dem Farbstoff E 150d. Und der soll – neben einer schnelleren Bräunung – unserer Haut den erhofften braunen Glanz verleihen.

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Was sagen Dermatologen zum Cola-Selbstbräuner?

Experten warnen jedoch vor einer Zweckentfremdung des Softdrinks: denn genau dieser Farbstoff E 150d ist umstritten. Das Ammoniumsulfit-Zuckercouleur steht bei Verbaucherschützern im Verdacht, in hohen Dosen krebserregend zu sein. Und ähnlich wie bei einem Fruchtsäure-Peeling enthält Cola Phosphorsäure, die zu Abschuppungsprozessen der Haut führen kann. Das war’s dann mit der Urlaubsbräune.

Noch viel schwerer wiegt laut dem Hausarzt Joshua Zeichner die von der Säure verstärkte Durchlässigkeit unserer Haut gegenüber UV-Strahlen: "Zwar kann Coca-Cola den Bräunungsprozess beschleunigen, aber ich rate dringend davon ab. Der Farbstoff ist säurehaltig und kann tote Hautzellen entfernen, wodurch UV-Licht leicht durch die Haut dringen kann. Das kann das Risiko, einen Sonnenbrand zu kriegen, deutlich erhöhen", erklärte Hautarzt Joshua Zeichner gegenüber dem Magazin "Allure". Und damit eben auch das Risiko für Hautkrebs.

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Coca-Cola distanziert sich

Auch Coca-Cola will wohl endlich einen Schlussstrich unter die Sache setzen: So sehr sie auch verrückt nach Coca-Cola seien – von einer solchen Zweckentfremdung raten auch sie tunlichst ab: "Es ist überhaupt kein Sonnenschutzfaktor enthalten – es ist ein Getränk!".

Eben. Und falls jemand hier jetzt immer noch mit dem Gedanken spielt, sich die braune Flüssigkeit auf den Körper zu schmieren: Denken Sie einfach an all die fleißigen Wespen, die an dem klebrig süßen Getränk ihre wahre Freude haben würden …

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Zu viel Sonnenbrand kann Hautkrebs zur Folge haben. Hier lesen Sie mehr zum Thema: Hautkrebs

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