Aktualisiert: 13.07.2021 - 21:42

Aktuelle Studie verrät Liebe auf den ersten Blick oder erst Freundschaft? So beginnen die meisten Beziehungen

Geht den meisten Beziehungen eine enge Freundschaft voraus? Ist es eher Liebe auf den ersten Blick? Forschende haben sich in einer Studie jetzt damit beschäftigt.

Foto: Getty Images / Kathrin Ziegler

Geht den meisten Beziehungen eine enge Freundschaft voraus? Ist es eher Liebe auf den ersten Blick? Forschende haben sich in einer Studie jetzt damit beschäftigt.

Für die einen muss Liebe wachsen, für die anderen soll sie sich möglichst auf den ersten Blick ergeben. Was kommt denn häufiger vor? Und wie lange waren zukünftige Paare zuvor im Schnitt befreundet? Eine aktuelle Studie hat sich damit befasst.

Klar, es gibt sie, die Liebe auf den ersten Blick. Und während die einen von dieser ach so romantischen Form des Verliebens schwärmen, ist sie für die anderen undenkbar: Denn das ein oder andere Wort miteinander ausgetauscht zu haben, bevor es um einen geschehen ist, spielt schließlich auch eine große Rolle. Oder? Forschende wollten es genauer wissen und haben untersucht, was den meisten Beziehungen zugrunde liegt: Sofort Liebe oder erst Freundschaft. Die Studie samt der interessanten Ergebnisse stellen wir hier vor.

Studie: Gleich Liebe oder erst Freundschaft? Wie die meisten Beziehungen starten

Ein kanadischen Forschungsteam rund um Psychologie-Professorin Danu Anthony Stinson von der Universität in Victoria, der Hauptstadt von British Columbia, hat Daten von rund 1900 Erwachsenen ausgewertet, darunter auch Studierende. 677 von ihnen leben in einer festen Beziehung oder sind verheiratet. Im Wesentlichen sollten die ProbandInnen die Frage beantworten, ob ihrer aktuellen beziehungsweise letzten Beziehung zunächst eine Freundschaft mit der/dem zukünftigen PartnerIn vorausgegangen ist. Im Umkehrschluss heißt das: Wer diese Frage mit "nein" beantwortete, hat seine Beziehung sehr schnell begonnen, also quasi mit einer Liebe auf den ersten Blick.

Und so lautet das Ergebnis: Mehr als zwei Drittel der Befragten, nämlich 68 Prozent, gaben an, dass ihre aktuelle oder letzte Liebesbeziehung als Freundschaft begann. Geschlecht, Alter, Bildungsstand oder ethnische Gruppe spielten bei dieser Auswertung keine Rolle. Weiter in die Tiefe gehend, ergab die Studie allerdings auch, dass der Prozentsatz bei den über 20-Jährigen und innerhalb von LGBTQ+-Communities sogar noch höher lag: 85 Prozent von ihnen gaben an, zunächst mit der/m Zukünftigen befreundet gewesen zu sein, bevor daraus eine Beziehung entstand.

Freundschaft oder schon Beziehung? Definitionssache

Doch an welchem Punkt wird aus einer platonischen Beziehung eine romantische? Woraus besteht der Unterschied zwischen Freundschaft und Liebesbeziehung? Diese Frage muss laut Studienleiterin Stinson noch geklärt werden. Denn die schriftlich festgehaltenen Antworten der Studienteilnehmer:innen waren so vielfältig wie mitunter skurril, sagt sie, was so alles unter Freundschaft verstanden wird. So wären für einige Händchenhalten, gemeinsame Urlaube und das Bekanntmachen mit den Eltern ein normaler Akt rein platonischer Beziehungen, auch intime Dinge wie Kuscheln am Feuer und sogar gemeinsamer Sex fielen darunter. Für andere wiederum waren genau die gleichen Verhaltensweisen ein eindeutiges Zeichen für eine Liebesbeziehung.

"Es gibt also offenbar eine riesige, schwer definierbare, verschwommene Grenze zwischen Freundschaft und Beziehung", so Danu Anthony Stinson. "Es zeigt, dass man nicht für andere definieren kann, was eine Freundschaft im Vergleich zu einer Romanze ausmacht", fährt sie fort. Denn das lege jede:r für sich selbst fest.

Friends first: So lange dauerte die Freunschaftsphase im Schnitt

Rund 300 der noch studierenden ProbandInnen wurden darüberhinaus auch gefragt, wie lange ihre freundschaftliche Phase, die der Beziehung vorausging, denn gedauert habe. Die Ergebnisse zeigen, dass sie im Durchschnitt knapp 22 Monate befreundet waren. Fast die Hälfte von ihnen war der Meinung, dass das auch der beste Weg sei, um eine Liebesbeziehung einzugehen. Als weitere Optionen standen unter anderem das Kennenlernen auf einer Party oder der Weg über ein Dating-Portal zur Auswahl.

Beziehungen, die aus Freundschaft wachsen: So geht es den meisten Menschen. Dabei haben viele eine ganz andere Vorstellung vom Beginn einer Liebe, so das Fazit der Studienleiterin: "Viele sind überzeugt davon zu wissen, warum und wie Menschen Partner wählen, ein Paar werden und sich verlieben, aber unsere Forschung zeigt, dass das nicht der Fall ist. Wir haben vielleicht ein ganz gutes Verständnis dafür, wie sich Fremde zueinander hingezogen fühlen und anfangen, sich zu verabreden, aber die meisten Beziehungen beginnen so eben nicht."

➔ Mehr über die Studie in englischer Sprache lesen Sie hier.

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