Aktualisiert: 03.12.2020 - 19:30

Gummi-Bund der Ehe Bodybuilder aus Kasachstan heiratet Sexpuppe

In Kasachstan hat ein Bodybuilder jetzt eine Sexpuppe geheiratet. Ja, geht das überhaupt? Offenbar schon...

Foto: Getty Images / Terence Toh Chin Eng / EyeEm

In Kasachstan hat ein Bodybuilder jetzt eine Sexpuppe geheiratet. Ja, geht das überhaupt? Offenbar schon...

Mann heiratet Sexpuppe: Okay, das ist wirklich abgefahren. Doch ein Bodybuilder aus Kasachstan hat das jetzt tatsächlich getan. Bei aller Absurdität: Er ist nicht der erste. Sind solche "Beziehungen" wirklich möglich?

"Bis dass die Materialermüdung uns scheidet!" Bei Yuri Tolochkos Ehebündnis muss es wohl in etwa so gelautet haben. Zumindest, was seine ihm angetraute Frau angeht. Denn der Bodybuilder aus Kasachstan hat eine Sexpuppe geheiratet. Skurril...

Kasachischer Bodybuilder heiratet Sexpuppe

Schon seit vielen Monaten sind Yuri Tolochko und seine Margo – so der Name der Dame aus Plastik – ein Paar, wenn man es denn so nennen will. Woran der 35-Jährige, der sich auf seinem Instagram-Account "Athlete. Art worker. Blogger. Sexy maniac." (übersetzt: Athlet. Künstler. Blogger. Sexy Wahnsinniger.") nennt, keinen Zweifel lässt. Immerhin wollte er seine Liebste schon vor über einem Jahr ehelichen. Doch dann kam Corona.

Jetzt, vor wenigen Tagen, konnte die Hochzeit endlich stattfinden. Logisch, dass der kasachische Influencer den großen Tag auf seinem Instagram-Account festhielt.

Publicity-Gag mit ernstem Hintergrund?

Hat diese Liaison tatsächlich mit so etwas wie Zuneigung zu tun – für ein amouröses Abenteuer bräuchte es ja nicht gleich das Ehebündnis mit einem Gummiwesen – oder steckt möglicherweise auch noch etwas anderes dahinter?

Fakt ist: Vor wenigen Wochen war Yuri Tolochko, der sich selbst als pansexuell bezeichnet – Geschlecht oder Geschlechtsidentität spielen für ihn also keine Rolle –, auf einer Kundgebung in der kasachischen Großstadt Almaty. Es ging um Transgender-Menschen, "ihre Diskriminierung ist in unserem Land besonders hart. Sie werden in Gefängnissen vergewaltigt", schreibt der Bodybuilder. Er habe Frauenkleider getragen und sei verprügelt worden, musste daraufhin im Krankenhaus behandelt werden: "Ich habe eine gebrochene Nase, eine Gehirnerschütterung, ein Stück meines Vorderzahns wurde abgebrochen."

Ob es also nicht nur um Follower auf Instagram, sondern auch darum ging, auf Missstände in einem Land aufmerksam zu machen – wo es Menschen, die von der Heterosexualität abweichen, sehr schwer haben, und eine Hochzeit, wie sie der 35-Jährige jetzt gefeiert hat, vielen sicher ein Dorn im Auge ist? Ob die Ehe rechtlich überhaupt Bestand hat, sei mal dahingestellt – doch darum ging es Yuri Tolochko vermutlich nicht an erster Stelle.

Nicht die erste Ehe mit einer Puppe

Der Kasache ist übrigens nicht der erste Mensch, der den Bund der Ehe mit einer Puppe eingeht: 2018 hat der damals 35-jährige Japaner Akihiko Kondo die virtuelle Anime-Figur Miku Hatsune zur Frau genommen. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete, fand die Hochzeit mit 40 geladenen Gästen statt – rechtlich gesehen sei sie allerdings ungültig, was den Bräutigam allerdings nicht gestört habe. Mit echten Frauen sei er nie klar gekommen, sei von ihnen gemobbt worden.

Sogar 2012 schon hat Everard Cunion in Großbritannien eine Puppe aus Silikon vor den Altar geführt. Und 2015 sorgte ein damals 28-jähriger Japaner für Schlagzeilen, als der unheilbar an Krebs erkrankte eine Sexpuppe ehelichte. Sein irgendwie ja rührendes Argument war, nach seinem bald zu erwartenden Tod keine trauernde Witwe hinterlassen zu wollen. Gar nicht zu heiraten, war wohl keine Option für ihn.

Beziehung zu Objekten? Das sagt der Experte dazu

Wie auch immer man es bewerten mag: Beziehungen zwischen Menschen und Puppen gibt es offensichtlich. Völlig absurd für Sie? Immerhin teilen viele Personen ihr Leben mit einem Haustier, das gar nicht einmal so selten einen Partner ersetzt – gerade dann, wenn sie kaum Kontakt zu anderen Menschen haben.

Wir haben Eric Hegmann, Paarberater, Parship-Coach und Gründer Modern Love School, in der er Online-Kurse rund um Beziehungsthemen anbietet, nach seiner Meinung dazu gefragt. Und er bestätigt: "Menschen können sich tatsächlich in Objekte verlieben. Das geht über eine Fetischierung hinaus, es wird eine Verbindung verspürt, die diese Personen als Liebe beschreiben.

Gesellschaftlich akzeptierter ist die Liebe zu einem Lebewesen wie zu einem Haustier, das als Familienangehöriger erlebt wird – seltener, wenn es in der Priorität über dem Beziehungspartner steht oder zum Ersatz für einen Beziehungspartner. Für viele schwer vorstellbar, wissenschaftliche Studien haben jedoch nachgewiesen, dass beispielsweise bei der Liebe zu Avataren (virtuelle, künstliche Intelligenzen) tatsächlich die gleichen Hirnregionen aktiv sind wie auch bei zwischenmenschlichen Beziehungen.

Aus therapeutischer Sicht ist jedoch vermutlich in vielen Fällen eine Form der Bindungsangst der Antrieb für diese Gefühle, also das Vermeiden von möglichen Verletzungen, die sich durch jede emotionale Verbindung von Menschen ergeben muss. Im konkreten Fall erscheint mir aber auch möglich, dass hiermit auf die LGBT-Rechte in Kasachstan aufmerksam gemacht werden soll."

➔ Mehr Infos zu unserem Experten Eric Hegmann finden Sie hier, und hier geht's zur Modern Love School. Dort finden Sie auch passende Online-Kurse zum Thema.

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Tja, was heißt schon normal: Marcel Kahl ist mit einem Mann verheiratet, die beiden haben zwei Söhne, die von einer Leihmutter ausgetragen wurden. Ungewöhnlich? Nicht für diese Regenbogenfamilie!

Von einer bunteren Welt träumt bestimmt auch Alex Hölzl: Als nichtbinäre Person wurde sie schon "genderverwirrter Idiot" genannt, wie sie BILD der FRAU im Interview erzählt hat.

In welcher Konstellation auch immer eine Beziehung geführt wird: Wichtig ist, dass sie einen glücklich macht! Viele Artikel rund um die Partnerschaft finden Sie auf unserer Themenseite Beziehungstipps.

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