Aktualisiert: 18.10.2020 - 22:02

Nicht mit Katalogbestellung verwechseln! Online-Dating: Eine Expertin verrät die Dos and Dont's

Fällt Ihnen Online-Dating leicht – oder tun Sie sich eher schwer damit? In jedem Fall helfen die Dos and Dont's einer Expertin sowie deren Tipps zum virtuellen Kennenlernen weiter!

Foto: iStock.com/Inna Reznik

Fällt Ihnen Online-Dating leicht – oder tun Sie sich eher schwer damit? In jedem Fall helfen die Dos and Dont's einer Expertin sowie deren Tipps zum virtuellen Kennenlernen weiter!

Die einen tun sich schwer damit, anderen fällt es leicht – Fakt ist: Die virtuelle Partnersuche ist anders als ein "echtes" Kennenlernen. BILD der FRAU hat eine Expertin nach den Dos and Dont's im Online-Dating gefragt.

Des einen Freud, des anderen Leid: Das trifft definitiv auch auf die Partnersuche übers Internet zu, denn während es für manche ein Leichtes ist, sich in der virtuellen Welt zu präsentieren, tun sich andere eher schwer damit.

Sabine Schöler, Geschäftsführerin der Online-Partnervermittlung LemonSwan, kennt diese Problematik: Sympathie, Persönlichkeit, dieses erste Bauchgefühl – all das ist bei einem Date im Netz schwieriger auszumachen als bei einem "echten" Treffen. Und dennoch hat der erste Austausch via Internet auch positive Seiten. Mit BILD der FRAU hat die Expertin über die Dos an Dont's des Online-Datings, außerdem über die Herausforderungen des virtuellen Kennenlernens gesprochen.

Expertin verrät die Dos an Dont's des Online-Datings

Liebe Frau Schöler, lässt sich die natürliche Ausstrahlung überhaupt online kompensieren?

Sabine Schöler: Bis zu einem gewissen Grad geht das sehr wohl. Zum einen lässt sich durch ein gepflegtes Profil die eigene Persönlichkeit transportieren, indem man mit Liebe zum Detail seine vollständigen Informationen angibt und in seinen eigenen Worten beschreibt. Zum anderen kann eine kleine persönliche Anekdote dem Profil eine individuelle Note geben.

Ein direktes Kennenlernen wird dadurch natürlich nicht ersetzt, denn äußere Reize wie ein sanftes Lächeln, ein zarter Duft oder der Klang der Stimme wirken vor Ort zusätzlich auf uns ein. Insofern stellt das Online-Profil einen ersten Kontaktpunkt dar. Je mehr persönliche Statements man einbringen kann, desto authentischer ist das Abbild.

Aber Achtung: Nicht direkt mit der Tür ins Haus fallen, das Profil ist nicht dazu da, seine ganze Lebensgeschichte zu erzählen. Vieles lässt sich doch besser vis-à-vis erzählen – und dabei kann man dann mit seiner natürlichen Ausstrahlung vollends überzeugen.

Wie kann man sich online möglichst natürlich geben?

Ich finde es sehr wichtig, dass man sich keine zweite Online-Persönlichkeit erschafft. Egal, was man sucht, man sollte sich immer so präsentieren, wie man wirklich ist. Singles sollten ehrlich sein, dabei sollte der natürliche Charme aber nicht fehlen. Wie so oft zählt auch hier der erste Eindruck.

Bitte kein Bewerbungsfoto fürs Profilbild wählen

Eine Auswertung hat uns gezeigt, dass Profile mit einem sympathischen Profilbild bis zu 70 Prozent mehr Nachrichten erhalten. Es lohnt sich also darauf zu achten, dass das Gesicht gut zu erkennen ist. Ein schönes Lächeln macht nahbar. Also bitte nicht hinter einer großen Sonnenbrille verstecken oder das Bewerbungsbild hochladen. Es ist besser, sich authentisch und menschlich zu geben.

Um dies zu unterstreichen, könnte man zum Beispiel noch zusätzliche Bilder hochladen, um mehrere Facetten von sich preiszugeben – so erfährt der andere von Dingen, die man mag und gerne tut.

Was raten Sie Menschen, die sich schriftlich eher schwertun?

Das Gute beim Online-Flirten ist, dass man nicht sofort antworten muss, sondern sich etwas Zeit lassen kann. Die ersten Anhaltspunkte für ein Gespräch liegen oft in dem Profil des anderen verborgen. Ein ernsthafter Blick auf das Profil des Gegenüber bringt die ersten Ideen: Was springt mir direkt ins Auge und macht mich neugierig? Diese Punkte kann man aufgreifen und für einen Gesprächseinstieg nutzen.

Grundsätzlich muss man sich nicht verstellen, sondern kann ein Gespräch so starten, wie man es auch im echten Leben tun würde. Das wirkt authentisch. Emojis können helfen, das geschriebene Wort zu unterstützen. Man sollte es aber nicht übertreiben und auch nur auf bekannte Emojis zurückgreifen. Sonst läuft man Gefahr, dass der andere erst einmal eine halbe Stunde lang rätseln muss, bevor die Nachricht überhaupt verstanden wird.

