02.10.2018

Kuscheln statt Sex Leiden Sie am Panda-Syndrom?

Keine Lust auf Sex, sondern viel lieber nur kuscheln... Leiden Sie am Panda-Syndrom?

Foto: iStock/Dean Mitchell

Keine Lust auf Sex, sondern viel lieber nur kuscheln... Leiden Sie am Panda-Syndrom?

Wenn Sie am Panda-Syndrom leiden, könnte Ihre Beziehung gefährdet sein. Wir verraten, was es damit auf sich hat und was Sie dagegen tun können.

Kennen Sie das? Sie hatten einen langen Arbeitstag, freuen sich auf Ihren wohlverdienten Feierabend mit Ihrem Partner, wollen einfach nur noch ins Bett. Dort angekommen, kuscheln Sie sich an seinen nackten Oberkörper und – schlafen ein? Wenn Ihnen dieses Szenario bekannt vorkommt und seit längerem zu Ihrem Alltag gehört, kann es gut möglich sein, dass Sie am Panda-Syndrom leiden! Was auf den ersten Blick süß klingt, kann auf Dauer ganz schön gefährlich für Ihre Beziehung werden.

Das Panda-Syndrom: Was ist das?

Paare, die am Panda-Syndrom leiden, haben quasi ein nicht existentes Sexleben – hervorgerufen durch Faulheit. Den niedlichen Namen hat dieses Problem tatsächlich kuscheligen Pandabären zu verdanken. Die sind zwar süß, aber unheimlich faul – sogar wenn es um die Fortpflanzung geht. Sie schlafen, fressen und relaxen lieber den ganzen Tag und lassen sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen. Eigentlich also kaum verwunderlich, dass Pandabären vom Aussterben bedroht sind. Aber Achtung: Das Panda-Syndrom ist nicht mit einer Asexualität gleichzusetzen. Wer am Panda-Syndrom leidet, hat zwar eigentlich Lust auf Sex, kann sich aber einfach nicht dazu aufraffen, seinem Partner an die Wäsche zu gehen. Bei der Wahl zwischen Sex und Schlaf entscheiden sich Betroffene immer für Letzteres.

Das Panda-Syndrom: Wen betrifft es?

Vom Panda-Syndrom betroffen sind vor allem gestresste Menschen. Dabei ist es völlig egal, ob es sich bei dem Stress um beruflichen, privaten oder sogar Freizeit-Stress handelt. Laut einer Studie der Online-Partnervermittlung Parship aus dem Jahr 2017, bei der rund 1000 Bundesbürger im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt wurden, beeinträchtigt das Panda-Syndrom durchaus die Aktivitäten in deutschen Betten. 28 Prozent der Befragten gaben an, oft zu erschöpft für Sex zu sein. Frauen in einer Partnerschaft sind mit 35 Prozent sogar häufiger betroffen als Männer in einer Partnerschaft (22 Prozent).

Interessant ist, dass vor allem Beziehungen betroffen sind, die länger als fünf bis sieben Jahre andauern. Der Grund liegt auf der Hand: Schmetterlinge im Bauch sind bereits tiefen Emotionen gewichen. Liebe, Vertrauen und Geborgenheit haben bei Paaren, die bereits so lange liiert sind, einen höheren Stellenwert erlangt als heißblütiger Sex. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel! Wer jetzt denkt, eine langjährige Beziehung sei langweilig, irrt. Lediglich die Prioritäten fangen an, sich mit der Zeit zu verschieben. Vor allem dann, wenn Kinder kommen.

Weiterhin entscheidend ist, ob die Beziehung generell glücklich und zufrieden macht: Wer unglücklich ist, hat logischerweise eher weniger Lust, sich mit seinem Partner im Bett zu vergnügen. Das gilt übrigens auch, wenn man unabhängig vom Partner unglücklich und problembehaftet ist. Um Spaß beim Sex haben zu können, muss der Kopf frei sein. Nur wer sich richtig fallen lassen kann, kann in vollen Zügen genießen – und hat Lust.

