Aktualisiert: 30.06.2021 - 20:54

Gefühlte Macht ist ausschlaggebend Glücklich in der Beziehung? Dann entscheiden Sie laut Studie wohl Dinge, die für Sie wichtig sind

Von Redaktion

Wer in der Partnerschaft Entscheidungen trifft, die für einen selbst wichtig sind, führt vermutlich eine glückliche Beziehung – laut einer Studie zum Thema gefühlte Macht bei Paaren.

Foto: Getty Images / Janie Airey

Wer in der Partnerschaft Entscheidungen trifft, die für einen selbst wichtig sind, führt vermutlich eine glückliche Beziehung – laut einer Studie zum Thema gefühlte Macht bei Paaren.

Treffen Sie in Ihrer Beziehung Entscheidungen, die für Sie persönlich wichtig sind? Glückwunsch, dann geht's Ihnen in Ihrer Partnerschaft bestimmt gut: Laut einer Studie ist das nämlich von der gefühlten Macht abhängig.

Geben Sie in Ihrer Beziehung den Ton an und sagen, wo's langgeht? Oder neigen Sie eher dazu, zu allem Ja und Amen zu sagen? Das sagt nicht nur etwas darüber aus, ob Sie eher extravertiert oder zurückhaltend sind: Vielmehr sind sich Forschende sicher, dass Männer und Frauen in Beziehungen glücklicher sind, wenn sie die gefühlte Macht haben. Laut einer aktuellen Studie geht es allerdings nicht um echte Macht im Sinne von Überlegenheit und Dominanz, sondern um die individuelle Wahrnehmung in Situationen, in denen sie für sie wichtige Entscheidungen treffen.

Studie: Wer in einer Beziehung gefühlte Macht hat, ist glücklicher

Für eine neue Studie von Forschenden der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Universität Bamberg, die sich um Macht und Beziehungszufriedenheit von Paaren dreht, wurden 181 heterosexuelle Menschen zwischen 18 und 71 Jahren, die in einer Partnerschaft leben, befragt. Die Durchschnittsdauer der Beziehungen betrug acht Jahre. Voraussetzung war, dass die Paare schon mindestens einen Monat zusammenleben.

Bislang hatten Studien eher gezeigt, dass die Macht bei Paaren in Beziehungen selten ausgeglichen ist: Natürlich waren es fast immer Männer, die ihren Einfluss auf Entscheidungen geltend machen, viel seltener Frauen. Passt ja auch zu früheren Zeiten und dem damaligen Rollenverständnis. Wer Macht hat, kann Menschen beeinflussen, ist selbst aber wenig anfällig für die Einflussnahme anderer. Robert Körner vom Institut für Psychologie der MLU, der zusammen mit Persönlichkeitsforscherin Prof. Dr. Astrid Schütz von der Universität Bamberg verantwortlich für die Studie ist: "Macht spielt auch in romantischen Beziehungen eine Rolle: Das Gefühl, Entscheidungen etwa in der Ehe bestimmen zu können, hat einen entscheidenden Einfluss auf die erlebte Qualität der Beziehung."

Unter anderem wurden nach der Bewunderung für den Partner oder die Partnerin, dem Vertrauen, die Zufriedenheit mit dem Sex, Gefühlen von Unterdrückung und Einschränkung sowie Engagement und Bereitschaft, in die Beziehung zu investieren, gefragt. So wollten die Forschenden herausfinden, wie tatsächliche und wahrgenommene Macht Beziehungen beeinflusst, etwa in den Bereichen Zufriedenheit und Engagement, und wie sich das auf die Qualität der Partnerschaft auswirkt. Robert Körner: "Darüber hinaus haben wir die Machtbalance berechnet, um zu untersuchen, inwieweit die Ausprägungen innerhalb der Paargemeinschaft ähnlich waren."

Positionelle Macht wirkt sich nicht auf Beziehungsqualität aus

Die Ergebnisse der Studie: Männer haben wegen ihres höheren Verdienstes und höherem Bildungsstand immer noch mehr Macht, was die Position angeht. Sie wollen auch nach wie vor grundsätzlich etwas lieber entscheiden als Frauen. Doch das wirkt sich nicht auf die erlebte Beziehungsqualität aus. "Das Ergebnis hat uns selbst überrascht, da bisherige Untersuchungen häufig einen direkten Zusammenhang zwischen Machtgleichgewicht und beziehungsbezogenen Ergebnissen nahegelegt haben", so Körner.

Paare, die über ihre Beziehungen sagten, dass sie beide über viel gefühlte Macht verfügen, also Dinge entscheiden, die ihnen wichtig sind, waren am glücklichsten. "Offenbar sind vor allem die subjektiv erlebte Macht und das Gefühl, frei handeln zu können, für die Beziehungsqualität bedeutsam", so das Fazit von Körner. Glücklicherweise scheinen die wichtigen Entscheidungen in heterosexuellen Partnerschaften unterschiedlich gelagert zu sein, wie Psychologin Astrid Schütz erläutert: "Möglicherweise erstreckt sich der jeweilige Einfluss auf verschiedene Aspekte der Beziehung. Sie möchte vielleicht entscheiden, wohin es in den Urlaub geht, während er das Lokal für das Abendessen aussucht. Zu beachten ist dabei, dass unsere Stichprobe relativ zufriedene Paare umfasste, was effektives Verhandeln begünstigt. In anderen Partnerschaften bestehen hier durchaus Konfliktpotenziale."

➔ Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift "Journal of Social and Personal Relationships" auf Englisch veröffentlicht.

Beziehungsprobleme lösen
Beziehungsprobleme lösen

Aus Fehlern schlau zu werden, ist hilfreich, auch in der Partnerschaft: Was wir aus jeder Beziehung für die nächste lernen – und welche Gefahren das birgt.

Schon gewusst? Träume sind wichtig für ein Paar, damit die Partnerschaft hält. Apropos: Wussten Sie, dass sich die Dauer einer Beziehung tatsächlich voraussagen lässt? Zumindest ein gutes Stück weit, heißt es in einer Studie.

Weitere interessante Artikel rund um die Partnerschaft finden Sie auf unserer Themenseite Beziehungstipps.

Liebe & Sex

Liebe & Sex

Alle Videos zum Thema Liebe, Sex und Partnerschaft.

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe