20.03.2017

Gesunde Zähne Ölziehen schützt den Körper vor Infekten

Alternative Mundspülung ist sehr gefragt.

Foto: iStock/nadisja

Alternative Mundspülung ist sehr gefragt.

Neuere Studien zeigen, dass das morgendliche Ritual des Ölziehens nicht nur gut für Zähne und Zahnfleisch ist. Der ganze Körper profitiert.

Schon seit Jahrhunderten gehört das morgendliche Ölziehen in Indien zur ayurvedischen Heilkunde. Auch ukrainische Nonnen sollen es seit Generationen praktizieren.

Hierzulande ist die Methode vor allem dafür bekannt, Zähne und Zahnfleisch vor Bakterien im Mund zu schützen. Eine 2008 in Indien durchgeführte Studie konnte das eindrucksvoll bestätigen: Regelmäßiges Ölziehen bekämpft das Karies-Bakterium Streptococcus mutans genauso erfolgreich, wie ein medizinisches Mundwasser.

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Ölziehen kann noch viel mehr

„In einer Untersuchung, die ich mit 130 Probanden durchgeführt habe, gab es drei interessante Ergebnisse“, sagt Dr. Annette Kerckhoff, Gesundheitswissenschaftlerin der Carstens Stiftung Natur und Medizin. „Nahezu alle Probanden gaben an, dass sich der Zustand ihres Zahnfleisches und ihre Zahnfestigkeit verbesserte. Ein Großteil freute sich darüber, seltener unter Atemwegsinfekten, wie Husten und Schnupfen zu leiden. Eine dritte Gruppe gab ab, dass sich ihre Gelenkprobleme und ihr Rheuma im Untersuchungszeitraum besserten.“

Warum Ölziehen so gut funktioniert, ist wissenschaftlich noch nicht hinreichend geklärt. „Wir vermuten, dass das Öl über die Mundschleimhaut in der Lage ist, dem Körper Giftstoffe zu entziehen“, sagt die Expertin. „Außerdem stimuliert das ständige Hin- und-Herbewegen des Öls im Mund spezielle Drüsen, die ebenfalls zur Absonderung von Giften anregen.“

Davon profitiert vermutlich auch das Immunsystem. Da es sich nicht mehr um die Erreger im Mundraum kümmern muss, stehen die Abwehr-Kapazitäten für andere Bereiche zur Verfügung.

Bei Indern ist Sesamöl beliebt, in der Ukraine Sonnenblumenöl

Bei der Auswahl des Öls hat man die freie Wahl. „Im indischen Ayurveda kommt hauptsächlich Sesamöl zum Einsatz“, sagt Angelika Jünger, Heilpraktikerin aus Berlin. „Es hat den Vorteil, tief ins Gewebe einzudringen und enthält neben knochen- und zahnstärkendem Kalzium, mit Sesamol und Sesamolin zwei sehr starke Antioxidantien.“

Die ukrainische Naturheilkunde empfiehlt hochwertiges natives und kalt gepresstes Sonnenblumenöl. Es darf bei der Herstellung nicht über 300 Grad erhitzt werden. Es ist reich an B-Vitaminen und den Vitaminen A, D und E. Hinzu kommen Kalzium, Phosphor und Silizium für starke Knochen und feste Zähne.

Am besten zweimal im Jahr als Kur für mindestens 4 Wochen

„Als Geheimtipp für den Mund- und Rachenbereich gilt Leinöl“, sagt die Berliner Heilpraktikerin. „Vor allem der hohe Gehalt an Alpha-Linolensäure macht es so wertvoll. Die mehrfach ungesättigte Fettsäure wirkt entzündungshemmend und hat positiven Einfluss auf Stoffwechselvorgänge. Allerdings schmeckt es nicht besonders gut. Deshalb empfehle ich, es zu gleichen Teilen mit Sonnenblumenöl zu mischen.“

Schmackhafter ist Kokosöl. Es hat starke antibakterielle Eigenschaften und ist deshalb für die Mundflora bestens geeignet. Weizenkeimöl eignet sich ideal zur Wundheilung im Mund und fördert darüber hinaus die Zellerneuerung.

Schwarzkümmelöl hat schmerzlindernde und entzündungshemmende Eigenschaften. Die vielen gesunden Inhaltsstoffe - Biotin, Betacarotin, Folsäure, Magnesium und Selen – sollen zudem bei Rheuma, hohem Blutdruck, Schuppenflechte und Harnwegserkrankungen helfen.

Ölziehen hat keine Nebenwirkungen und bietet sich deshalb als regelmäßiges, morgendliches Ritual, etwa während des Duschens, an. „Für fühl- und spürbare Erfolge sollte man es aber wenigstens vier bis sechs Wochen täglich durchführen“, sagt Angelika Jünger. „Zweimal im Jahr eine Kur ist ideal.“

So geht’s: Entgiftung für zuhause

  • Morgens auf nüchternen Magen einen Teelöffel des bevorzugten Öls in den Mund nehmen und 20 Minuten lang in alle möglichen Richtungen durch die Zähne ziehen.
  • Untersuchungen haben gezeigt, dass es diese Zeit braucht, um Giftstoffe zu neutralisieren. Wer Probleme hat, die Prozedur 20 Minuten durchzuhalten, kann auch erst einmal mit fünf bis zehn Minuten anfangen, bis sich der Gewöhnungseffekt einstellt.
  • Dann die Dauer erhöhen.
  • Ganz wichtig: das Öl nicht runterschlucken, sondern ausspucken.
  • Den Mund danach gründlich mit warmem Wasser ausspülen und zum Schluss Zähne putzen.

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