20.12.2016

Food-Blog Hannah Schmitz: Bei Opas Grießsuppe hat es Klick gemacht

Beim Kochen lässt die Food-Bloggerin Hannah Schmitz ihrer Kreativität gerne freien Lauf.

Foto: privat

Beim Kochen lässt die Food-Bloggerin Hannah Schmitz ihrer Kreativität gerne freien Lauf.

Als Jurorin entscheidet die Food-Bloggerin bei "Grill den Henssler" über den perfekten Teller. Wir sprachen mit ihr über ihre eigenen Weihnachts-Traditionen.

bildderfrau.de: Wie sind Sie zum Kochen gekommen?

Hannah Schmitz: Es hat "Klick" gemacht, als ich neun oder zehn war. Ich wollte einfach die Grießsuppe meines Opas nachkochen. Er nahm mich mit in die Küche und zeigte mir gewissenhaft jeden Schritt. Eines Tages probierte ich das Rezept Zuhause aus. Man konnte die Suppe essen, aber sie schmeckte anders und ich dachte mir: Warum ist das so? Wie kann ich den Geschmack von Opas Grießsuppe auch Zuhause haben?

Die Fragen ließen mich nicht los und ich probierte immer weiter. Etwa acht Suppen später kam ich dahinter. Den Grieß muss man erst anrösten, die Butter muss dazu schaumig, nussig und leicht braun werden. Aber auch das Verhältnis der Zutaten und die Brühe waren entscheidend für das Ergebnis. Es ist eine simple Suppe, die mich angespornt hat, um mich selbst zum Schluss mit einem wahren Erfolgserlebnis zu belohnen. Ich hatte es geschafft und konnte es auch noch teilen. Das hat mich angefixt und von dem Zeitpunkt an wollte ich immer mehr meiner Lieblingsgerichte selbst kochen können.

>> Interviews mit Persönlichkeiten aus dem Food-Bereich

Lose Zettel, Buch oder Datenbank im Internet - wie bewahren Sie Ihre Rezepte auf?

Seit etwa zehn Jahren habe ich Hefte, in die ich unterwegs Ideen und Inspirationen hinein skribble, oder auch Rezepte eintragen kann. Ansonsten ist mein Blog auch zugleich meine Rezept-Datenbank.

Sie haben mal gesagt: essen soll glücklich machen. Wie gelingt das?

Indem man das isst, worauf man Lust hat. Hör auf Deinen Körper und gib ihm das, was er braucht.

Seit dieser Staffel sitzen Sie bei "Grill den Henssler" in der Jury. Wie ist es dazu gekommen?

Die Produktionsfirma hat eines Tages bei mir angerufen und gefragt ob ich Lust auf ein Casting habe. Damals musste alles noch Top Secret sein. Ich wusste nur, dass es um eine Jurorentätigkeit in einer Kochshow geht und habe mich auf das kleine Abenteuer eingelassen. Im Zuge des Castings bin ich dann Runde um Runde weitergekommen und habe das Ganze einfach auf mich zukommen lassen. Irgendwann war klar: Ich bin die neue Jurorin von "Grill den Henssler" – das war dann schon ziemlich aufregend.

Was zeichnet Sie als Jurorin aus? Und was unterscheidet Sie von Ihren Mit-Juroren?

Mir geht es einfach um die Teller. Die Gerichte, Farben, Gerüche, Geschmäcker. Welcher ist gelungener, sinnlicher und welchen würde ich mir im Restaurant immer wieder bestellen? Möglichst schnell treffende Argumente zu finden, die meine Entscheidung begründen, ist die Herausforderung des Jobs. Das, was mich von meinen Jurykollegen unterscheidet, ist meine "kulinarische Herkunft". Ich habe mir mein Wissen selbst angeeignet, immer aus dem Antrieb heraus, noch mehr übers Kochen zu erfahren und darin besser zu werden. Diese Kenntnisse kann ich nun professionell für mich nutzen. Ich bin quasi der "Profi unter den Laien". Ich kann mich dann sehr gut in die Kandidaten hineinversetzen, denn auch diese kommen meistens sehr ambitioniert in die Show.

Kochshow-Kandidat Fabian macht nicht das typische Bloggerfood

Was können Sie von Steffen Henssler oder sogar den Promis noch lernen?

Wir bekommen während der Show ja nichts davon mit, aber wenn man sich die Aufzeichnungen anguckt, bin ich nicht selten verblüfft darüber, was Steffen in so kurzer Zeit – ohne es vorher zu wissen – aus den Zutaten zaubert.

Sie haben auch einen sehr erfolgreichen Food-Blog. Was waren Ihre Beweggründe dafür und was berichten Sie darauf?

2009, also während meines Grafik Design Studiums, habe ich mit meinem Blog angefangen. Es war die logische Konsequenz, Gestaltung, Fotografie und Kulinarik miteinander zu vereinen.

Sie haben asiatische Wurzeln, sind in Deutschland geboren, haben in den USA gelebt und sind heute in der Schweiz. Wo sind Sie kulinarisch daheim?

Ganz klar: beim Essen meiner Kindheit. In meiner Familie wurde immer viel und gut gegessen. Egal ob es das Rollen der Sushi-Makis bei meiner asiatischen Oma oder Rinderrouladen und Kirschboden bei meiner rheinischen Großtante war. Essen war und ist wichtig. Meine Mutter ist eine begnadete "Instinkt Köchin", die immer weiß, wie viel Salz noch an einer Speise fehlt und ihre Römertöpfe oder Wok-Gerichte haben meine Kindheit geprägt. Und mit meinem Vater teile ich meine Leidenschaft für Süßes: Eiscreme, Schokoladen, Kuchen und so weiter.

