29.04.2020 - 11:47

So artet Ärger nicht aus 11 Tipps, damit's mit dem Partner mal RICHTIG Streit gibt

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Beziehungsprobleme lösen

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Streit kommt in den besten Beziehungen vor. Wir sagen Ihnen, wie sie mit Ihrem Partner richtig streiten, damit aus einem bisschen Ärger kein Flächenbrand wird.

Auseinandersetzungen sind Teil jeder gesunden Beziehung, denn sie zeigen, dass uns nicht alles egal ist, sondern wir für unsere Interessen und Ansichten einstehen. Doch richtig streiten will gelernt sein, damit der Konflikt nicht mit Türenschlagen und eisigem Schweigen endet.

Zu den Grundregeln eines jeden Streits gehört Verständnis! Kommunikationsforscher raten: Geben Sie Ihrem Gegenüber das Gefühl, dass Sie es verstehen. Studien haben nämlich gezeigt, dass 70 Prozent der Streithähne bereit sind, nachzugeben, wenn sie spüren, dass ihnen zugehört und ihr Standpunkt begriffen wird – auch wenn das Gegenüber anderer Meinung ist.

Halten Sie sich bei einer Auseinandersetzung immer vor Augen, dass Sie die Beziehung zu Ihrem Partner grundsätzlich verbessern möchten. Der Streit geht so in eine konstruktive Richtung.

Richtig streiten – die Grundregeln

1. Der richtige Zeitpunkt

Vorwürfe nach einem langen harten Arbeitstag bringen selten den gewünschten Erfolg. Warten Sie möglichst einen Moment ab, in dem Ihr Partner nicht angespannt und offen für ein Problemgespräch ist.

2. Nutzen Sie den japanischen Weg

Ihr Partner verspätet sich um Stunden, ruft nicht mal an. Als er endlich kommt, sind Sie auf hundertachtzig. Aber wenn wir wütend sind, sagen wir Dinge, die wir später bereuen. Wenn Sie jetzt einen Streit gewinnen möchten, müssen Sie sich als Erstes beruhigen. Dieser Trick aus der japanischen Medizin bringt Gelassenheit: Konzentrieren Sie sich auf das Hara-Zentrum. Es liegt etwa vier Zentimeter unter dem Bauchnabel. Atmen Sie tief ein. Spüren Sie wie Ihr Atem in diesen Bereich strömt und Sie entspannt. Nun können Sie erklären: "Ich mache mir Sorgen, ruf wenigstens an!".

3. Schauen Sie in die Augen

Der direkteste Weg zu zeigen, "Ich bin bei dir", ist Augenkontakt. Allerdings müssen Sie diesen Basis-Trick vorsichtig anwenden. Denn wenn Sie zu lange in die Augen schauen, fühlt sich Ihr Gegenüber unwohl. Halten Sie sich an die Faustregel: Fremde vertragen zwei Sekunden, vertraute Menschen fünf Sekunden.

4. Zuhören: Versuchen Sie, Ihren Partner zu verstehen

Natürlich möchten Sie jetzt unbedingt auch mal zu Wort kommen und Ihren Standpunkt erklären, trotzdem: Lassen Sie den anderen aussprechen und hören Sie ihm zu! Erkennen Sie seine Sichtweise und fragen Sie bei Kritik erst mal nach, ehe Sie beleidigt zurückschießen.

5. Kopieren Sie den anderen

Dieselbe Körpersprache und dieselbe Tonlage schaffen das Gefühl: Wir sind auf einer Wellenlänge. Spiegeln Sie die Bewegungen Ihres Gegenübers, z. B. wie er oder sie steht oder sich ans Kinn fasst. Sprechen Sie außerdem nicht lauter als Ihr Konfliktpartner. Wichtig: nicht übertreiben. Je kleiner die Übereinstimmungen, desto größer die Wirkung.

6. Gefühle erkennen und klar äußern

Worum geht es mir wirklich? Was empfinde ich? Enttäuschung, Verletzung, Wut? Wer seine Gefühle erkennt und zu ihnen steht, vermeidet es, sich in unsachlichen oder missverständlichen Anschuldigungen zu ergehen.

7. Sich kurz fassen

Reden Sie nicht wie ein geladenes Maschinengewehr auf Ihren Partner ein, sondern bringen Sie in wenigen Sätzen auf den Punkt, was Sie stört. Schließlich haben Männer die unschöne Angewohnheit, bei zu viel Text einfach dicht zu machen und gar nichts mehr zu hören.

8. Ich-Perspektive!

Reden Sie, wenn Sie etwas stört, immer in der Ich-Form: "Ich fühle mich verletzt, wenn Du mich vor deinen Kumpels ignorierst" statt: "Das ist das Allerletzte von dir, dich so pubertär vor deinen Kumpels aufzuspielen!"

9. Verletzungen vermeiden

Gezielte Verletzungen und Beleidigungen sind grundsätzlich tabu! Ein Satz wie "Du machst Dich doch lächerlich mit Deiner Dummheit" bleibt noch lange im Ohr und belastet die Beziehung, auch wenn der Streit längst beigelegt ist. Unbedachte, verletzende Sätze, die einen selbst besser dastehen lassen als den Partner, sind wahre Streitkiller mit großer, negativer Wirkung, die dazu führen können, dass der Zusammenhalt immer mehr bröckelt. Wählen Sie Ihre Formulieren präzise.

10. Mit Humor den Konflikt entschärfen

Manchmal genügt schon eine einzige witzige Bemerkung oder ein kleines Lächeln, um dem Konflikt seine Schwere zu nehmen. Außerdem: Wer über sich selbst lachen kann, bietet keine Angriffsfläche und erlaubt es dem Partner, ebenfalls sein Geschütz abzulegen. Mit welchem Wort Sie übrigens jeden Streit beenden können, verraten wir Ihnen hier.

11. Lösungen suchen statt Schuld zuweisen

Bieten Sie immer konkrete Lösungsvorschläge! Anstatt: "Du hast mich schon wieder zwei Stunden wie blöd warten lassen!", sollte man es zum Beispiel damit versuchen: "Könntest Du beim nächsten Mal bitte kurz anrufen, wenn du dich verspätest?"

Auch wenn Sie vor Wut kochen, beherzigen Sie oberstes Gebot, um fair und richtig zu streiten: durchatmen! Sagen Sie Ihre Meinung, vertreten Sie Ihre Interessen. Aber in aller Ruhe. So haben Sie die größte Chance, eine Lösung zu finden.

Übrigens sollte in Ihrer Partnerschaft nicht jede Kleinigkeit zum Streitthema werden. Aber wann ist es zu viel? Hier erfahren Sie, wie viel Streit in der Beziehung gesund ist.

Test: Wie nachtragend sind Sie?

Wenn wir einen Fehler machen, und gerade beim Streiten passiert das ja schnell, hoffen wir, dass uns schnell verziehen wird. Doch wie gut sind wir selbst im Vergeben? Ob Sie gut verzeihen können oder eher zum nachtragenden Typ Mensch gehören, finden Sie mit unserem Test heraus!

Weitere Tipps für eine glückliche Beziehung finden Sie auf unserer umfangreichen Ratgeber-Seite rund um das Thema Partnerschaft.

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