20.10.2016 - 13:53

DESIGNER IM PORTRAIT Marina Hoermanseder: "Spannend wäre, Hillary Clinton einzukleiden"

Marina Hoermanseder erobert die Modewelt im Sturm.

Foto: Kemara Pol

Marina Hoermanseder erobert die Modewelt im Sturm.

Die österreichische Designerin wird seit einiger Zeit als neue Hoffnungsträgerin in der Modewelt gehandelt. Wir sprachen mit ihr über ihre Wünsche.

bildderfrau.de: Wie würdest du deine Kundin beschreiben?

Marina Hoermanseder: Ich habe mich von Anfang an gewehrt, eine Zielgruppe zu definieren. Ich möchte, dass eine Studentin ein Armband von uns kauft, eine Businessfrau einen Bleistiftrock aus Leder und eine gemütliche Kundin, die sehr easy-going drauf ist, kauft einen gemütlichen Pulli. Ich möchte das nicht gerne einschränken und freue mich über jede Frau, die das Label in die Welt hinausträgt.

Wie würdest du deinen Stil als Designerin beschreiben?

Es ist eine Gradwanderung aus Prêt-à-porter, ein bisschen Fetisch und Avant Garde. Und natürlich viel Leder!

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Wie bist du zur Mode gekommen?

Ich habe im Teenageralter auf der Nähmaschine meiner Mutter nähen gelernt und was mir daran sehr gefallen hat ist, dass man mit seinen Händen aus dem Nichts etwas erschaffen kann. Dieser Gedanke hat mich sehr fasziniert! Und hätte ich mich nicht für Mode entschieden, hätte ich wahrscheinlich eine Tischlerlehre gemacht. Für mich steht der Aspekt der Herstellung eine zentrale Rolle.

Du bist ziemlich schnell sehr bekannt geworden mit deinem Label. Wie erklärst du dir diesen Erfolg?

Ich stehe zu allem, was ich mache, seinen es jetzt orthopädische Korsetts oder Blumen oder was auch immer. Ich stehe zu hundert Prozent dahinter. Ich bin anständig und ich selbst geblieben. Das sind die wichtigsten Sachen, die ich jetzt merke, wenn man sich die Modelandschaft anschaut. Wichtig ist es vor allem ein normaler Mensch zu bleiben, dann funktioniert das alles irgendwie von selbst.

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Was sind deine Visionen für die Zukunft? Wo möchtest du dein Brand gerne hinbringen?

Wir sind gerade sehr am internationalisieren, vor allem nach Amerika, denn das ist ein sehr spannender Markt für uns.

Wenn du einen Celebrity einkleiden könntest, wer wäre da interessant für dich?

Wir hatten kürzlich Rihanna, das war auf jeden Fall ein Ziel. Da gab es für das W Magazine gab ein Shooting, wo sie unsere Sachen getragen hat. Rihannas Stylist wusste genau was er wollte und hat bestimmte Teile angefragt. Wenn ich mir jemanden aussuchen könnte, dann wäre es auf jeden Fall die Herzogin Catherine oder Michelle Obama. Jetzt müssen wir die Wahlen abwarten, aber spannend wäre auch Hilary Clinton einzukleiden.

Welche Werte sind dir wichtig? Was möchtest du hinaus in die Welt tragen?

Anständigkeit, zu sich selbst stehen und vor allem ein bisschen auf unsere Welt aufpassen.

Was genau verstehst du unter "auf die Welt aufzupassen"?

Für mich bedeutet das ein bisschen nachhaltig zu denken. Wir haben auch ein paar Projekte mit dem WWF am laufen, wir haben nur pflanzlich gefärbtes Leder, damit keine toxischen Salze in die Abwässer kommen. Ich würde auch gerne ein Tierschutzprojekt ins Leben rufen. Mir ist es wichtig mir über die Mode hinaus Gedanken zu machen, denn nur mit Mode wird die Welt kein besserer Ort.

Das Motto von der Bread&Butter ist "Now". Ganz nach dem Prinzip "See now, buy now" befindet sich die Modeindustrie in einem Wandel. Wie siehst du diese Entwicklung, dass es keine Vorlaufzeiten für Designer mehr gibt?

Großartig! Ich bin genauso jemand, der die Dinge sofort haben möchte, wenn er sie sieht und nicht lange darauf warten. Deshalb bin ich da auch ein großer Befürworter. Wir haben das jetzt bei der diesjährigen Sommerkollektion so gemacht, dass man direkt nach der Show etwas kaufen konnte. In Wahrheit bin ich ja genauso auch eine Konsumentin, deshalb stehe ich da auch total dahinter.

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Siehst du da nicht eine Gefahr, dass beispielsweise kleine Labels mit der Produktion nicht nachkommen?

Natürlich, aber das ist so! Man muss halt rennen können, sonst wird man im Haifischbecken untergehen. Alles hat Vor- und Nachteile, man muss es halt trotzdem versuchen zu schaffen. Man muss ja nicht alle Produkte vorausproduzieren, aber zumindest ein paar.

Danke für deine ehrlichen Antworten und weiterhin alles Gute!

Danke, dir auch!

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