Das Panda-Syndrom: Was man dagegen tun kann

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Paare, die vom Panda-Syndrom betroffen sind, monate- oder sogar jahrelang keinen Sex haben. Auch wenn Sex zu einer gesunden Beziehung dazu gehört: Solange beide Parteien glücklich und zufrieden sind, ist nichts dagegen einzuwenden, dass das Sexleben eingeschlafen ist. Ganz ohne geht es dann aber doch nicht. Studien belegen, dass Sex nicht nur glücklich macht und Stress abbaut, er schafft auch Nähe und Vertrauen, indem er Bindungshormone freisetzt. Wenn Ihr Sexleben also vollkommen eingeschlafen ist, ist das temporär okay. Langfristig sollten Sie jedoch wieder etwas Pepp reinbringen! Sie wissen nicht wie? Wir verraten fünf Tipps, wie Sie wieder richtig in Fahrt kommen.

5 Tipps gegen das Panda-Syndrom

1. Bewusst wahrnehmen

Der stressige Alltag und die Gewohnheit lassen einen manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Obwohl der Partner nackt unter der Dusche steht, putzt man sich lieber schnell die Zähne, anstatt mit runterzuspringen und sich fünf Minuten Spaß zu gönnen. Schauen Sie Ihren Partner wieder bewusst an. Was finden Sie besonders attraktiv an ihm? Nehmen Sie ihn wahr und lassen Sie sich auf Spontaneität ein. Wie oft haben Sie die Küsse Ihres Partner schon unterbrochen, weil Sex einfach gerade nicht in Ihren Zeitplan gepasst hat? Wo wir auch schon bei Punkt 2 wären.

2. Sich Zeit nehmen

Ja, der Alltag zwischen Familie und Karriere ist anstrengend. Ja, am Ende des Tages ist man müde und geschlaucht. Deshalb ist es umso wichtiger, sich ab und zu ein Zeitfenster für Zweisamkeit freizuschaufeln. Ein fester Termin für ein wöchentliches Date kann schon helfen, die Partnerschaft mit all seiner Körperlichkeit mehr zu genießen. Und wenn sich einmal spontan etwas ergibt – morgens unter der Dusche zum Beispiel –, dann zögern Sie nicht! Kein Hahn kräht danach, wenn Sie fünf Minuten später bei der Arbeit, beim Friseur oder in der Kita sind. Eines ist aber sicher: hinterher werden Sie auf jeden Fall glücklicher und entspannter sein.

3. Freiraum schaffen

Zeit für Zweisamkeit ist wichtig. Mindestens genauso wichtig ist es aber auch, Zeit für sich zu haben. Wenn Sie 24/7 mit Ihrem Partner zusammen glucken, ist es kein Wunder, dass die Lust irgendwann flöten geht – und der Nerv-Faktor steigt. Unternehmen Sie hin und wieder etwas unabhängig voneinander. Wenn Sie sich länger nicht gesehen haben, ist die Wiedersehensfreude umso größer – und die Lust ganz sicher ebenfalls.

4. Selbstliebe

Der wohl wichtigste Punkt ist die Selbstliebe. Wer sich in seiner eigenen Haut nicht wohl fühlt, kann sich gar nicht zu hundert Prozent auf Sex mit seinem Partner einlassen. Klar, dass dann auch die Lust nicht gerade auf dem eigentlichen Höhepunkt ist. In diesem Fall sollten Sie mit Ihrem Partner sprechen – nicht, dass er die Sexflaute noch womöglich auf sich bezieht! Sind die Fronten geklärt, sollten Sie sich Zeit für sich nehmen, um an Ihrem Selbstwertgefühl und Wohlbefinden zu arbeiten. Wenn Sie sich unwohl fühlen, weil Sie vermeintlich ein paar Kilos zu viel auf den Hüften haben, suchen Sie sich ein aktives Hobby, bei dem Sie Kalorien verbrennen und etwas für Ihre Fitness tun. Nur wer sich selbst sexy findet, spürt intensive Lust – und kann sie ausleben.

5. Der Fantasie freien Lauf lassen

Sex fängt im Kopf an. Die Fantasie hat einen großen, wenn nicht sogar den größten Anteil an der sexuellen Aktivität des Menschen. Fängt der Film im Kopf an, ist der Körper schnell bereit. Lassen Sie also ruhig mal wieder Ihre Gedanken schweifen, wenn es um das Liebesspiel geht. Lesen Sie einen erotischen Roman, schauen Sie sich erotische Filme an oder versinken Sie in Tagträumen, in denen Sie Ihre geheimsten Fantasien ausleben können.

Wenn Sie Ihre Fantasien dann noch mit Ihrem Partner in die Tat umsetzen können, müssen Sie sich keine Sorgen mehr um ihr Sexleben oder das Panda-Syndrom machen.

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