20.11.2017 - 12:19

Eine Glaubensfrage Spritzgebäck: Im Fleischwolf oder mit dem Spritzbeutel?

Ein fester Mürbeteig in ganz typischer Form: Mit dem Fleischwolf lässt sich selbstgemachtes Spritzgebäck einfach und gleichmäßig herstellen.

Foto: iStock/ Mr_Fu

Ein fester Mürbeteig in ganz typischer Form: Mit dem Fleischwolf lässt sich selbstgemachtes Spritzgebäck einfach und gleichmäßig herstellen.

Alle Jahre wieder kommt die Frage auf: Wie mache ich das beste Spritzgebäck? Fleischwolf aus dem Schrank holen oder lieber mit dem Spritzbeutel? Die Möglichkeiten sind vielfältig, ebenso wie die Ergebnisse. Eine kleine Entscheidungshilfe geben wir Ihnen hier an die Hand.

Spritzgebäck wird aus einem Mürbeteig hergestellt, der relativ fest ist. Der Name ist dabei Programm: Der Teig wird gespritzt und bekommt so seine typische Form. Herstellen lassen sich die klassischen Weihnachtsplätzchen auf zweierlei Art: Spritzgebäck kann mit dem Fleischwolf hergestellt werden oder aber mit einem Spritzbeutel. Das Tolle: Der Grundteig muss nur minimal abgewandelt werden.

Spritzgebäck aus dem Fleischwolf: Kurbeln für den Keks

Im ersten Moment klingt’s vielleicht ein bisschen eklig, aber viele kennen das mit dem Fleischwolf gemachte Spritzgebäck noch von früher. Der gute, alte Fleischwolf, mit dem sich auch Hackfleisch kredenzen lässt, wurde grundgereinigt und am Tisch festgeschraubt, der Teig klumpenweise in den Trichter gefüllt. Dann hieß es fröhlich kurbeln und Teigwürste auf dem Blech verteilen. Diese Form der Zubereitung ist auch heute noch sehr beliebt.

Der Teig des Fleischwolf-Spritzgebäcks darf und sollte ein wenig fester sein. So bekommen die fertigen Plätzchen auch ihre traditionelle, "gespritzte" Form – und behalten diese auch bei. Es spezielle Teig-Aufsätze extra fürs weihnachtliche Gebäck.

Der richtige Drehwolf: Das sollten Sie beachten

Denken Sie über den Kauf eines Fleischwolfs nach, sollten Sie ein paar Punkte beachten. Nicht jedes Gerät eignet sich für Spritzgebäck. So sollten auf jeden Fall Tüllenaufsätze dabei sein, die dem Gebäck die richtige Form geben. Das Kurbeln mit einem regulären Fleischwolf kann auf Dauer zum Kraftakt werden. Wer seine Arme schonen will, greift auf elektrische Geräte zurück. Die sind dann natürlich ein wenig teurer.

Aus hygienischen Gründen sollten Sie einen Fleischwolf, mit dem Sie auch Hackfleisch & Co. zubereiten, vor dem Backtag äußerst gründlich reinigen. Das sollte aber sowieso geschehen, da sich sonst schnell Keime ausbreiten können.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich natürlich auch ein Gerät nur für Gebäck zulegen. Aber auch das bitte nach der Nutzung gründlich säubern. Es gibt sogar extra auf Plätzchen und anderes Gebäck ausgelegte Drehwölfe.

Gebäck mit dem Fleischwolf herstellen: So geht‘s

Befestigen Sie die gewünschte Tülle am Drehwolf. Haben Sie den Teig nach unserem Spritzgebäck Grundrezept hergestellt, nehmen Sie ein etwa handgroßes Stück und geben es in den Trichter. Wenn Sie nun die Kurbel betätigen, kommt unten eine Teigwurst heraus, die Sie nach Belieben ab einer bestimmten Länge abzupfen, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und backen.

Besonders zwei Formen sind beliebt: dünne, flache Kekse sowie sternförmige Plätzchenwürste. Letztere können Sie auch wunderbar noch in Form bringen und beispielsweise schlangenförmig auf dem Blech drapieren – sogenanntes S-Gebäck.

Spritzgebäck mit dem Spritzbeutel

Es muss aber nicht unbedingt ein schweres Gerät sein: Sie können für Ihr Spritzgebäck Spritzbeutel nehmen und auch damit verschiedene Muster aufs Backblech zaubern. Stabil sollten die Backhilfen allerdings sein.

Und auch Sie sollten ein bisschen mehr Kraft mitbringen: Das Drücken des Beutels kann auf Dauer doch recht anstrengend werden. Außerdem werden die fertigen Plätzchen nicht ganz so gleichförmig wie mit dem Drehwolf.

Beim Rezept sollten Sie darauf achten, dass mehr Butter oder Margarine sowie weniger Mehl eingemischt werden sollten. Der Teig sollte insgesamt geschmeidiger und nicht ganz so fest sein. Unser Grundrezept eignet sich in abgewandelter Form auch dafür.

Geht auch: Selbst Spritzbeutel machen

Kein Fleischwolf oder die passende Spritztülle zur Hand? Sie können sich auch einen Spritzgebäck Spritzbeutel selber machen. Für den recht festen Teig eignet sich die Variante mit Backpapier weniger. Deshalb nehmen Sie sich am besten einen Gefrierbeutel und schneiden an einer Ecke ein kleines Loch hinein.

Füllen Sie den Beutel aber nur etwa zur Hälfte, so lässt er sich leichter handhaben. Zum Befüllen stellen Sie ihn einfach in ein hohes Gefäß und schlagen die Kanten um.

Bedenken Sie aber, dass die fertigen Gebäckstücke dann nicht die typische, gezackte Form haben.

Ein Kraftakt, der sich lohnt

Halten wir fest: Anstrengend ist die Spritzgebäck-Herstellung sowohl mit Fleischwolf zum Kurbeln als auch mit Spritzbeutel. Letzteres kann je nach Teigbeschaffenheit wirklich anstrengend werden. Muskelkater ist vorprogrammiert!

Sie stechen lieber Weihnachtsplätzchen aus oder möchten gleich zaubern? Wir haben die passenden Rezepte und noch mehr tolle Backideen für Sie. Und Weihnachtendamit Weihnachten zum richtigen Knaller wird, finden Sie Ideen auf unserer Themenseite.

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