25.10.2016

BLOGGER BAZAAR IM PORTRAIT "Wir beweisen, dass Frauen zusammen viel schaffen können"

Lisa Banholzer von Blogger Bazaar im Interview.

Foto: Nikk Martin

Lisa Banholzer von Blogger Bazaar im Interview.

Wir haben Lisa Banholzer, Mitbegründerin und Bloggerin bei Blogger Bazaar, zum Interview getroffen und ihr ein paar Fragen zu ihrem Job gestellt.

bildderfrau.de: Liebe Lisa, bitte stelle dich kurz vor, wer du bist und was du machst!

Lisa Banholzer: Hallo ich bin Lisa, Gründerin und Bloggerin bei Blogger Bazaar, eine Social Media und Blogger Agentur.

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Worum geht es genau bei Blogger Bazaar?

Wir bringen Blogger, Follower und Brands für außergewöhnliche Events zusammen, konzipieren digitale Kampagnen, bloggen aber auch selbst auf unserer Seite zu den Themen Lifestyle, Mode und Beautythemen. Wir machen sowohl Consulting als auch eigenen Content.

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Was hat dich dazu inspiriert Blogger Bazaar zu gründen?

Ich glaube uns ist wichtig, nicht nur Blogger zu sein und darauf zu warten, dass eine Brand dich anspricht ob man eine Kooperation machen möchte, sondern selbst aktiv zu sein und sich selbst Geschichten auszudenken. Wir schlagen Brands und Agenturen Stories vor, die wir machen wollen, wir sind aktiv und gehen an die Sache mit Power ran.

Bei uns hat das etwas mit Selbstverwirklichung zu tun, denn wir sind der Meinung, dass wir etwas zu sagen haben und Geschichten und Reisen, die wir umsetzen wollen und suchen dazu passende Brands und Blogger. Wir sind auf der Suche nach Authentizität und einer coolen Crew. Es muss sich gut anfühlen. Und diese Dinge auf die Beine zu stellen ist eben durch eine Agentur möglich und nicht nur durch das Bloggerdasein.

Das hat ganz viel mit Community und gegenseitigem Support zu tun. Und das funktioniert für uns viel besser als diese Klischee-Ellbogenkultur in der Modeszene zu leben. Wir wollen beweisen, dass Frauen zusammen ganz viel schaffen können.

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Das klingt wirklich sehr spannend. Wie bist du denn in diese Branche gekommen?

Ich habe zuerst Kommunikationswissenschaft und VWL studiert und habe dann ein Praktikum bei einer PR Agentur gemacht. Danach habe ich bei der In Style ein Praktikum gemacht. Das war ein richtiger Mädchentraum bei dieser Zeitschrift ein Praktikum zu machen. Danach habe ich gemerkt, dass ich eine Mischung aus den beiden Dingen brauche. Und genau das ist es heute auch geworden, wofür ich auch extrem dankbar bin, weil es sehr abwechslungsreich ist.

Es war wirklich ein ganz großes Stück Glück und eine ordentliche Portion Arbeit, vor allem am Anfang. So klischeehaft es klingt, waren wir zur rechten Zeit am rechten Ort mit der richtigen Idee und ich habe dann unser Abenteuer Blogger Bazaar mit 200% Leidenschaft angesatzt. Ich habe meine zwei Partnerinnen in München kennengelernt und wir waren in einem Freundeskreis und wir haben unser erstes Event 2013 in München gehostet. Das hat so gut geklappt, es kamen tausende Besucher.

Wir haben diese Energie zusammen gespürt und kurzer Hand beschlossen, dass wir weiterhin zusammen arbeiten müssen. Dann musste ich lange überlegen, habe mich dann aber letztendlich dafür entschlossen mein Studium abzubrechen und habe das dann umgesetzt mit den Mädels.

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Ihr habt zusammen schon viel erreicht. Was ist deine Vision für Blogger Bazaar? Wo möchtet ihr gerne hin?

Ich glaube man darf nie aufhören eine Vision zu haben und ständig weiter zu träumen. Das Projekt lebt auch noch davon, dass wir als Unternehmen noch recht klein sind und ganz mobil sind und ganz schnell auf Trends eingehen können und sagen können: "Okay, morgen möchten wir ganz andere Dinge machen." Ich liebe diese Flexibilität und ich habe richtig Lust das Magazin noch weiter aufzubauen. Und klar sind wir da ehrgeizig einer der inspirierendsten Blogs Deutschlands zu bleiben.

