12.03.2017

Pflegen Sie Ihre Partnerschaft Das tun glückliche Paare - jeden Tag

Glückliche Paare benutzen trotz der Auseinandersetzung viel häufiger die Wörter „wir“ oder „uns“.

Foto: iStock/kupicoo

Glückliche Paare benutzen trotz der Auseinandersetzung viel häufiger die Wörter „wir“ oder „uns“.

Der 14. Februar gehört den Verliebten. Höchste Zeit, mal nachzuforschen, wie das schöne Kribbeln im Bauch ewig halten könnte. Hier sind sechs Frische-Kicks für jede Beziehung - wissenschaftlich bewiesen

1. Zweimal umarmen und kleiner Ärger ist vergessen

Das Wiedersehen feiern und das Abschiednehmen leichter machen - in der Hektik des Alltags vergessen viele diese unwahrscheinlich wichtigen Augenblicke. Umarmen Sie sich jeden Morgen, bevor Sie das Haus verlassen, und jeden Abend, wenn Sie heil wieder da sind. Halten Sie sich drei bis fünf Minuten ganz fest. Kommt Ihnen sehr lang vor? Das ist ein sicheres Zeichen, dass Sie etwas aus der Übung sind. Also trainieren Sie! Spüren Sie die Wärme des anderen, bringen Sie Ihre Atmung in Gleichklang. Sie haben die Zeit! Und es tut so gut!

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Warum? Bei Körperkontakt schüttet das Gehirn mehr vom Kuschel-Hormon Oxytocin aus. Das entspannt und vertreibt negative Gedanken. Gerade waren Sie noch ein bisschen sauer, weil er die Zahnpasta-Tube nicht zugeschraubt oder mit seinen Schuhen Matsch in die Wohnung getragen hat? Nach der Umarmung sind diese Kleinigkeiten vergessen. Sie sind ihm nahe und Sie spüren: Er will Sie nicht ärgern, er ist einfach nur unordentlich.

2. „Wir“ sagen nimmt Stress

Natürlich streiten auch glückliche Paare. Aber sie sagen dabei viel seltener „ich“ oder „du“ als unglückliche Paare. Sie benutzen trotz der Auseinandersetzung viel häufiger die Wörter „wir“ oder „uns“. Das haben Psychologen an der Berkeley-Universität (Kalifornien) in einer Studie genau nachgezählt. Gleichzeitig wurden im Streit-Labor Hauttemperatur, Herzschlag und Puls der 154 Teilnehmer gemessen. Ergebnis: „Ich“-Sager hatten deutlich mehr körperlichen Stress.

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Warum? „Das Gefühl ,wir sitzen in einem Boot‘ wird durch das ,Wir‘ deutlich gestärkt“, erklärt Studienleiter Benjamin Seidler. „Und auf dieser Ebene ist es viel stressfreier, eine Lösung zu finden.“ Sein Rat: „Wenn Sie merken, dass Sie sehr häufig ich‘, ,mir‘ oder ,meins‘ sagen, brechen Sie die Diskussion besser ab. Gehen Sie aus dem Raum, beruhigen Sie sich und beginnen Sie dann mit ,wir‘ noch einmal von vorn.

3. Bilder gucken macht wieder verliebt

Ein Bild vom Liebsten im Portemonnaie oder ein Album mit gemeinsamen Schnappschüssen auf dem Handy. Wer so etwas hat, ist auf einem guten Weg. Jetzt müssen Sie die Kraft der Bilder nur noch nutzen. Zeigen Sie Ihre kleinen Schätze herum und schwärmen Sie. Erzählen Sie, was Ihren Partner so einzigartig macht. Was er für tolle Ideen hat, wie er Sie überrascht und verwöhnt, wie er Sie zum Lachen bringt, was nur er kann …

Warum? Tatsächlich können wir uns eine Beziehung schön- oder schlechtreden. Das haben Psychologen an der Universität in Rotterdam entdeckt. Versuchspersonen sollten 30 Bilder des Geliebten mit ins Labor bringen. Dann wurden Sie abwechselnd gebeten, sich beim Betrachten der Fotos nur auf schöne Dinge oder nur auf schlechte Dinge zu konzentrieren. Nach der „Schön“-Übung schätzten sie ihre Partnerschaft deutlich glücklicher ein, fühlten sich dem Partner näher und waren verliebter. Sogar an den Gehirnströmen konnten die Wissenschaftler größere Zufriedenheit erkennen. Die negativen Gedanken bewirkten das Gegenteil, führten zu Zweifel und Groll.

