11.05.2017

Brüchig, glanzlos, fettig... SOS-Tipps für schöne und starke Haare

Von

Haare brauchen die richtige Pflege, um dauerhaft schön und glänzend zu bleiben.

Foto: iStock/zest_marina

Haare brauchen die richtige Pflege, um dauerhaft schön und glänzend zu bleiben.

Von Schuppen über Spliss bis Haarausfall – wir verraten Ihnen einfache SOS-Tipps gegen die häufigsten Haar-Probleme.

Es ist oft nicht nur ein optisches Problem, wenn es auf unserem Kopf nicht so aussieht, wie wir uns das wünschen. Manchmal stecken medizinische oder psychologische Gründe dahinter. „Die rund 100.000 Kopfhaare werden wie unsere Organe von Blut und Lymphflüssigkeit ernährt“, sagt der Hamburger Haar-Spezialist Dr. Welf Prager.

„Das allein zeigt schon, dass Haare eine sorgsame Außen- und Innenpflege, z.B. durch richtige Ernährung, ja sogar Stress-Management, brauchen, um gesund, kraftvoll, glänzend zu sein.“ Ist beides nicht im optimalen Bereich – und belasten dann auch noch Krankheiten oder Medikamente – leiden die Haare sichtbar, können krank werden, sogar ausfallen. Hier Dr. Pragers wichtigste Ratschläge und Tipps für die häufigsten Haarprobleme.

Meine Haare haben Spliss, sind brüchig

Mögliche Ursachen: Aggressive Shampoos, zu heißes Föhnen, Färbe- Mittel setzen den Haarspitzen zu, führen zur Materialermüdung des Keratins.

Das rät Dr. Prager: Keine Billig-Kämme mit Pressnähten, Bürsten mit Metallborsten benutzen. Besser: Naturborsten, Hornkämme. Nasse Haare trocken tupfen. Haarspitzen mit ein paar Tropfen hochwertigem Argan-, Mandel-, Jojoba-Öl kitten. Am besten auf Seidenkissen schlafen. Ihr feines Gewebe raut das Haar nicht zusätzlich auf.

Pflege-Maske: 3 EL Olivenöl, 2 EL Honig mischen, ins feuchte Haar geben, 10 Minuten wirken lassen, ausspülen.

>> Mit diesen Lebensmitteln bekommen Sie schöne Haare

Mein Haar glänzt plötzlich nicht mehr

Mögliche Ursachen: Neben Schilddrüsen-Problemen oder Infektionen liegt dieses Haarproblem oft an einem Mangel an Vitamin H (Biotin) Zink, Selen oder Eisen.

Das rät Dr. Prager: Einen leichteren Mangel können Sie sehr gut durch die Ernährung ausgleichen. Essen Sie deshalb viel Nüsse, Haferflocken, Milchprodukte (vor allem Käse), Rindfleisch, Meeresfrüchte, Fisch, Mais, Hülsenfrüchte, Kürbiskerne, Naturreis, Rotkohl, Spargel, Champignons. Oder: Kieselerde in Hafer, Gerste, Hirse, Datteln.

Ich habe fisseliges, dünnes Haar, die Frisur hält nicht

Mögliche Ursachen: Das kann viele Ursachen haben: z. B. eine Unterversorgung mit Eiweißen, Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen durch ungesunde Diäten oder Durchfall. Dünnes Haar kann auch häufig Symptom einer Schilddrüsenstörung oder eines Infekts sein.

Das rät Dr. Prager: Sollten diese Probleme länger als sechs Wochen anhalten, lassen Sie sich beim Arzt durchchecken. Findet er nichts, bitte zum Haarspezialisten (Dermatologen) gehen, damit keine bleibenden Schäden an den Haarwurzeln entstehen.

Meine Haare werden schnell fettig

Mögliche Ursachen: Hormonstörungen z. B. in den Wechseljahren können dazu führen, dass die Talgdrüsen zu viel Fett produzieren. Auch austrocknende Haarpflege kann schuld sein.

