20.12.2018

Der Sex-Experte erklärt Darum sollten Sie vor dem Sex nicht duschen

Vor dem Sex zu duschen, ist keine gute Idee. Warum? Das erklärt der Experte in diesem Artikel.

Foto: iStock/fizkes

Vor dem Sex zu duschen, ist keine gute Idee. Warum? Das erklärt der Experte in diesem Artikel.

Beim Sex wird meist ein Feuerwerk an Gefühlen freigesetzt. Dies kann noch verstärkt werden, wenn mehrere Sinne eingesetzt werden. Ein Experte erklärt, warum man vor dem Sex nicht duschen sollte.

Immer der Nase nach – ein Satz, den wohl jeder kennt. Der Geruchssinn, auch olfaktorische Wahrnehmung genannt, hat eine große Bedeutung in unserem Leben. Über die Nase nehmen wir beispielsweise Feuer, Gas oder andere Gefahren wahr. Außerdem schützt uns das Riechen vor verdorbenen Lebensmitteln. Und das ist noch lange nicht alles, denn der Geruchssinn hilft uns auch bei der Partnerwahl. Wenn sich zwei Menschen "riechen können", sind sie sich in der Regel auf Anhieb sympathischer. Beim Liebesspiel hat die Nase ebenfalls eine große Bedeutung – welche Rolle sie dabei spielt und warum man vor dem Sex nicht duschen sollte, erklärt der Sexualmediziner und Buch-Autor Dr. med. Axel-Jürg Potempa.

Welche Bedeutung hat der Geruch in der Partnerschaft?

Dr. Axel-Jürg Potempa: Der Geruch ist das A und O bei der Partnerwahl. Die Nase entscheidet in der Regel am schnellsten, ob zwei Menschen zusammenpassen. Der natürliche Körpergeruch ist daher enorm wichtig in der Beziehung und kann auch nach dem ersten Kennenlernen luststeigernd eingesetzt werden.

Inwiefern spielt der Schweiß dabei eine Rolle?

Über den Schweiß werden Pheromone ausgeschüttet. Diese dienen als Botenstoffe zur Informationsübertragung innerhalb des Menschen und auch von Mensch zu Mensch. Über die Pheromone können zwei Partner über einen anderen Weg miteinander kommunizieren. Auch über das Ejakulat und das Vaginalsekret können Pheromone transportiert werden.

Warum sollte man vor dem Sex nicht duschen?

Damit diese Botenstoffe auf und im Körper bleiben, sollte auf das Duschen vor dem Sex verzichtet werden. Gleiches gilt übrigens auch für den Gebrauch vom übermäßig viel Parfüm. Jeder unnatürliche Geruch am Körper hemmt die Wirkung der Pheromone.

Gilt in dem Fall also: Je mehr Körpergeruch, desto besser?

Nein, ein starker Schweißgeruch ist eher kontraproduktiv. Wenn sich sehr viel Schweiß auf der Haut bildet und dieser trocknet, wird der Schweiß mit Bakterien durchsetzt, diese sorgen dafür, dass der Schweiß nicht mehr gut riecht. In so einem Fall wäre Duschen vor dem Sex doch die bessere Alternative. Denn ein abtörnender Körpergeruch ist schlechter als ein neutraler Geruch.

Perfekt ist der Geruch, wenn wir nachts oder auch tagsüber in normalen Ausmaß schwitzen, denn danach sind im Körpergeruch die Pheromone zerstäubt. Und auch die Aphrodisiaka-Pheromone, die eine sexuelle Stimulation hervorrufen, sind darin in großen Mengen enthalten.

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Was passiert durch den Geruch des Partners?

Wenn der Geruch des Partners "stimmt", nimmt die Erregungsfähigkeit zu. Der passende Duft kann zudem den Stoffwechsel anregen und den Herzschlag erhöhen.

Der Duft des Partners ist für die Frau bei der Familienplanung sehr entscheidend. Es wird ein Partner gesucht mit einem ähnlichen genetischen Muster, damit es mit dem Nachwuchs klappt. Frauen werden leichter schwanger, wenn der Partner genetisch passt. Wenn eine Frau einen Partner hat, bei dem die Chemie nicht stimmt, dann treten häufiger Orgasmusprobleme auf.

Kann der Geruch den Sex auch schöner machen?

Der Körpergeruch ist das sensibelste Merkmal eines Menschen. Durch den Verzicht auf das Duschen können die Gerüche beim Sex verstärkt werden. Das kann übrigens noch unterstützt werden, indem die Räume beim Liebesspiel abgedunkelt werden. Es geht nicht darum, den anderen nicht zu sehen, sondern den Geruchssinn viel mehr herauszufordern und darauf zu fokussieren. Der optische Sinn wird reduziert, die Konzentration wird verstärkt auf den Tast- und den Geruchssinn gelenkt. Das kann sehr spannend sein und zu einer ganz neuen Erfahrung führen.

Übrigens: Nicht nur die Körpergerüche sind entscheidend beim Sex. Auch Einflüsse von außen können die Lust steigern oder auch verringern. Ein Beispiel hierfür sind Räucherstäbchen. Sie können einen belebenden Einfluss auf das Liebesleben haben. Nur wenn beide den Geruch gut finden, ist der Duft hilfreich beim Sex. Auch durch diese Gerüche von außen können Paare feststellen, ob zwischen ihnen "die Chemie stimmt".

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Dr. Axel-Jürg Potempa arbeitet als Urologe, Androloge, Sexual-, Partnerschaftsmediziner und als Buchautor in München. Mehr Informationen über ihn finden Sie auf seiner Website: www.dr-potempa.jimdo.com/ und auf seiner Facebook-Seite: www.facebook.com/Dr.Potempa

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Dr. Axel-Jürg Potempa hat bereits mehrere Artikel mit BILD der FRAU veröffentlicht. Klicken Sie sich durch – hier antwortet der Sex-Experte auf die häufigsten Sex-Fragen:

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