Raus aus dem Chat-Fenster, wer sich ernsthaft kennenlernen will

Aber auch ein Satz wie "Ich schreibe nicht so gerne, wollen wir lieber sprechen" ist durchaus erlaubt. Deshalb raten wir auch dazu, möglichst vom Schreiben zu einem anderen Kanal zu wechseln, sobald der Austausch dann nach einem ersten Herantasten intensiver wird. Denn aus unserer Erfahrung heraus wissen wir, dass so schneller Nähe entstehen kann. Außerdem lassen sich im persönlichen Gespräch über die Stimme sehr viel besser Emotionen übertragen. Um sich ernsthaft kennenzulernen, lohnt es sich also, schnell die Anonymität des Chat-Fensters zu verlassen – egal ob Telefonanruf, Video-Date oder persönliches Treffen.

Ist hundertprozentige Ehrlichkeit immer gut? Oder sind kleine Notlügen manchmal angebracht?

Wer schon am Anfang des Kennenlernens eine Lüge auftischt, hat wenig gute Chancen. Schließlich steht man sich, wenn alles gut geht, irgendwann live und in Farbe gegenüber, und dann fliegen die meisten Flunkereien schnell auf. Außerdem wäre das kein guter Start für eine Beziehung.

Die wichtigsten Tipps fürs Online-Dating
Die wichtigsten Tipps fürs Online-Dating

Wünsche, Bedürfnisse, Erwartungen: gleich mit der Tür ins Haus fallen oder lieber nach und nach?

Wer direkt mit der Tür ins Haus fällt, kann den anderen schnell überfordern. Bei einem Kennenlernen in einer Bar würde man auch nicht gleich damit beginnen, warum die letzte Beziehung zu Bruch gegangen ist und was jetzt sofort besser werden muss. Es ist zwar wichtig, seine Bedürfnisse zu äußern und sich nicht zu verstellen, trotzdem sollte man nicht direkt alles erzählen.

Wer zu viel über sich spricht, vergibt auch die Chance, mehr über sein Gegenüber zu erfahren bzw. der anderen Person die Möglichkeit zu geben, das zu erfragen, was ihn oder sie besonders interessiert. Und letztlich sollte man auch nicht vergessen, dass das Kennenlernen und Flirten, sowohl online als auch offline, beiden Spaß machen sollte.

Vorteile Online-Dating: keine räumliche Begrenzung, auch schüchterne Menschen haben Chancen

Ein aktueller Zusatz dazu, was das persönliche Kennenlernen in Zeiten von Corona betrifft: Das ist ein Thema, bei dem auf jeden Fall die eigenen Erwartungen kommuniziert werden können und sollten. Es ist absolut okay, ehrlich zu sagen, dass man sich beispielsweise erstmal im Freien treffen will und auf Abstand bleiben möchte. Das muss auch dem Flirten nicht im Wege stehen. Generell bedeutet flirten nämlich, spielerisch einen Menschen kennenzulernen, sich gegenseitig ein gutes Gefühl zu geben und zu testen, ob gegenseitige Anziehungskraft besteht – und das geht auch mit ein wenig mehr Abstand.

Hat der Online-Flirt auch Vorteile gegenüber dem Offline-Flirt?

Ja, sogar sehr viele. Der größte Vorteil des Online-Datings ist, dass es räumlich nicht begrenzt ist und man Menschen trifft, die einem sonst vielleicht niemals über den Weg gelaufen wären. Online einen Partner zu suchen, ist auch für all diejenigen von Vorteil, die zeitlich stark eingebunden sind. Aber auch schüchterne Personen, denen es schwerer fällt, einfach so auf Menschen zuzugehen, können hier besonders überlegt vorgehen.

Ein großer Benefit ist es zudem, dass sich anhand des Persönlichkeitstests Menschen finden, die eine gute Voraussetzung für eine glückliche Beziehung haben und anhand der Profilinformationen erste Gemeinsamkeiten entdeckt werden können. So ist die Chance, Menschen zu treffen, die die gleichen Interessen und Wünsche haben, sehr viel höher als vielleicht im Café oder im Bus.

Gleichzeitig können durch Filterkriterien die eigenen Wünsche an einen Partner berücksichtigt werden, etwa ob ein Kinderwunsch besteht oder nicht. Wir raten allerdings dazu, die Filter nicht zu eng zu setzen, denn jeder kennt das Sprichwort "wo die Liebe hinfällt": Die Online-Partnersuche ist keine Katalogbestellung, sondern ein Ort, an dem sich Menschen auf angenehme Weise kennenlernen wollen.

Drei Tipps, wie Sie ans Online-Dating rangehen sollten

Ihr persönlicher Tipp: das A und O beim Online-Flirt?

Am besten ist es, sich vor Augen zu führen, dass Flirten absolut keine Perfektion erfordert, sondern es im ersten Schritt einfach um das freundliche Ansprechen bzw. den netten Dialog mit einer Person geht. Ich würde einen Flirt eher wie eine spielerische Annäherung sehen.

