10.03.2020 - 17:01

So heiratet Deutschland Hochzeitsstudie: Die lustigsten Anträge, die größten Tabus, die beliebtesten Bräuche

Wie wird in Deutschland geheiratet – wie sehen die Anträge aus, wie teuer sind die Feiern, was geht gar nicht beim Fest... Wir verraten Ihnen die Ergebnisse einer großen Hochzeits-Studie.

Foto: iStock / frantic00

Wie wird in Deutschland geheiratet – wie sehen die Anträge aus, wie teuer sind die Feiern, was geht gar nicht beim Fest... Wir verraten Ihnen die Ergebnisse einer großen Hochzeits-Studie.

Heiraten steht hoch im Kurs: Kaum ein Event nimmt soviel Bedeutsamkeit, Zeit – und Geld in Anspruch wie der Tag der Eheschließung. Eine Studie deckt auf, wie die Deutschen rund um die Hochzeit ticken. Die spannendsten Ergebnisse.

"Willst Du mich heiraten?" Es gibt wohl keinen Satz, der wohlüberlegter ausgesprochen wird – in der Regel an einem ganz besonderen Ort – und der so viel Veränderungen mit sich bringt. Kein Wunder also, dass die Hochzeit oft zu einem Event der Superlative wird: Alles wird geplant, bis ins kleinste Detail.

Das Unternehmen "kartenmacherei.de" stellt individuelle Grußkarten für besondere Momente wie Geburt, Jubiläen und eben Hochzeiten her – und hat bereits zum vierten Mal deutschlandweit eine Studie zum Thema "So heiratet Deutschland" durchgeführt. Die spannendsten Ergebnisse der Online-Befragung haben wir für Sie zusammengetragen.

Hochzeitsstudie: Die ungewöhnlichsten Heiratsanträge

Wird die Frage aller Fragen gestellt, setzen die Deutschen auf Tradition – so geht in 75 Prozent aller Fälle der Mann auf die Knie, nur drei Prozent der Frauen machen den Antrag. Immerhin 18 Prozent verzichten ganz auf den klassischen Antrag. Beim Setting geht's dafür häufig origineller zu – hier die zehn ausgefallensten Heiratsanträge:

  • Platz 1: Im Kofferraum ("Da, wo wir immer zum Entspannen hinfahren: auf einer Wiese im nirgendwo")
  • Platz 2: Im Wildpark bei einem extra für das Paar gebuchten Vortrag über Eulen
  • Platz 3: Im Flugzeug in elf km Höhe über das Bordtelefon
  • Platz 4: Am Ende vom Jakobsweg (nach 900 km zu Fuß in Finisterre)
  • Platz 5: In der Achterbahn
  • Platz 6: Beim Warten auf den Bus in einer Wärmekammer
  • Platz 7: Im Autohaus beim Abholen des neuen Autos mit Kennzeichen mit neuen Nachnamen
  • Platz 8: In der Schulklasse
  • Platz 9: Auf dem Fußballplatz nach einem Spiel
  • Platz 10: Auf dem Parkplatz des Stammsupermarkts

Geht gar nicht: Die größten Hochzeits-Tabus

Es gibt Fehler, No-Gos, Peinlichkeiten, die einem das schönste Fest verhageln können. Das gilt auch und vor allem für die Hochzeit. Laut der aktuellen Studie sind das die schlimmsten Patzer:

  • Ein weiblicher Gast erscheint in einem weißen Kleid (47 Prozent)
  • Ein Gast spielt sich in den Vordergrund (34 Prozent)
  • Es werden Reden gehalten, die für Braut oder Bräutigam peinlich sind (29 Prozent)
  • Jemand greift beim Buffet zu, bevor es eröffnet wurde (25 Prozent)
  • Ein Gast trinkt zu viel Alkohol (24 Prozent)
  • Niemand tanzt (21 Prozent)
  • Die Gäste tummeln sich draußen (z.B. zum Rauchen) und verpassen das Essen / das Programm (16 Prozent)
  • Handyfotos werden öffentlich geteilt, z.B. auf Facebook oder Instagram (14 Prozent)
  • Ein Gast kommt zu spät (12 Prozent)
  • Ein Gast kommt ohne Geschenk zur Hochzeit (12 Prozent)
  • Die Gäste sind passiv und lassen sich nicht für Spiele o.ä. begeistern (8 Prozent)

Willkommen in Zeiten von Social Media: Waren es 2017 noch 25 Prozent der Teilnehmer, die veröffentlichte Handyfotos als absolut tabu erachteten, während es gerade einmal 14 Prozent in Ordnung fanden, ist es jetzt genau umgekehrt: ein Viertel aller Befragten hat gar kein Problem damit, für 14 Prozent gilt es nach wie vor als Tabubruch.

