06.07.2017

Sex-Experte antwortet Warum tun sich Frauen mit dem Orgasmus so schwer?

Viele Frauen haben Probleme, zum Orgasmus zu kommen.

Foto: iStock/kupicoo

Viele Frauen haben Probleme, zum Orgasmus zu kommen.

Viele Frauen haben beim Geschlechtsverkehr Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu bekommen. Ein Sex-Experte erklärt, warum das so ist – und wie die Orgasmus-Wahrscheinlichkeit gesteigert werden kann.

 

Während der Mann beim Geschlechtsverkehr fast immer zum Höhepunkt kommt, sieht es bei Frauen häufig anders aus: viele haben Probleme, einen Orgasmus zu bekommen. Das kann mehrere Gründe haben. Wir haben mit dem Sexualmediziner und Buch-Autor Dr. med. Axel-Jürg Potempa über den weiblichen Orgasmus gesprochen.

>>In diesem Alter haben Frauen den besten Sex

Warum tun sich Frauen mit dem Orgasmus so schwer?

Dr. Potempa: "Nur etwa jede dritte Frau bekommt regelmäßig einen Orgasmus. Die Gründe hierfür können ganz vielfältig sein. Einerseits kann das mit körperlichen Beschwerden zu tun haben. Zum Beispiel, dass eine hormonelle Dysbalance oder Störung vorliegt. Die beiden Hormone Testosteron und Östrogen können hierbei eine Rolle spielen und die Orgasmusfähigkeit beeinträchtigen. So eine hormonelle Störung kann ein Facharzt diagnostizieren und behandeln.

Viel häufiger liegt das Problem aber in der Partnerschaft. Für regelmäßige Orgasmen muss diese harmonisieren, es muss eine Intimität aufgebaut werden, die während des Liebesspiels ein Loslassen ermöglicht. Den Kopf freihaben hilft auf dem Weg zum Orgasmus.

>> Das ist der perfekte Altersunterschied in der Liebe

Negative Gedanken sind der Hauptgrund

Die Partner müssen dafür zueinander passen. Man sollte sich immer wieder vor Augen führen, dass eine funktionierende Sexualität die Beziehung stärkt. Eine Partnerschaft, in der die Sexualität nur mechanisch funktioniert, hat dauerhaft wenig Zukunft. Es ist so, dass die Sexualität einfach ein wichtiger Punkt im Leben ist. Ob es mit der Beziehung klappt oder nicht, hängt zu 50 Prozent von der Sexualität ab.

Ist der Sex schlecht, dann wird die Beziehung früher oder später in die Brüche gehen. Unterstützt wird dies meist noch durch den Druck, den man sich selber macht und der auch von außen, zum Beispiel von den Medien oder Freundinnen, kommt. Eine harmonische Partnerschaft ist somit in vielen Fällen die Grundlage für einen regelmäßigen Orgasmus. Denn häufig sind der Kopf und negative Gedanken die Hauptgründe, dass es nicht klappt mit dem Orgasmus."

>> So wirkt sich ein One-Night-Stand auf Ihre Beziehung aus

So kommen Sie zu einem besseren Orgasmus

Dr. Potempa: "Treten die Störungen aufgrund eines körperlichen Problems auf, sollte ein Facharzt aufgesucht werden. Ansonsten gibt es einige Möglichkeiten, um das Sexualleben wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Sex-Toys können beispielsweise beim Liebesspiel unterstützen. Sie sind hilfreich, weil damit die Sexualität und die erogenen Zonen spielerisch erkundet werden können. Innerhalb der Partnerschaft sind Sex-Toys zwar manchmal noch ein Tabu, aber sie können helfen, den Leistungsdruck zu mindern und die Sexualität auf eine neue Weise kennenzulernen. Wenn nach einiger Zeit wieder Orgasmen kommen, braucht man meist irgendwann die Toys nicht mehr. Denn dann klappt es auch wieder mit dem Partner, weil ein Umdenken und ein Kennenlernen des eigenen Körpers stattgefunden hat.

Eine weitere Möglichkeit ist die Masturbation. Sie ist ein wichtiger Punkt in der Sexualität, weil sie ohne Partner möglich ist. Bei der Masturbation kann man ganz ungestört herausfinden, welche Art von Orgasmus man favorisiert. Die meisten haben eine klitorale Betonung, sie kommen durch Berühren oder Streicheln des Kitzlers am ehesten zum Höhepunkt. Ein Drittel der Frauen favorisieren aber die vaginale Stimmulation.

Jeder sollte für sich ausprobieren, was ihm am besten gefällt. Wenn man sich selbst besser kennt, dann kann man den Partner besser anleiten. Deshalb sollte eigentlich jeder erst einmal seinen eigenen Körper kennenlernen, das verbessert auch das Verständnis beim Sex zu zweit."

Fazit: Jede Frau muss ihren eigenen Weg zum Orgasmus finden. Grundlage dafür ist ein Verständnis für den Körper und die individuellen Vorlieben. Und ganz wichtig dabei ist: Setzen Sie sich nicht zu sehr unter Druck. Auch wenn es nicht gleich mit dem Orgasmus klappt, können sexuelle Abenteuer durchaus Spaß machen.

Mehr Sex-Wissen

______

Dr. Axel-Jürg Potempa arbeitet als Urologe, Androloge, Sexual-, Partnerschaftsmediziner und als Buchautor in München. Mehr Informationen über ihn finden Sie auf seiner Website: www.dr-potempa.jimdo.com/

Mehr zum Thema:

>> Alles zum Thema Kamasutra

Seite

Kommentare