Aktualisiert: 12.05.2020 - 11:46

Nur noch Augen fürs Display? Liebestöter Handy: So ruiniert Phubbing Ihre Beziehung

Auch in Gesellschaft nicht vom Smartphone ablassen können: Ein Handy stört oft in der Beziehung, das Phänomen wird Phubbing genannt.

Foto: iStock / monkeybusinessimages

Auch in Gesellschaft nicht vom Smartphone ablassen können: Ein Handy stört oft in der Beziehung, das Phänomen wird Phubbing genannt.

Wenn das Handy wichtiger ist als Ihre Beziehung, sind Sie von Phubbing betroffen. Wir erklären, was es mit dem Phänomen auf sich hat und wie Sie sich davor schützen können...

Wissen Sie, was Phubbing ist? Das Wort mag vielleicht neu sein, doch die Bedeutung und vor allem auch die Auswirkungen kommen uns bekannt vor. Phubbing setzt sich aus den englischen Wörtern "Phone" (dt. Telefon) und "snubbing" (dt. jemanden vor den Kopf stoßen) zusammen.

Die offizielle Definition des neumodischen Wortes Phubbing lautet: "The act of snubbing someone in a social setting by looking at your phone instead of paying attention". Übersetzt bedeutet das in etwa: "Der Akt, jemanden vor den Kopf zu stoßen/zu brüskieren, indem man auf sein Handy schaut, anstatt seinem Gegenüber Aufmerksamkeit zu schenken".

Was 2013 noch eine lustige Werbekampagne für das australische Wörterbuch war, ist längst traurige Realität und beschämender Alltag. Hand aufs Herz: Haben Sie Ihr Handy beim letzten Treffen mit Ihrer Freundin in der Tasche gelassen? Oder haben Sie nicht etwa doch hin und wieder eine WhatsApp-Nachricht geschrieben oder gelesen, Facebook gecheckt oder etwas gegoogelt, während Ihre Freundin ihr Herz ausgeschüttet hat?

Vor allem aber ist Phubbing häufig ein Problem in der Beziehung. Überlegen Sie mal: Haben Sie aufs Handy gesehen, als Ihr Partner beim abendlichen Essen von seinem harten Tag erzählt hat?

Phubbing gefährdet Beziehungen

Der technische Fortschritt und auch Social Media heizen den Drang nach ständiger Erreichbarkeit ordentlich an. Auf der einen Seite ein unvermeidlicher Schritt, wenn man mit der Zeit gehen will. Auf der anderen Seite eine ungünstige Entwicklung – vor allem für zwischenmenschliche Beziehungen.

Liebes-Beziehungen sehen sich durch Phubbing besonders bedroht. Wer wird schon gern wegen einem neuen Instagram-Bild eines Promis oder einer Breaking News auf einschlägigen Nachrichten-Portalen vor den Kopf gestoßen und ignoriert?

Klar, dass es in diesem Fall dann auch schon mal zu Streit und Diskussionen kommen kann – was auf Dauer jede noch so glückliche Beziehung strapaziert. Bei einem gemeinsamen Abend wünscht man sich von seinem Partner vollste Aufmerksamkeit. Ein Handy ist da meist nur ein lästiger Störfaktor.

Hinzu kommt, dass Phubbing seinem Gegenüber suggeriert, möglicherweise nicht wichtig genug für eine 100-prozentige Aufmerksamkeit zu sein. Das versetzt nicht nur dem Herzen einen kleinen Stich, sondern kratzt auch gewaltig am Ego. Bedenklich ist es zudem, weil genau das ein häufiger Grund für Seitensprünge ist!

Während Männer in erster Linie aufgrund eines unbefriedigenden Sexlebens fremdgehen, werden Frauen häufig zu einem Seitensprung animiert, wenn sie einen Mangel an Aufmerksamkeit verspüren, wie eine Umfrage des Partner- und Erotikabenteuer-Portals lovepoint.de ergeben hat. Demnach findet jede dritte Frau (33 Prozent) einen Seitensprung gerechtfertigt, wenn sie sich nicht mehr von ihrem Partner begehrt fühlt oder nicht genug Aufmerksamkeit bekommt.