Diese Hochzeitsbräuche werden noch häufig gepflegt

Kennen Sie die Tradition, dass die Braut am Tag der Hochzeit etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues bei sich trägt? Sie soll Beständigkeit, glückliche Zukunft, Freundschaft und Verlässlichkeit sowie Liebe, Reinheit und Treue symbolisieren. Der Brauch stammt ursprünglich aus England und hat es auf Platz zwei der beliebtesten Hochzeitsbräuche geschafft.

  • Bräutigam durfte das Hochzeitskleid nicht vor der Hochzeit sehen (84 Prozent)
  • Braut trägt etwas Altes, Neues, Geliehenes und Blaues bei sich (67 Prozent)
  • Brautstrauß wurde geworfen (58 Prozent)
  • Bräutigam hat in der Kirche/im Standesamt auf die Braut gewartet (56 Prozent)
  • Tanzfläche wurde mit einem Hochzeitswalzer eröffnet (53 Prozent)
  • Brautvater hat Braut vor den Altar geführt (47 Prozent)
  • Braut hat einen Schleier getragen (41 Prozent)
  • Nacht vor der Hochzeit getrennt verbracht (38 Prozent)
  • Bräutigam hat die Braut über die Schwelle getragen (20 Prozent)

Kein Brauch, aber trotzdem obligatorisch sind für die meisten Paare die Dankeskarten zur Hochzeit, die nach der Feier an die Gäste geschickt werden und das schöne Andenken an den gemeinsam verbrachten Tag noch vertiefen.

Geschenke, Gäste, Kosten: weitere Ergebnisse

Geschenke sind ein Muss bei einer Hochzeit: Was wünschen sich Brautpaare von ihren Gästen am meisten? Klingt schnöde, aber irgendwie nachvollziehbar: 62 Prozent bitten um Geld. 33 Prozent haben keine expliziten Wünsche, und nur sechs Prozent haben sich für eine Geschenkeliste entschieden, die den Gästen mitgeteilt wird.

Apropos Gäste: Wieviele werden eigentlich eingeladen? 23 Prozent haben 51 bis 75 Gäste, 20 Prozent haben 26 bis 50 Gäste angegeben. 19 Prozent laden stattliche 76 bis 100 Personen ein, und 13 Prozent feiern mit weniger als 25 Gästen.

So eine Hochzeit kostet auch ein hübsches Sümmchen Geld – 24 Prozent der Paare legen dafür zwischen 5.000 und 10.000 Euro auf den Tisch! 23 Prozent bezahlen immerhin noch zwischen 1.000 und 5.000 Euro, und stattliche 22 Prozent lassen sich den großen Tag sogar zwischen 10.000 und 15.000 Euro kosten!

In einem haben sich die Zeiten allerdings ziemlich geändert: Während früher die Eltern der Braut für den Großteil der Kosten der Feier zuständig waren, sind es nur noch 26 Prozent aller Fälle, in denen sie heutzutage mit zur Kasse gebeten werden. Dafür kommen bei 20 Prozent aller Hochzeiten die Eltern des Bräutigams mit dafür auf. 90 Prozent der Befragten hingegen gaben an, ihre Hochzeit zumindest zum Teil selbst zu finanzieren.

Kennen Sie schon das Tor ins neue Leben? Diese Tradition und weitere Bräuche rund um die Hochzeit lesen Sie hier.

Die ganze Studie gibt's hier: kartenmacherei.de.

Brautkleid, Ringe, Torte – was kostet so eine Hochzeit überhaupt? Die wichtigsten Posten – und wie viel Sie dafür einplanen müssen.

Nach dem schönen Heiratsantrag ist vor der Hochzeit: Diese Checkliste hilft bei der Planung für den romantischsten Tag im Leben.

Und wie es mit dem Hochzeits-Dress? Das weiß wohl niemand besser als Deutschlands Brautmodenpapst Uwe Herrmann. Noch mehr Inspiration und romantische Geschichten rund um die Hochzeit finden Sie auf unserer umfangreichen Themenseite.

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