27.07.2017 - 11:13

Partnerschafts-Ratgeber Ehrlichkeit: Wann ist sie wichtig – und wann schadet sie?

Ehrlichkeit in der Beziehung ist grundsätzlich sehr wichtig. Aber sie kann auch zum Problem werden.

Foto: iStock/laflor

Ehrlichkeit in der Beziehung ist grundsätzlich sehr wichtig. Aber sie kann auch zum Problem werden.

Ehrlichkeit in der Beziehung ist für viele Paare eine Grundvoraussetzung. Aber ist die Wahrheit wirklich immer Pflicht – oder können kleine Notlügen in der Partnerschaft durchaus helfen?

Die Grundlage einer guten und dauerhaften Partnerschaft ist die Ehrlichkeit. Aber Fakt ist: Jeder lügt mal – auch in der Beziehung. Eine Studie hat vor einigen Jahren ergeben, das jeder Mensch pro Tag durchschnittlich 200 Mal lügt. Wir machen das in den meisten Fällen aber nicht aus Böswilligkeit, sondern weil wir den anderen nicht verletzen oder ihn durch die Lüge sogar schützen wollen.

Beziehungs-Experte und Buch-Autor Mathias Voelchert sagt zu bildderfrau.de: "Grundsätzlich sollte eine Beziehung natürlich durch Ehrlichkeit geprägt sein. Manchmal sind kleine Notlügen aber durchaus erlaubt. Ich glaube man kann ruhig Fünfe gerade sein lassen und braucht nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen bei Kleinigkeiten. Wenn es um Wichtiges geht sollten wir uns gegenseitig auf unser Wort verlassen können."

Dass kleine Notlügen im Alltag dazu gehören, bestätigte auch eine Studie. Demnach belügt etwa jeder Fünfte seinen Partner hin und wieder und heuchelt zum Beispiel Gefallen am neuen Outfit, obwohl es ihm überhaupt nicht gefällt. Voelchert warnt aber: "Große Lügen rächen sich immer. Kleine manchmal. Lügen sollten also nicht zum Alltag einer Beziehung gehören."

Kann zu viel Ehrlichkeit die Beziehung gefährden? "Ja", sagt Voelchert: "Ehrlichkeit um jeden Preis ist unnötig. Es hilft sich zu überlegen ob man selbst mit diesem Verschweigen zurecht käme. Denn manche Dinge sollte man einfach mit sich selber ausmachen, weil die Wahrheit den Partner manchmal ganz schön belasten kann."

Das Schlechteste ist allerdings, wenn eine Lüge auffliegt. Der Partner der belogen wurde, fühlt sich dadurch meist hintergangen, die Lüge kann das Vertrauen zerstören. Voelchert rät trotzdem zur Nachsicht: "Je lockerer Sie damit umgehen können, dass ihr Partner Sie belogen hat, umso leichter fällt Ihnen das Verzeihen. Moralisieren schwächt die Beziehung. Und bedenken Sie: Auch Sie haben ihren Partner sicherlich schon einmal angeschwindelt."

Fazit: Ehrlichkeit ist wichtig in der Beziehung. Aber auch Lügen haben ihre Daseinsberechtigung. Wer eine Notlüge nutzt, sollte dies aber in jeder Situation aufs Neue abwägen, um die Partnerschaft nicht unnötig zu gefährden.

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Siehe auch: Beziehungstipps

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