25.08.2010

Kochschule Gelber Dotter = glückliche Hühner?

Foto: iStock

Ob die Eier nun eine braune oder weiße Schale haben, ist egal - dass wissen wir spätestens seit unserer Gerüchteküche Nr. 24. Aber wie sieht es mit der Dotterfarbe aus? Kann man daran vielleicht ablesen, ob ein Huhn ein glückliches Leben führt?

Angeblich ist das Huhn um so glücklicher, je intensiver orange das Eigelb ist. Dagegen würde ja dann das hellere, gelbe Dotter von einem unglücklichen Huhn stammen, das in einem engen Stall sitzt und kaum Sonnenlicht abbekommt. Oder?

Was sagt die Farbe des Dotter aus?

Durch die Farbe des Eigelbs kann man Rückschlüsse auf die Ernährung des Huhns ziehen.

Je mehr Carotinoide die Henne durch die Nahrung aufnimmt, desto kräftiger färbt sich das Dotter. Carotinoide sind reichlich in der freien Natur zu finden, wie zum Beispiel in Obst, Gemüse und Grünzeug. Hühner, die viel an der frischen Luft sind und sich von frischen Erzeugnissen aus der Natur ernähren, legen also Eier mit kräftig gefärbtem, gelb-orange-farbenem Dotter.

Im Winter bekommen die Hennen weniger frisches Grün und das Eigelb verliert das leuchtende Orange. Soweit die Theorie.

Glückliche Hennen = orangefarbener Dotter?

So leicht ist der Gemütszustand der Henne dann aber doch nicht an der Dotterfarbe zu erkennen. Denn konventionelle Hennenhalter haben längst mitbekommen, dass der Kunde lieber Eier mit orangefarbenem Dotter kauft.

Und so mischen sie dem Futter einfach Carotinoide, also natürliche Farbstoffe unter, damit sich das Eigelb leuchtend orange färbt. Der Natur wird damit also auf die Sprünge geholfen.

Was machen Carotinoide im Ei?

Carotinoide sind die Vorstufe des Vitamin A und damit sowohl für die Henne als auch für den Menschen wertvoll. Allerdings tragen nicht alle Carotinoide zur Orangefärbung des Eidotters bei. So wird das bekannteste von ihnen, das Beta- Carotin komplett zu Vitamin A umgebaut. Hingegen verbleibt ein anderes Carotinoid namens Canthaxanthin zu 70 Prozent im Dotter, wird dort als Schutzstoff eingelagert und verhindert die Oxidation und somit die Zerstörung von Vitaminen.

Der Eierkauf

Seit Januar 2004 muss jedes Ei einen Stempel mit einer Ziffernfolge tragen. Die erste Ziffer informiert über die Haltungsform, aus der das Ei stammt. “0” steht für Eier aus ökologischer Haltung, “1” für Eier aus Freilandhaltung. Bei einer “2” stammen die Eier aus der Bodenhaltung und bei der “3” handelt es sich um Eier aus Käfighaltung.

Danach folgt die Abkürzung für das Erzeugerland, z. B. DE für Deutschland oder NL für die Niederlande. Die übrigen Ziffern kennzeichnen den Legebetrieb.

Unter www.was-steht-auf-dem-ei.de können Sie sich über die Bedeutung der Ziffern und den Betrieb informieren.

Übrigens: Steht auf der Verpackung “Güteklasse A”, so informiert diese Angabe nicht über die Haltungsart der Henne. Die Einteilung der Güteklassen bezieht sich nur auf das fertige Produkt und stellt lediglich Anforderungen an die Schalenqualität, Beschaffenheit von Eiweiß und Dotter, Keimbelastung und Geruch. Die Henne kommt dabei zu kurz.

Fazit

Nicht die Farbe des Dotters sagt etwas über den Gemütszustand des Huhns und damit die Haltung aus, sondern der Stempel auf dem Ei. Boden- oder Käfighaltung, erkennbar an den Anfangsziffern “2” und “3”, schränken die natürliche Bewegungsfreiheit des Huhns stark ein.

Die ökologische oder Freilandhaltung hingegen steht für eine artgerechtere Haltungsform und damit für glücklichere Hühner – und das nicht nur zu Ostern!

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