Das rät Dr. Prager: Mit Hormonstörungen immer zum Frauenarzt. Es empfiehlt sich ein mildes Anti-Fett-Shampoo, das wenig rückfettende Komponenten hat, dafür aber viele waschaktive Tenside. Auch Kräuterextrakte wie Kamille, Schachtelhalm, Schafgarbe regulieren die Fettbildung.

Rezept: 1 TL Kraut mit 100 ml Wasser aufbrühen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Abgekühlten Sud kreisförmig in die gereinigte Kopfhaut einmassieren, 30 Minuten einwirken lassen. An der Luft trocknen, 3- bis 4-mal die Woche.

>> DAS ist Heidis Wundermittel für Haut, Haare und Figur

Ich habe Schuppen, meine Kopfhaut juckt

Mögliche Ursachen: Die Kopfhaut erneuert sich alle vier Wochen, abgestorbene Zellen weichen täglich neuen. Läuft dieser Prozess zu schnell ab, entstehen Schuppen. Tägliches Haarewaschen, Fönen, Tönen, alkoholische Stylingprodukte begünstigen Trockenheits-Schuppen, weil auch die hauteigenen Fette schwinden. Vor allem in den Wechseljahren.

Das rät Dr. Prager: Haare nur 2- bis 3-mal pro Woche waschen, an der Luft trocknen. Harnstoffhaltige Shampoos benutzen. 2- bis 3-mal pro Woche vorm Schlafengehen einige Tropfen Olivenöl auf die Kopfhaut träufeln, einmassieren, morgens mit auswaschen. Selten steckt ein ansteckender Kleiepilz dahinter. Da helfen Shampoos z. B. mit Zink-Pyrithion.

Ich habe strapaziertes, strohiges Haar

Mögliche Ursachen: Während trockenes Haar mit zu wenig Fett aus den Talgdrüsen versorgt wird, schädigen strapaziertes Haar äußere Einflüsse wie Färben (vor allem Blondieren), Dauerwelle, heißes Föhnen, Lockenstäbe, Glätteisen, Sonne (auch Solarium), Salz- oder Chlorwasser. Das alles raut die schützende Schuppenschicht so sehr auf, dass Feuchtigkeit verdunstet, das Haar spröde, porös, oft auch wie elektrisch aufgeladen wird.

>> So pflegen Sie Ihre Haare im Sommer richtig

Das rät Dr. Prager: Das Haar sanft und seltener bürsten. Regelmäßige Kopfhaut-Massagen kurbeln die Talgproduktion an. Weil das Haar nach dem Waschen zehnmal empfindlicher ist als vorher, beim Kämmen nicht daran ziehen. Regelmäßig Spülungen und Intensivkuren mit einer Mischung aus Proteinen, Feuchtigkeits- und Fettsubstanzen benutzen. Nur mit handwarmem Wasser waschen, mit kaltem Wasser abschließen. Das glättet die Haaroberfläche.

>> Zu viel Haarspray nimmt Locken Elastizität

Meine Haare fallen aus

Mögliche Ursachen: Nur wer mehrere Wochen lang täglich über 100 Haare verliert, sollte sich Sorgen machen. Bei rund 30 Prozent der Frauen lichtet sich der Schopf durch einen anlagebedingten Haarausfall, der meist von der Mutter vererbt wird. Er zeigt sich vor allem nach der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Weitere häufige Auslöser: Stress, falsche Pille, Blutdrucksenker, Eisenmangel.

Das rät Dr. Prager: Das Problem sollte ein Hautarzt abklären. Er kann mit einem Trichogramm der Haarwurzeln die Ursachen aufspüren. Beim anlagebedingten Haarausfall überzeugt der Wirkstoff Minoxidil, auch ein Micro-Needling der Kopfhaut. Das hoch dosierte Mineral Silizium (Kieselerde) oder orthomolekulare Medizin aus der Apotheke können unterstützend helfen. Entspannungsübungen helfen bei stressbedingtem Haarausfall.

Mehr zum Thema Haarpflege

Blond und braun hängt Ihnen zum Hals raus? Dann sollten Sie sich die neuen Trend-Haarfarben für 2017 nicht entgehen lassen! Klicken Sie sich durch die Bilder:

Seite