>> Tim Mälzer: „Ich liebe das Verlassen meiner Komfortzone“

Gibt es etwas, das Sie nicht essen mögen?

Ich bin extrem experimentierfreudig und habe eigentlich keine No-Gos. Allerdings mag ich einfach keine Sukkade im Christstollen. Ich habe ihn lieber nur mit Marzipan und Rosinen.

Und wann sagen Ihre Kinder "Bäh, das mag ich nicht"?

Das kann erstaunlich schwanken. Was sie gestern noch toll fanden, mögen sie zwei Tage später nicht mehr essen – und dann wieder anders herum. Man steckt nicht drin.

Und Ihr Mann?

Der ist auch extrem aufgeschlossen und entdeckt gerne mit mir neue Gerichte, Restaurants und genießt es, wenn ich für ihn koche. Aber Bratkartoffeln mag er nicht so gerne.

>> Holger Stromberg: „Schulessen ist qualitativ erschreckend“

Weihnachten ist nicht nur die Zeit der Besinnung und der Geschenke, sondern auch die Zeit des Kochens. Wie vermeidet man Stress und Hektik?

Mit einer guten Vorbereitung hat man halb gewonnen. Ich setze mich ein bis zwei Wochen vorher hin, überlege, was ich gerne machen möchte und was sich davon schon vorbereiten lässt. Eventuell. ändere ich das Menü dann noch einmal ab, so dass ich am Ende nur noch den finalen Feinschliff und höchstens ein bis zwei Sachen frisch zubereiten muss. Dann erstelle ich einen groben Zeitplan.

Ich finde, man soll es sich das Leben nicht unnötig schwer machen, gerade in der hektischen Weihnachtszeit. Wenn man im Vorfeld Zeitfenster nutzt, um zu kochen, spart man sich viel Stress am Weihnachtsabend. Maronensuppe zur Vorspeise, lässt sich zum Beispiel wunderbar einfrieren. Beim Essen kann sie dann mit Zimtsahne und frischen Kräutern verfeinert werden. Beim Hauptgang entscheide ich mich häufig für ein Schmorgericht. Das schmeckt nach zwei Tagen sogar noch besser. Saucen, Beilagen, Desserts - wie Spekulatius-Tiramisu oder eine Bombe Surprise - lassen sich auch wunderbar vorbereiten.

So kommen hochsensible Menschen stressfrei durch Weihnachten

Gerade mit kleinen Kindern muss man sehr genau überlegen, was man kocht. Was empfiehlt sich, damit Mama das Essen auch genießen kann?

Ich koche gerne Gerichte, die kinder- beziehungsweise babygerecht sind und durch ein paar kleine Handgriffe oder Zusätze komplex genug für Erwachsene werden. Da schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Viele solcher Rezepte stehen natürlich in meinem Mama-Kochbuch.

Was kommt bei Ihnen Weihnachten auf den Tisch?

An Heiligabend gibt es ein Fischgericht. Vielleicht Saibling oder Lachs. Am ersten Weihnachtsfeiertag machen wir ein traditionelles Weihnachtsessen mit Wild, Rotkohl, vielleicht Semmelknödeln. Dazu ein schöner Rotwein, ein leichter Einstieg als Vorspeise und ein krönendes Dessert. Aber es ist noch nichts in Stein gemeißelt. Ich arbeite nämlich noch an meiner Liste.

10 festliche Vorspeisen für Weihnachten

Wie verbringen Sie die Feiertage?

Heiligabend lassen wir es ruhig angehen. Ein schöner langer Spaziergang, am Nachmittag schmücken wir gemeinsam den Baum und am Abend machen wir uns schick. Es gibt etwas Schönes zu essen und wir erzählen Geschichten. Am ersten Weihnachtstag kommt das Christkind und lässt Geschenke für unsere Kinder da. Die Bescherung legen wir auf den Vormittag, dann bleibt genügend Zeit über den Tag ,sich mit den Spielsachen zu beschäftigen und am Abend gibt es das traditionelle Weihnachtsessen. Den zweiten Weihnachtstag lassen wir entspannt ausklingen und die Erlebnisse von den Tagen zuvor nachhallen. Dieses Jahr feiern wir das Weihnachtsfest zum ersten Mal in der Schweiz. Ich freue mich sehr darauf, mein eigenes Weihnachten erschaffen zu können mit ganz vielen Riten und Bräuchen aus meiner Familie.

Schokoladentarte - perfekt für die Feiertage

Ein toller Nachtisch, der sich besonders für stressfreie Weihnachten eignet, weil er sich gut vorbereiten lässt, ist die Schokoladentarte. Mindestens einen halben Tag vor Verzehr backen und mit einem Espresso und Vanille-Kardamom-Eis reichen.

Zutaten für eine Springform von 24 cm Durchmesser:

  • 200 g gute Zartbitterschokolade
  • 200 g Butter
  • 220 g Zucker
  • 5 Eier
  • 2 EL Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 1 Teelöffel Instant-Espressopulver
  • 1 EL Kakao zum Bestäuben

Und so wird's gemacht

  1. Schokolade und Butter in der Mikrowelle, oder in einem Topf auf der Herdplatte, schmelzen
  2. Schokoladenbutter-Mischung in eine große Rührschüssel füllen und den Zucker einrieseln lassen. Mit dem Handmixer auf kleinster Stufe gut verschlagen. Nach und nach die Eier einzeln zugeben und unterrühren.
  3. Zum Schluss das Mehl und das Espressopulver kurz untermengen. Ofen auf 190 °C vorheizen. Den Teig in eine eingefettete Springform füllen und 22 Minuten backen.

Das Rezept stammt "Das Mama-Kochbuch" von Hannah Schmitz.

Seite

Kommentare