Aktualisiert: 05.01.2021 - 16:45

Online-Suche nach Beziehung Bei Dating-Apps geht's nur um Sex? Was eine Studie dazu herausgefunden hat

Haben Dating-Apps nur schnellen Sex oder auch langfristige Beziehungen zur Folge? Forscher haben sich mit dieser Thematik beschäftigt. Das sind die interessanten Ergebnisse.

Foto: Getty Images/ozgurdonmaz

Haben Dating-Apps nur schnellen Sex oder auch langfristige Beziehungen zur Folge? Forscher haben sich mit dieser Thematik beschäftigt. Das sind die interessanten Ergebnisse.

Zu was führen Dating-Apps? Zu schnellem Sex, wie viele nach wie vor unken, oder einer langfristigen Beziehung? In einer aktuellen Studie ging es unter anderem genau darum. Das sind die Ergebnisse.

Beziehungen, die sich auf Dating-Apps gründen, werden auch heute noch häufig skeptisch betrachtet. Schließlich genießen solche Online-Portale nicht selten den zweifelhaften Ruf, nur das eine zustandezubringen, nämlich schnellen Sex. Ist das wirklich so? Eine Studie, die sich mit Dating-Apps und deren Mitgliedern beschäftigt hat, bringt interessante Erkenntnisse hervor.

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Studie über Dating-Apps: Geht's nur um Sex – oder Beziehungen?

Woher kommt es, dass Dating-Apps nach wie vor nachgesagt wird, sie seien etwas für eine schnelle Nummer, für ernsthafte Beziehungen sei dort kein Platz? Zum einen, weil für das richtige Match aus einer Vielzahl an in Frage kommenden Personen ausgesucht wird – das hat etwas von Katalogbestellung. Zum anderen, weil das Kennenlernen nicht über Gespräche, Humor und Umgang erfolgt, sondern über Fotos und Auflistung von Interessen – da ist Oberflächlichkeit vorprogrammiert. Oder?

Ein Forschungsteam aus der Schweiz rund um Soziologin Gina Potarca von der Universität Genf hat jetzt Daten von rund 3240 Erwachsenen untersucht, um darauf eine Antwort zu erhalten. Grundlage dafür bildet das "Schweizer Haushalts-Panel" von 2018, eine jährliche Langzeitstudie zu den Lebensbedingungen in dem Land. Alle Personen waren in einer Beziehung und hatten Partnerin oder Partner in den vergangenen zehn Jahren kennengelernt. Bei etwa 500 von ihnen erfolgte das Kennenlernen über eine Dating-App.

Zusammenziehen, Kinder, Zufriedenheit: Die Ergebnisse der Studie

Laut der aktuellen Studie waren es folgende Dinge, die das Forscherteam belegen konnte, wie "MDR Wissen" zusammenfasst:

  • Was die Zufriedenheit der Befragten in ihren Beziehungen angeht, war kein Unterschied festzustellen.
  • Paare, die über Dating-Apps zusammengekommen waren, hatten ein stärkeres Interesse daran, zusammenzuziehen.
  • Bei Paaren, die sich über Dating-Apps gefunden hatten, war häufiger der Wunsch nach Kindern vorhanden, vor allem bei den Frauen.

"Wir haben tatsächlich festgestellt, dass Paare, die sich über Dating-Apps kennengelernt haben, in vielerlei Hinsicht sogar größere Ambitionen haben, was langfristige Familien- und Beziehungsplanung angeht" – so bringt Studienleiterin Gina Potarca den vielleicht wichtigsten Aspekt dem britischen "Guardian" gegenüber noch einmal auf den Punkt.

Apps überwinden eher soziale und räumliche Grenzen

Weitere interessante Aspekte der Studie: Dating-Apps haben nicht nur eine größere Mobilität bei Paaren und damit Fernbeziehungen zur Folge – sie sorgen offenbar auch dafür, dass sich mehr Menschen aus unterschiedlichen Bildungsschichten zusammentun. So käme es häufiger vor, dass Frauen in Beziehungen, die auf Dating-Apps fußen, einen höheren Abschluss als Männer haben.

Und: Die Ergebnisse beruhigen gerade auch in Corona-Zeiten, in denen Dating-Apps vermutlich noch viel mehr an Bedeutung zulegen. Gina Potarca sagt es dem "Guardian" so: "Vor dem Hintergrund, dass Dating-Apps während des Lockdowns und der Zeit des Social Distancing wahrscheinlich noch beliebter geworden sind, ist es schön, alarmierende Zweifel an ihren langfristigen Auswirkungen beiseite wischen zu können."

Die komplette Studie von Gina Potarca und ihrem Team können Sie hier auf Englisch nachlesen.

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