Meine drei wichtigsten Tipps lauten:

  • Offen und neugierig sein. Erwartungen schränken den Horizont ein, stattdessen lieber auf Menschen einlassen und einfach mal schauen, ob man nicht dabei jemand Interessantes kennenlernt. Der erste Eindruck hat schon vielen in der Liebe einen Streich gespielt.
  • Zuhören können ist genauso wichtig wie erzählen können. Damit lässt man sich auf Menschen ein und zeigt Interesse. Flirten ist ein Geben und Nehmen, ein Dialog, in dem man sich gegenseitig den Ball zuspielt. Deswegen ist es besser, kürzer und empathisch zu schreiben und bei intensiveren Gesprächsthemen zu einem anderen Kanal zu wechseln.
  • Authentisch bleiben – klar ist es gut, sich beim Flirten online wie offline zu überlegen, worüber man sprechen möchte und wie man auf eine Antwort reagieren will, aber bitte nicht ewig an Worten und Sätzen feilen, sondern einfach man selbst sein – so wie man spricht und reagiert. Und damit dem Gegenüber zeigen, dass er/sie genauso authentisch reagieren kann.

Tops und Flops beim Online-Dating: die wichtigsten Regeln

Hier gibt's sechs goldene Regeln für die Online-Partnersuche von Sabine Schöler:

Top 3

  • Respektvoller und höflicher Umgang: Sich online kennenzulernen heißt, dass die Partnersuche genauso viel Respekt für das Gegenüber verlangt wie offline auch. Bei der Partnersuche ist offline genauso wie online Respekt vor dem Gegenüber das A und O – dazu gehört eine nette Begrüßung, Zuhören und freundliches Antworten.
  • Individuelles, persönliches Profil: Der erste Eindruck zählt – dabei meine ich nicht nur ein ansprechendes Profilbild, sondern auch einen sympathischen Willkommenstext. Hier sollten Online-Singles Zeit darauf verwenden, sich authentisch zu präsentieren, zum Beispiel mit einem persönlichen Detail, das neugierig macht und Anknüpfungspunkt für ein weiteres Gespräch sein könnte. Ob ein spannendes Hobby, die letzte verrückte Reise oder ein sinnstiftendes Zitat – es gibt viele Möglichkeiten, sich von anderen abzuheben.
  • Zeit nehmen zum Flirten: Beim Flirten online gilt genauso wie offline: Singles sollten nicht mit der Tür ins Haus fallen, sondern sich Zeit nehmen für das Kennenlernen – und ganz besonders das Flirten dabei nicht vergessen! Singles sollten darauf achten, nicht ihr Gegenüber mit der eigenen Lebensgeschichte zu überfallen. Lieber langsames Herantasten, behutsames Kennenlernen und ruhig die Funken sprühen lassen!

Flop 3

  • Sich einfach nicht mehr melden: Generell vergessen viele, dass es bei der Online-Partnersuche um echte Menschen geht. Im echten Leben würden wir niemals mitten im Gespräch den Raum verlassen, bei der Online-Partnersuche ist sogenanntes "Ghosting", also sich plötzlich einfach nicht mehr melden, gang und gebe. Das ist in jedem Fall ein absolutes No-Go!
    Wenn ich mit einem Menschen nicht mehr in Kontakt bleiben möchte, kann ich mich freundlich mit Worten wie zum Beispiel „Danke, war schön von Dir zu hören, aber für mich passt das nicht” die Konversation beenden.
  • Unehrlichkeit: Lügen haben kurze Beine und spätestens beim ersten persönlichen Treffen kommt sowieso die Wahrheit ans Licht. Mit meinem Profil hinterlasse ich einen ersten Eindruck und dieser darf gut sein. Das heißt, ich darf mich von meiner besten Seite präsentieren. Aber natürlich helfen Lügen hier nicht weiter. Gerade beim Alter glauben viele, damit die Chancen zu erhöhen, wenn sie sich jünger machen. Das hat niemand nötig!
  • Masse statt Klasse: Häufig höre ich von Partnersuchenden, dass sie schon 50 Personen angeschrieben haben, aber nur wenige antworteten. Das kann zum Beispiel daran liegen, dass man mit Standard-Nachrichten wenig interessant wirkt und das Gegenüber sich nicht wertgeschätzt fühlt. Singles sollten sich lieber intensiv mit den Profilen ihrer potentieller Partner/innen auseinandersetzen und individuell anschreiben – das verspricht am Ende mehr Erfolg!

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Die Welt l(i)ebt online – das Geschäft mit der Liebe boomt . Für viele gestaltet sich die Partnersuche so einfacher.

Doch es ist mit der vernetzten Welt – wie so oft – Fluch und Segen zugleich. So kann die

Selbstdarstellung auf Social Media Beziehungen zerstören, erläutert unser Beziehungsexperte Eric Hegmann. Und als ein regelrechter Liebestöter gilt das Handy: So ruiniert Phubbing Ihre Beziehung.

Weitere interessante Artikel rund um die Partnerschaft finden Sie auf unserer umfangreichen Themenseite Beziehungstipps.

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