Daran erkennen Sie Phubbing

Doch woran erkennen Sie, ob Sie in der Phubbing-Falle sitzen? Die Signale sind eigentlich eindeutig:

  • Wenn Ihre Freundin, Ihr Partner oder Ihr Ehemann stets und ständig das Handy in der Hand hat,
  • vor allem aber, wenn Sie beim Essen im Restaurant oder mit Freunden sitzen und ausgiebig erzählen und diskutieren, Sie alles drei Mal erzählen müssen, weil er oder sie nicht zuhört und immer wieder nachfragen muss oder Sie gar selbst mit Ihrem Handy verwachsen scheinen und sich vor lauter Ablenkung kaum auf das Gespräch konzentrieren, geschweige denn einlassen können .

Dann sind Sie ganz klar von Phubbing betroffen! Wenn Sie der Übeltäter sind, kommt zudem noch ein unzufriedener Partner hinzu, der es Sie ganz klar spüren lassen wird, wie sehr ihn Ihr Phubbing-Verhalten stört.

Smartphones können depressiv machen

Als wäre die mangelnde Aufmerksamkeit für sein Gegenüber nicht schon schlimm genug, hat eine Studie der texanischen Baylor University von 2016 sogar belegt, dass Smartphones depressiv machen können. 46 Prozent der Befragten gaben an, bereits von ihrem Partner gephubbt worden zu sein. 23 Prozent sind der Meinung, dass Phubbing zu Beziehungsproblemen führt. 37 Prozent fühlten sich durch Phubbing deprimiert.

"Wenn jemand merkt, dass sein Partner Phubbing betreibt, führt dies zu Konflikten und Unzufriedenheit in der Beziehung", fassten die Wissenschaftler das Studien-Ergebnis zusammen. Eine Studie der Korea University fand sogar heraus, dass sich bei übermäßigem Smartphone-Gebrauch das Verhältnis zwischen den Neurotransmittern Gamma-Aminobuttersäure (GABA) und Glutamat verändert – was aller Wahrscheinlichkeit nach für das Auslösen von Depressionen oder Angstzuständen verantwortlich ist, wie unter anderem die Fachzeitschrift "Psychology Today" berichtet. Die Betroffenen gaben zudem an, dass ihre Handysucht ihren Alltag, ihren Schlaf und ihr soziales Leben beeinträchtigen würde.

Wie können Sie Phubbing vermeiden?

Wenn Sie jetzt sich, Ihren Partner oder Ihre Freundin wiedererkannt haben, müssen Sie nicht verzweifeln. Noch ist Hopfen und Malz nicht verloren! Bevor Sie Ihre Beziehung oder Freundschaft gänzlich riskieren, haben wir hier den ultimativen Tipp für Sie, um Phubbing künftig zu vermeiden:

Wenn Sie mit Ihrem Partner oder einer Freundin verabredet sind, lassen Sie Ihr Handy in der Tasche. Oft legt man es raus auf den Tisch, obwohl man es gar nicht braucht. Es könnte ja eine Nachricht kommen!

Damit die Gedanken nicht ständig um das Smartphone kreisen, ist es besser, es nicht in unmittelbarer und vor allem sichtbarer Nähe aufzubewahren. Vor allem, wenn Sie beim Essen sind, sollte das Handy nicht zum Störfaktor werden. Sollte ein wichtiger Anruf kommen, werden Sie es auch bemerken, wenn das Handy in der Tasche ist – sofern natürlich der Ton an ist.

Holen Sie das Handy nur dann raus, wenn Sie tatsächlich kurz (!) ein wichtige (!) Nachricht schreiben oder etwas nachschauen müssen. Wichtig: Packen Sie es wieder in Ihre Tasche, sobald Sie fertig sind. Auch zu Hause lohnt es sich, das Handy für eine Weile wegzupacken. Gerade nach einem stressigen Arbeitstag ist Abschalten wichtig – und das geht nun mal am besten ohne Handy und Co.

Was Sie noch tun können, wenn Ihr Partner nur noch Augen fürs Handy hat.

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Das Handy im Miteinander nicht auszuschalten, ist nur eine von 10 Sachen, die Ihrer Beziehung schaden könnten. Es ist wichtig, miteinander zu kommunizieren und die gemeinsame Sprache in Ihrer Beziehung wiederzufinden.

Nicht immer ist das Handy das Problem. Sehen Sie im Video fünf Anzeichen, an denen Sie erkennen, dass die Liebe erloschen ist:

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