21.08.2017

Verkrampfung der Vagina Vaginismus: Wenn Sex zur Qual wird

Vaginismus, eine krampfartige Verengung der Vagina beim Sex, betrifft viele Frauen.

Foto: iStock/miljko

Vaginismus, eine krampfartige Verengung der Vagina beim Sex, betrifft viele Frauen.

Sex ist die schönste Nebensache der Welt? Nicht für jede. Viele Frauen leiden unter Vaginismus. Was das ist und was dagegen hilft.

Sex ist schön, Sex macht gesund und Sex macht Spaß. Letzteres trifft jedoch leider nicht auf jede Frau zu. Der Grund: Vaginismus, eine offiziell anerkannte sexuelle Funktionsstörung der Frau. In Deutschland leiden schätzungsweise 15 bis 30 Prozent der Frauen unter der schmerzhaften Verkrampfung der Vagina. Dabei zieht sich die Beckenbodenmuskulatur und Teile der Vaginalmuskulatur so stark zusammen, dass Sex nur unter starken Schmerzen oder gar nicht möglich ist. Bereits das Einführen eines Tampons kann zu Schmerzen führen.

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Primärer und sekundärer Vaginismus

In der Medizin wird zwischen zwei verschiedenen Varianten des Vaginismus unterschieden.

  • Primärer Vaginismus: Besteht bereits von Geburt an
  • Sekundärer Vaginismus: Wird durch ein traumatisches Erlebnis herbeigeführt.

In beiden Fällen kann sowohl der Geschlechtsakt als auch das simple Einführen eines Tampons zu starken Schmerzen führen.

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Ursachen

Die Ursachen für Vaginismus können körperlich in Form von einer Muskelfunktionsstörung oder psychisch bedingt sein. Typisch für den sekundären Vaginismus sind demnach negative sexuelle Erfahrungen oder Missbrauch. Doch auch eine traumatische Geburt kann zu Vaginismus führen! Das Problem dabei ist, dass allein die Angst vor Schmerzen die Betroffenen hemmt, es erneut zu probieren. Ein Teufelskreis. Egal um welche Form es sich handelt, unterm Strich ist es eine Abwehrreaktion des Körpers, die das Sozialleben maßgeblich beeinträchtigt.

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Behandlung

Verzweifeln sollten Frauen deshalb aber nicht, denn es gibt Methoden zur Heilung oder zumindest zur Linderung. Beim primären Vaginismus wird häufig ein Dilatator (lateinisch für Erweiterer) in verschiedenen Größen angewandt, um die Vagina Schritt für Schritt an den "Eindringling" zu gewöhnen, ohne dabei zu verkrampfen. Entspannungsübungen und Beckenbodentraining können zusätzlich helfen.

Gibt es eine körperliche Ursache, kann die meist behoben werden. Beim sekundären Vaginismus ist aufgrund eines traumatischen Erlebnisses die Psyche Schuld an der Verkrampfung. Daher steht hier die psychologische Betreuung im Vordergrund. Durch eine intensive und langfristige Psycho-Therapie können Betroffene das Geschehene verarbeiten und lernen, positive Empfindungen beim Sex zu entwickeln.

Egal von welcher Form Frauen betroffen sind, sowohl der Partner als auch der oder die Gynäkologin sollte eingeweiht werden. Kommunikation ist das A und O einer jeden Beziehung und auch der Arzt kann nur helfen, wenn er um die Problematik weiß.

Hier finden Betroffene die größte Datenbank mit auf Vaginismus spezialisierte Ärzte und Therapeuten im deutschsprachigen Raum.

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