Wie erlebst du die Modebranche persönlich?

Es gibt gewisse Klischees in der Modebranche und ich verstehe woher die kommen. Ich sehe das auch. Ich glaube aber, es liegt an einem selbst was man daraus macht. Man muss herausfinden aus welchen Gründen Menschen nett zu einem sind. Es gibt in jeder Branche Menschen die einen nur ausnutzen wollen und nur auf ihren eigenen Vorteil aus sind.

Ich glaube aber, wenn man ein gutes Bauchgefühl hat, dann kann man überall auch die Menschen treffen, die einen wirklich mögen und die auch cool sind. Und in der Modebranche gibt es definitiv auch Menschen mit einem positiven Vibe und deshalb kann ich das auch so leben, weil ich Menschen in dieser Branche treffe, die trotzdem Tiefe haben und trotzdem andere Ziele haben als nur die schönste Handtasche zu haben.

Mode hat so eine Macht über uns; in unserem Auftreten, darüber wie wir uns fühlen, über unser Selbstbewusstsein und wie wir an das Leben heran gehen. Und es gibt Menschen, die das sehen, die nicht nur den kommerziellen Hintergrund dieser Branche sehen. Und das ist auch der Grund dafür, dass ich darin arbeiten kann. Ansonsten wäre mir das zu wenig.

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Hattest du dieses Bauchgefühl schon immer? Oder hat sich das durch die Erfahrungen, die du in der Branche gemacht hattest verfeinert? Was ist eine retrospektive Einschätzung?

Ich glaube ich habe mich am Anfang bestimmt naiver auf gewisse Dinge eingelassen, auch viele Meetings gehabt, wo nie etwas dabei rausgekommen ist. Step by Step muss man auch schon allein aus zeitlichen Gründen lernen auszusortieren.

Man muss sich selbst auch die richtigen Fragen stellen: Was ist gut für mich? Was ist gut für unser Business? Was hat Priorität? Da wird man definitiv feinfühliger. Ich kann Leuten auch immer nur mitgeben auf ihr Bauchgefühl zu hören. Wenn man von Anfang an das Gefühl hat, das ist nicht ganz koscher, dann mache es nicht. Das kann ich wirklich so weitergeben!

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Ihr seid zusammen innerhalb kurzer Zeit sehr schnell bekannt geworden. Was habt ihr deiner Meinung nach richtig gemacht?

Schön, dass du findest, dass wir etwas richtig gemacht haben! (lacht) Ich glaube wichtig war, dass wir furchtlos an die Sache ran gegangen sind und keine Angst vor anderen Bloggern hatten, keine Angst vor der neuen Generation! Es ist genügend Platz für alle da! Wenn die Branche wächst und wenn Leute darin Erfolg haben, dann ist das gut für uns alle.

Diese Einstellung ist es auch, die uns zum Erfolg gebracht hat. Wir interagieren miteinander. Es heißt nicht umsonst Social Media, es ist ein soziales Medium! Viele machen den Fehler Social Media nur als Selbstdarstellung zu sehen. Die Leute wollen aber sehen, wie du im Netz interagierst und mit dem du unterwegs bist. Es geht darum diesen ganzen Lifestyle auch zu teilen.

Ein weiterer Erfolgsfaktor für Blogger ist, wenn man außerhalb dieser Modeblase seine Persönlichkeit ganzheitlich pflegt. Es gibt Dinge, die zu meiner Persönlichkeit gehören, die nicht in die Modebranche gehören und auch um die kümmere ich mich. Dann werde ich als Persönlichkeit und Charakter interessant und nur dann kann ich auch authentisch sein.

Mir ist es auch wichtig auf Social Media faire Kritik geben zu können und nicht nur immer alles gut darstellen wollen, in der Hoffnung, dass es auch gut bei Brands ankommt. Ehrlichkeit und faires Feedback sind ganz wichtig und das wissen die Follower auch zu schätzen und nehmen dir die Dinge, die du sagst auch ab.

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