Aktualisiert: 29.07.2021 - 18:50

Fakten über Milch Klimakiller, Laktose & Co: Welche Milch-Mythen stimmen?

Von Robin Schmidt

Rund um die Milch ranken sich viele Mythen.

Foto: Yves Tscherry

Rund um die Milch ranken sich viele Mythen.

Über kaum ein Nahrungsmittel wird so sehr debattiert wie über Milch und die aus ihr hervorgehenden Produkte. Die einen schwören auf ihre Wirkung als Energielieferant, andere sehen sie als Gefahr für die eigene Gesundheit oder das Klima an. Welche Mythen ranken sich um die weiße Flüssigkeit? Die Milch auf dem Prüfstand.

Bereits die Neugeborenen bekommen sie – die Milch galt damit in langer Tradition als überlebenswichtiges Grundnahrungsmittel. Im Laufe der Zeit haben sich allerdings nicht nur die Möglichkeiten zur Gewinnung der weißen Flüssigkeit verändert, sondern auch die Wirkung auf den menschlichen Körper. Die Wahrnehmung der Milch in der Öffentlichkeit ist gespalten: die einen nutzen sie als Energiequelle, die anderen winken wegen Unverträglichkeiten oder aus anderen Gründen dankend ab. Doch welche Mythen rund um die Milch gelten als wahr? Und welche nicht? Wir bieten Ihnen eine Übersicht!

Ein bekannter Milch-Mythos: Keine Milch bei Laktoseintoleranz

Der Milchzucker sorgt dafür, dass rund 15 Prozent der Bevölkerung von einer Laktoseintoleranz betroffen sind. Das geht aus einer Auswertung des Bundeszentrums für Ernährung (BzfE) hervor. Der Körper kann darauf mit Symptomen wie Sodbrennen oder Durchfall unmittelbar nach dem Verzehr reagieren. Sollte man deshalb komplett auf Milch verzichten?

Laut der Initiative Milch, die sich als Plattform für einen zeitgemäßen Austausch über dieses Lebensmittel versteht, ist dies nicht zwingend nötig. Viele Milchprodukte enthielten kaum oder gar keine Laktose, heißt es. Bei gereiftem Käse beispielsweise werde die Laktose bereits beim Herstellungsprozess verstoffwechselt. Zudem lässt sich inzwischen auf laktosefreie Milchvarianten zurückgreifen. Alternativ kann man auch auf Tabletten zurückgreifen, die man vor einer Milchmahlzeit einnimmt.

Steigendes Krebsrisiko durch Milch

Erkrankt man leichter an Krebs, wenn man zu viel Milch zu sich nimmt? Eine Frage, auf die es bisher keine gesicherte Antwort, sondern lediglich einzelne Hinweise gibt. Forscher haben herausgefunden, dass Milch die Entwicklung von Prostatakrebs begünstigen kann – allerdings erst ab einem Konsum von 1,25 Liter pro Tag. Bei anderen Krebsarten konnte die Forschung bislang keine weitreichenden Erkenntnisse über deren Wachstum gewinnen. Das in der Milch enthaltene Kalzium könnte in geringen Mengen sogar bei Magen-, Darm- und Brustkrebs einen schützenden Effekt haben. Gesichert ist aber auch dieser Fakt noch nicht.

Andere Lebensmittel sind reicher an Kalzium als Milch

Ein gesunder erwachsener Mensch kommt auf einen Kalziumbedarf von 1000 mg pro Tag. Nahrungsmittel wie Nüsse, Samen oder Algenprodukte weisen pro 100 g mehr Kalzium als Milch auf. Das "Problem": Die meisten Menschen konsumieren diese Produkte täglich nicht in ausreichender Menge. Zudem gilt es als bestätigt, dass Kalzium aus der Milch vom Körper besser aufgenommen wird als aus anderen Nahrungsmitteln.

Milch und Milchprodukte sind schädlich fürs Klima

Gerne werden Milch und deren Produkte im Zusammenhang mit dem Klimawandel genannt. Insbesondere Butter gilt dabei häufig als Klimasünde, da sie ein konzentriertes Milchprodukt ist und für den Methanausstoß der Kuh steht. Die Initiative Milch nennt die Bereiche Mobilität und Energie jedoch größere Emissionssünder als eine Portion Butter von 10 Gramm auf dem Brot. Als Beispiel zieht sie einen Vergleich zurate:

Für einen einfachen Inlandsflug von Berlin nach München berechnet das Portal Atmosfair.de 308 kg CO2 pro Kopf. Umgerechnet in Butter ergibt das etwa 150 Päckchen (250 g). Diese Menge konsumiert die Bevölkerung hierzulande in rund sechs Jahren pro Kopf. Die Tierhaltung kommt mit sieben Prozent zu einem vergleichsweise niedrigen Anteil der Gesamtemissonen.

Pflanzliche Drinks laufen der Milch den Rang ab

"Darf es Hafer-, Soja- oder Mandelmilch im Cappuccino sein?" Diese Frage gehört mittlerweile in fast jedem guten Café dazu. Auch im Supermarkt füllen sich die Regale mehr und mehr mit alternativen Milchdrinks. Wie die Initiative Milch berichtet, belegen Zahlen zudem, dass das Segment der pflanzlichen Produkte Wachstum generiert. Können die Alternativen die klassische Kuhmilch vom Markt verdrängen?

Die Wachstumsraten sollten differenziert betrachtet werden. Bei innovativen Lebensmitteln wie den Milchdrinks sind diese nicht selten, da es sich um relativ neue Produkte handelt. An den Umsatz, der mit klassischen Milchprodukten erwirtschaftet wird, reichen sie noch nicht heran. Die Verbrauchskurve von Quark und Käse beispielsweise zeigt seit Jahren kontinuierlich nach oben. 2020 legte auch die Konsummilch wieder zu. Ihr Pro-Kopf-Verbrauch stiegt leicht um 0,8 Prozent auf 49,9 Kilogramm pro Jahr. Dennoch erregt das Interesse an veganen Milchalternativen in der Gesellschaft mehr Aufmerksamkeit.

Kuhmilch ist preiswerter als die Alternativen. Daran erkennen Sie Milch von artgerecht gehaltenen Kühen! Warum pflanzliche Milch teurer ist, erfahren Sie hier: Sojamilch, Hafermilch und Co: Darum ist pflanzliche Milch teurer als Kuhmilch.

Wer sich fragt, welche Stoffe in welcher Alternative enthalten sind, sollte sich das folgende Video anschauen:

Mandel-, Hafermilch & Co: Die Top 5 Milchalternativen
Mandel-, Hafermilch & Co: Die Top 5 Milchalternativen

Übrigens: Milch kann sogar beim Abnehmen helfen!

Quellen: initiative-milch.de, 24vita.de, fr.de, swissmilk.ch

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