Aktualisiert: 19.08.2020 - 12:39

Der Sexual-Experte antwortet Ist Selbstbefriedigung schlecht fürs Sexleben?

Schadet Selbstbefriedigung oder ist sie gut?

Foto: iStock.com/Jasmina007

Schadet Selbstbefriedigung oder ist sie gut?

Ist Selbstbefriedigung ein Sexleben-Killer? Oder womöglich sogar gut für die Intimität zwischen zwei Menschen? Sexualmediziner Dr. Axel-Jürg Potempa gibt die Antwort.

Selbstbefriedigung ist noch immer ein Tabu-Thema. Dabei ist die Onanie ganz normal und sogar gesund – sie ist außerdem ein sehr gutes Mittel, um den eigenen Körper kennenzulernen. BILD der FRAU hat mit Sexualmediziner und Buch-Autor Dr. med. Axel-Jürg Potempa über Selbstbefriedigung, ihre Auswirkung auf das Sexleben und ihre Vorteile gesprochen.

Schadet Selbstbefriedigung dem Sexleben?

Dr. Potempa: "Nein, ganz im Gegenteil. Die Selbstbefriedigung spielt eine wichtige Rolle. Sie ist der perfekte Einstieg in die Sexualität. Den eigenen Körper kennenlernen, zum ersten Mal einen Orgasmus haben – das sind wichtige Erfahrungen. Und das ist auch ein Einstieg in eine funktionierende Partnerschaft, denn nur wer seinen eigenen Körper kennt, kann sagen, was beim Sex gefällt und was nicht.

Meine Meinung ist: Wenn man sich bei der Masturbation ohne schlechtes Gewissen ganz auf den eigenen Körper einlassen kann, fühlt man sich in einer Partnerschaft sicherer und kann seine Fantasie-basierten Wünsche dem Partner oder der Partnerin anschaulicher näher bringen."

Welche Vorteile hat die Selbstbefriedigung?

Potempa: "Die Masturbation ist im Grunde eine der gesündesten und wichtigsten Aktivitäten, die wir als Menschen durchführen können. Eine Studie hat beispielsweise gezeigt, dass eine Ejakulation pro Tag beim Mann die beste Prophylaxe gegen Prostatakrebs ist. Dadurch können tote oder abgestoßene Zellen, die die Ursache für die Entstehung der Krankheit sein können, ausgespült werden.

Und auch die Frau profitiert von der Selbstbefriedigung. Bei der Masturbation werden sehr viele Muskeln aktiviert, so dass zum Beispiel eine geniale Beckenboden-Gymnastik durchgeführt wird. Desweiteren bewirkt die Selbstbefriedigung Muskelanspannungen in fast allen Körperregionen – und somit auch eine Steigerung der körpereigenen Immunabwehr. Dadurch können sich zum Beispiel Harnwegsinfekte vermeiden lassen."

Was sollte bei der Selbstbefriedigung beachtet werden?

Potempa: "Ganz wichtig: Eventuell benutzte Sex-Toys sollten hygienisch einwandfrei angewendet werden. Nach jedem Gebrauch müssen sie mit Seife und Wasser gesäubert und anschließend desinfiziert werden. Für den, der hier nachlässig ist, kann die Masturbation ansonsten eine Ursache für Erkrankungen, etwa Infektionen, sein. Aber wenn man sich daran hält, ist die Selbstbefriedigung eine der besten Prophylaxen überhaupt."

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Dr. Axel-Jürg Potempa arbeitet als Urologe, Androloge, Sexual-, Partnerschaftsmediziner und als Buchautor in München. Mehr Informationen über ihn finden Sie auf seiner Website: www.dr-potempa.jimdo.com/

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