17.12.2015 - 16:54

Sex Mythos G-Punkt - die erogenste Zone der Frau?

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Foto: © iStock / shironosov

In vielen Sexratgebern ist vom G-Punkt die Rede. Bei richtiger Stimulation dieser Zone soll Frau garantiert zum Orgasmus kommen. Doch stimmt dies wirklich oder ist und bleibt der Punkt zu schön, um wahr zu sein?

Für viele Frauen ist es schwierig, zum Höhepunkt zu gelangen. Trotz eines Partners, der auf sexuelle Vorlieben eingeht und Offenheit für zahlreiche neue Erfahrungen im Bett zeigt, rückt der Orgasmus zuweilen in weite Ferne. Einen Punkt im weiblichen Körper zu finden, der dieses "Problem" behebt, wäre da natürlich ein Glückstreffer. Vielfach wird in diesem Zusammenhang vom sogenannten G-Punkt gesprochen, der nach Ernst Gräfenberg - einem deutschen Gynäkologen - benannt ist. Hierbei handelt es sich um eine Zone innerhalb der Vagina, die entlang der Harnröhre verlaufen soll.

Ob es den G-Punkt wirklich gibt, ob er bei jeder Frau stimuliert werden kann und wo er sich genau befindet, daran scheiden sich die Geister. Ein Versuch, ihn zu finden, schadet jedoch sicherlich nicht, da sich so zumindest der eigene Körper bzw. der Körper der Partnerin näher kennenlernen lässt.

Wie finde ich den G-Punkt?

Laut Gräfenberg befindet sich der G-Punkt nicht an einer einzigen Stelle, sondern verläuft etwa vier bis fünf Zentimeter vom Scheideneingang entfernt an der oberen Seite der Vagina. Wer ihn suchen möchte, kann am besten einen Finger einführen und diesen dann tastend Richtung Bauchdecke drücken. Bei einigen Frauen soll sich der G-Punkt rau anfühlen.

Nicht bei allen Frauen lässt sich die Zone jedoch so einfach oder überhaupt finden. Selbst in der Wissenschaft ist umstritten, auf welchen anatomischen Gegebenheiten die besondere Reizbarkeit des G-Punkts beruht. Immerhin befinden sich in der beschriebenen Zone weder besonders viele Nerven noch Schwellkörper innerhalb der Scheide. Einige Experten gehen davon aus, dass Ausläufer der Klitoris, die weit in den weiblichen Körper hineinragt, sich bei einigen Frauen sehr nah an der Außenseite der Vagina befinden und daher die besondere Orgasmusfähigkeit an eben dieser Stelle auslösen. Wieder andere behaupten, dass die sogenannten Skene-Drüsen an der Harnröhre für die hohe Reizbarkeit der Zone verantwortlich sind. Diese Drüsen werden auch als "weibliche Prostata" bezeichnet.

Sollte die Suche trotzdem erfolgreich sein, so bedeutet dies nicht, dass eine Frau die Stimulation dieses Areals auch wirklich als besonders erregend empfindet. Wie immer im Bereich Sexualität kommt es darauf an, was wirklich guttut. Wenn die Frau nicht entspannt ist, nicht loslässt und sich ihrem Partner nicht ganz hingibt, dann wird auch eine extensive Stimulation des G-Punkts nicht zum Orgasmus führen.

Ekstase bis hin zur weiblichen Ejakulation?

Ist der G-Punkt - bzw. zumindest ein besonders reizbarer Punkt - innerhalb der Vagina gefunden, kann dieser durch viele Hilfsmittel stimuliert werden. Beispielsweise durch einen G-Punkt-Vibrator. Viele Frauen kommen jedoch erst durch die Stimulation der Klitoris zum Höhepunkt. Diese Zone sollte daher ebenfalls hohe Beachtung finden. Ist die Frau besonders ekstatisch, soll sogar eine weibliche Ejakulation möglich sein. Vertreter der "Skene-Drüsen-Theorie" behaupten, dass bei steigender Erregung Flüssigkeit in diesen Drüsen gebildet wird. Bei einigen Frauen kommt es während des Geschlechtsverkehrs dann zur Ausschüttung dieser Flüssigkeit durch die Harnröhre und/oder die Vagina. Bei vielen Frauen ist das gar nicht möglich, aber auch nicht nötig, um eine erfüllte Sexualität zu erleben.

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