Aktualisiert: 29.01.2021 - 20:59

Patzer in Großbritannien Zu sexistisch! Diese Corona-Plakate müssen wieder weg

Auf einem britischen Corona-Plakat ist die Rolle von Frauen auf so tradierte Weise abgebildet, dass es jetzt entfernt wird. Was darauf zu sehen ist, zeigen wir Ihnen hier.

Foto: IMAGO / ZUMA Wire

Auf einem britischen Corona-Plakat ist die Rolle von Frauen auf so tradierte Weise abgebildet, dass es jetzt entfernt wird. Was darauf zu sehen ist, zeigen wir Ihnen hier.

Mit diesem Corona-Plakat hat die Regierung in Großbritannien einen Bock geschossen: Weil es die Rolle von Frauen in tradierter Weise zeigt, wird es jetzt aus dem Verkehr gezogen.

Wie definiert sich die Rolle der modernen Frau? Diese Frage dürfte gerade viele Menschen in Großbritannien beschäftigen, denn dort sorgt derzeit ein Plakat für Aufregung, bei dem es eigentlich um den richtigen Umgang in der Pandemie geht – und in Bezug auf Frauen eindeutig einen Fauxpas begeht. Warum das Corona-Plakat sexistisch ist? Sehen Sie selbst!

Corona-Plakat in Großbritannien zu sexistisch

"Stay Home. Save Lives" ("Bleibt zu Hause. Rettet Leben") ist eine Kampagne, die von der britischen Regierung in Auftrag gegeben wurde, um die Bevölkerung in Form von Plakaten, TV-Spots und Anzeigen für das richtige Verhalten während der Corona-Pandemie zu sensibilisieren. Abstand halten, zu Hause bleiben, Mund- und Nasenschutz tragen, Hände waschen: All das wird in vielen verschiedenen Motiven vor allem über einprägsame Bilder transportiert.

Bei einem Plakat haben die Verantwortlichen aber ziemlich danebengegriffen, als sie das Motiv abgenickt haben: Es zeigt vier verschiedene häusliche Momente, die wohl typisch sein sollen – und es vermutlich auch viel zu häufig noch sind –, aber eine absolut veraltete Frauenrolle abbilden. Soll heißen: Einmal sind zwei Frauen beim Putzen zu sehen, einmal eine Mutter, die ihren Kindern bei den Hausaufgaben hilft, einmal eine Mutter mit ihrem Baby auf dem Arm. Ach ja, auf einer Zeichnung ist tatsächlich auch ein Mann zu sehen – er sitzt auf dem Sofa, die Frau schmiegt sich an ihn, ein Kind an die Frau. Alles klar?

Zu viele Beschwerden: Regierung lässt das Plakat entfernen

Wen wundert's, dass sich in erster Linie Frauen vor allem über die sozialen Netzwerke sehr empören. So schreibt Journalistin Lorraine Candy auf Twitter: "Jesus – ohne Worte. Zurück in die 1950er-Jahre. Was ist los mit diesen Männern? Ihre Frauen arbeiten doch wohl auch, oder? Bedeutet das, dass Frauen die Kinderbetreuung übernehmen müssen? Das kann doch nicht gemeint sein – so dumm und sexistisch... oder doch?"

Labour-Abgeordnete Yvette Cooper äußert sich ganz ähnlich: "Eine Nachricht der Regierung an unsere Frauen und Mädchen!! Im Jahr 2021. Es zeigt sich, dass sich auch der Sexismus der 1950er-Jahre schnell verbreitet." Damit spielt sie auf die Ausbreitung des Coronavirus an – worum es in der Kampagne ja eigentlich geht.

Auch Verhaltensforscherin Dr. Pragya Agarwal ist fassungslos: "Wer hat das gemacht? Und wer hat es genehmigt? Es ist heteronormativ, die Ansicht zu bekräftigen, dass es die Aufgabe einer Frau ist, zu Hause zu unterrichten, zu putzen und die Kinderbetreuung zu übernehmen. Befinden sich die Männer da draußen in einem Krieg, oder was soll das?"

Mittlerweile wurde das Plakat aus der Kampagne entfernt, wie ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gegenüber bestätigte: "Ich möchte klarstellen, dass dies nicht der Sicht der Regierung auf Frauen entspricht. Deshalb haben wir es zurückgezogen." Immerhin. Schöner wäre es gewesen, ein solches Machwerk erst gar nicht in Umlauf zu bringen: Es ist nicht nur weit entfernt davon, welche Rolle Frauen heutzutage in der Gesellschaft einnehmen, sondern auch davon, welche sie in der Partnerschaft haben (sollten).

Gerade hat auch die Regierung in Südkorea mit Schwangeren-Tipps von vorvorgestern für Empörung gesorgt. Und auch dieser Vorfall war absolut unter der Gürtellinie: So frauenverachtend wurde Politikerin Sawsan Chebli beleidigt!

Dabei geht es doch auch anders: Das berühmte Magazin Cosmopolitan hat kürzlich normal gebaute Frauen auf dem Cover gezeigt – zum ersten Mal. Sich stolz genauso zeigen zu können, wie man ist – das sollte die neue Botschaft sein. Das sehen diese starken Frauen genauso:

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