28.06.2016

Modefotografie Starfotograf Franco Tettamanti über die Berlin Fashion Week

Franco Tettamanti bei den Fash Awards 2016

Foto: Instagram/yokemara

Franco Tettamanti bei den Fash Awards 2016

Im Interview spricht Fotograf Franco Tettamanti über Mode, Selbstverwirklichung und erklärt uns den Unterschied zwischen der Pariser und der Berliner Fashion Week.

Franco Tettamanti arbeitet als Fotograf und ist kaum zu bremsen. Von Wissbegierde und Emotionen angetrieben, besitzt er ein distinktives Stilempfinden und weiß wie er an sein Ziel gelangt. In der Schweiz geboren, zeigte Tettamanti bereits in früher Jugend Interesse für Fotografie. Der Autodidakt hat nach der Schule jedoch Medizin studiert, anschließend zwei Jahre lang als orthopädischer Chirurg gearbeitet und ging vor 10 Jahren nach Paris.

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Wie bereits im vergangen Jahr, hat er wieder die Gewinnerkollektionen des FASH Awards, bei dem auch wir zu Gast waren, abgelichtet. Wir drehten den Spieß um und baten den Künstler, der seine Rolle hinter der Kamera sieht, zur Abwechslung ausnahmsweise vor die Linse und stellten ihm dazu einige Fragen.

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bildderfrau.de: Vor 10 Jahren bist du in Paris angekommen, um Fotograf zu werden. Kannst du uns erklären, wie es dazu kam, dass du von deiner Kunst leben konntest?

Franco Tettamanti: Ich habe zuvor ein Buch namens "Essence - Kern des Machens" publiziert. Grob gesagt geht es da um Kreativität und was den Menschen antreibt. Es wurde 2005 auf den Markt gebracht und hat im selben Jahr den deutschen Fotopreis gewonnen. Mit diesem Buch ging ich dann nach Paris. Allerdings wollte ich im Modebereich arbeiten, jedoch ist das Buch nicht aus diesem Kontext entstanden.

Ich habe sofort Kontakte in Paris gefunden und mein erster Kunde war Akris. Ich hatte einen sehr guten Start und zwei, drei Leute kennengelernt, die mir geholfen hatten über die ersten sechs Monate hinweg zu kommen. Sie gaben mir das Gefühl, dass ich mein Ziel weiterverfolgen sollte.

Was kannst du mir über deine Fotos erzählen, die du für den European Fashion Award geshootet hast? Ist das eine Kampagne oder ein Lookbook?

Es ist ein Gemisch. Ich habe die Abschlussarbeiten von den sechs Gewinnern fotografiert. Die Bilder müssen einerseits die Kollektionen darstellen, also sie müssen einen "Lookbook-ähnlichen"-Charakter haben, aber sie müssen auch das Image tansportieren. Die Bilder dürfen nicht so radikal sein wie in einer Kampage, andererseits sollten sie nicht so langweilig sein wie ein Lookbook.

Hast du dieses Konzept mit den Studenten gemeinsam erarbeitet?

Nein, ich habe das selbst gemacht. Ich habe mich von der Dokumentation der Studenten, die sie über ihre Kollektionen machten, inspirieren lassen und die Essenz von da rausgenommen. Das mit ihnen selbst zu besprechen ist schwierig, denn kein Designer ist je zufrieden mit den Bildern, die ein anderer von seinen Kollektionen macht. Ich dachte mir, ich mache das so wie mir es am besten gefällt, dann mag es wenigstens einer! (lacht)

Welchen Anspruch hast du an deine Fotografie?

Ich möchte etwas erarbeiten, das eine größere Bedeutung entwickelt über das, was lediglich fotografiert wird. Damit meine ich zum Beispiel, dass ich nicht bloß ein Kleid fotografieren will, sondern möchte, dass das Bild eine Bedeutung darüber hinaus bekommt, als das was es darstellt. Ich habe auf jeden Fall einen künstlerischen Anspruch an meine Bilder! Das treibt mich an!

Was ist dir an der Fotografie am Wichtigsten?

Für mich ist das, was im Moment des Fotografierens entsteht das Wichtigste! Ich habe kürzlich für MCM bekannte Leute fotografiert, aber Namen bedeuten mir in diesem Zusammenhang wenig. Mir ist es wichtig, dass du weiter kommst als das, was du dir vorgestellt hast. Die Modefotografie ist aber auch ein kommerzieller Markt und eine Kaufentscheidung wird nur dann gefällt, wenn das Bild einen emotionalen Wert hat, denn sonst ist es wertlos. Und um diesen emotionalen Wert zu erreichen, muss das Bild ein menschliches Bedürfnis erwecken.

Was kommt dir in den Sinn, wenn du an die Berlin Fashion Week denkst?

Ein Gemisch aus Tradeshow, Showroom und ein paar ganz ausgewählte Juwelen. Sie besteht aus so vielen verschiedenen Elementen. Es ist mehr so ein Event. Ich wohne in Paris und da geht es um das Geschäft, da sind Magazine, Blogger und Einkäufer eingeladen.

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Verfolgen Sie uns auf der Berlin Fashion Week 2016:

Wir berichten live von der Fashion Week Berlin!

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