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4. Kopfkissen-Talk stärkt die Beziehung

Manchmal wissen Kollegen oder Freunde besser über den aktuellen Seelenzustand Bescheid als der Partner. In der Teeküche erzählen wir von unseren echten Sorgen („Der Chef macht mich fertig“) und später am Abendbrot-Tisch oder vor dem TV reicht es nur noch für den oberflächlichen Ärger („Schon wieder den Bus verpasst“, „Brötchen ausverkauft“). Höchste Zeit für Kopfkissen-Talk. Besprechen Sie jeden Abend wenigstens eine dieser Fragen. „Was ist dir heute Schönes passiert?“ „Worüber hast du dich richtig geärgert?“ „Was wünscht du dir morgen?“ „Was hat dich diese Woche dankbar gemacht?“ Oder auch: „Wie würde ein perfekter Tag aussehen?“ „Welchen Promi würdest du zum Essen einladen?“ Wichtig: Tauschen Sie sich aus, beantworten Sie beide die Frage.

Warum? Kleine Geheimnisse zu verraten, stärkt jede Beziehung. Der New Yorker Psychologe Arthur Aron machte mit einem Katalog von 35 persönlichen Fragen (Beispiele oben) sogar aus Fremden schon Liebespaare.

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5. Handyfreies Wohnzimmer schafft Verständnis

Tagsüber hilft der Mobilfunk Paaren, weil kurze liebevolle Mitteilungen den anderen in Erinnerung rufen und für einen kurzen angenehmen Adrenalin-Kick sorgen. Aber abends ist das Handy Beziehungsgift. Liebende lassen es in der Tasche stecken und hängen es samt Mantel an die Garderobe.

Warum? Es muss gar nicht klingeln, es stört schon, wenn es einfach nur stumm auf dem Tisch liegt. Das haben englische Psychologen in einem Experiment herausgefunden. Lag das Handy auf einem Beistelltisch, fanden die Testpersonen ihr Gegenüber während des Gesprächs weniger verständnis- und vertrauensvoll, spürten weniger Nähe. Besonders stark war dieser Effekt, wenn es um persönliche Themen ging. Ein kleines Notizbuch auf dem Tisch störte die Unterhaltung dagegen überhaupt nicht. Studienleiterin Netta Weinstein vermutet, dass uns das Unterbewusstsein hier einen Streich spielt. Das Handy signalisiert: Wir sind nicht allein.

6. Mini-Spaziergang macht aufmerksamer

Klar, das Sofa ist herrlich gemütlich. Der optimale Platz für glückliche Paare ist es trotzdem nicht. Die brauchen Bewegung! Und Abwechslung. Raffen Sie sich also auf, gehen Sie möglichst jeden Tag gemeinsam spazieren - auch wenn es nur kurz ist. Am Wochenende nehmen Sie sich dann etwas mehr Zeit und ändern häufiger mal die Route und die Ziele. Denn dann lohnt sich der Ausflug doppelt.

Warum? Jeder Schritt fördert die Durchblutung und macht dadurch empfänglicher für Reize von außen. Das tut auch den Gefühlen gut. Eine große englische Studie mit über 10 000 Frauen und Männern hat gezeigt: Menschen, die körperlich aktiver sind, sind auch glücklicher. Dabei geht es nicht um Fitnessstudio oder Marathonlauf, sondern um kleine tägliche Bewegungen - vom häufigeren Aufstehen (tschüss, Sofa!) übers Treppensteigen (statt Lift!) bis zum kurzen Spaziergang. Wie man den positiven Effekt noch verstärken kann, haben US-Forscher herausgefunden. Paare, die gemeinsam etwas erleben und entdecken, sind zufriedener mit ihrer Beziehung. Einfache Erklärung: Der Reiz des Neuen überträgt sich auf die Partnerschaft.

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