Aktualisiert: 16.07.2021 - 19:01

Wie ist das eigentlich? Nachgehakt: Sind rohe Kartoffeln giftig?

Von Lina Steinbach

Sind rohe Kartoffeln giftig? Besonders unter der Schale sammeln sich viele Giftstoffe, weshalb es immer wichtig ist, die Kartoffeln gründlich zu schälen!

Foto: GettyImages/Igor Golovniov

Sind rohe Kartoffeln giftig? Besonders unter der Schale sammeln sich viele Giftstoffe, weshalb es immer wichtig ist, die Kartoffeln gründlich zu schälen!

Kartoffeln gehören zu den beliebtesten Lebensmitteln der deutschen Küche. Aber wie viel wissen Sie eigentlich über das Knollengemüse? Was steckt zum Beispiel hinter der Regel, dass man rohe Kartoffeln nicht essen darf? Finden Sie hier die Antwort heraus!

Sind rohe Kartoffeln giftig oder kann man sie essen? Diese Frage haben Sie sich bestimmt schon als Kind gestellt. Besonders bei der Vorbereitung von Kartoffelgerichten, beim Schälen und Schneiden der Knollen, wird man neugierig nach dem Geschmack der Kartoffel in roher Form. Sind Sie dieser Neugierde schon mal nachgegangen? Wenn Sie ein Stück rohe Kartoffel probiert haben, werden Sie sich wahrscheinlich an den Geschmack erinnern. Der ist nämlich nicht so lecker, wie der von gekochten Kartoffeln. Woher der Geschmack der rohen Kartoffel kommt und warum diese tatsächlich giftig ist, erfahren Sie hier.

Rohe Kartoffeln giftig? Das steckt dahinter!

Kartoffeln enthalten viel Stärke. Beim Kochen wird diese in Kohlenhydrate umgewandelt, doch in roher Form sorgt sie dafür, dass die Kartoffeln nur schwer verdaulich sind und einen mehligen Geschmack haben. Wer schon mal rohe Kartoffeln gegessen hat, wird neben dem mehligen Gefühl im Mund auch die Bitterkeit bemerkt haben. Diese wird durch Giftstoffe hervorgerufen. Wie viele Pflanzen enthalten auch Kartoffeln von Natur aus Giftstoffe, die sie vor Schädlingen schützen sollen. Das Gift, das in der Kartoffel zu finden ist, heißt Solanin und ist für den Menschen ebenfalls schädlich.

Warum kann man dann Kartoffeln unbesorgt essen? Da das meiste Solanin in den Kartoffeln unter der Schale und an grünen und keimenden Stellen sitzt, ist es wichtig, die Kartoffeln zu schälen und solche Stellen herauszuschneiden. Vorbeugend verhindert die richtige Lagerung von Kartoffeln das Keimen und so einen höheren Solanin-Anteil. Achten Sie also darauf, dass Sie Ihre Kartoffeln an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort aufbewahren. Kartoffeln zählen nämlich zu den Lebensmitteln, die kein Licht vertragen.

Beim Kochen geht dann auch noch ein Anteil des Solanins verloren. Es löst sich aus der Kartoffel und wird ins Kochwasser abgegeben, dieses also unbedingt wegschütten und die gekochten Kartoffeln am besten vor dem Weiterarbeiten mit frischem Wasser abwaschen. Wenn Sie diese Dinge beachten, können geschälte und gekochte Kartoffeln unbesorgt gegessen werden.

Nebenwirkungen bei übermäßigem Verzehr von rohen Kartoffeln

Das sieht aber bei rohen Kartoffeln anders aus. Nach dem Verzehr von nur einer rohen Kartoffel werden Sie noch nicht so viel von dem Giftstoff merken, doch bei einer großen Aufnahme von Solanin hat das negative Auswirkungen auf Ihren Körper. Magenkrämpfe, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Atemprobleme können mögliche Symptome einer Solanin-Vergiftung sein. Besonders Kinder unter zwölf Jahren und Schwangere sind anfällig für so eine Vergiftung und können bereits bei kleinen Mengen Symptome bemerken. Leute, die nicht zu diesen Gruppen zählen, müssen zwar in der Regel sehr viel rohe Kartoffeln zu sich nehmen, bis es zu einer Vergiftung kommt, doch sollte hier generell Vorsicht geboten sein.

Rohe Kartoffeln können auch gesund sein

Eine Ausnahme besteht beim Saft aus rohen Kartoffeln. Sorgfältig geschälte Kartoffeln können im rohen Zustand zu Saft verarbeitet werden, der einen niedrigeren Solanin-Gehalt hat und in kleinen Mengen sogar gegen manche gesundheitlichen Beschwerden helfen kann: Besonders bei Sodbrennen und anderen Magenproblemen soll der Saft wegen seiner basischen Wirkung gegen Übersäuerung helfen. Viele der Vitamine und Mineralien, die die Kartoffel zu einem gesunden Gemüse machen, sind in dem Kartoffelsaft in verstärkter Form vorhanden.

Sie sehen: Wie bei vielen Dingen kommt es also auch bei rohen Kartoffeln auf die Menge an. Keine Sorgen müssen Sie sich machen, wenn Sie die Kartoffeln sorgfältig schälen und gut kochen oder durchgaren. So können Sie viele Leckereien mit dem Gemüse zaubern, zum Beispiel unseren köstlichen Kartoffel-Auflauf mit Fenchel oder diese einfachen Kartoffeln mit frischem Dill und Gzik .

Aber auch beim Kochen kann noch einiges schief laufen, was den Geschmack des Kartoffelgerichts beeinflussen kann. Wir haben in diesem Video vier typische Fehler aufgedeckt und erklären, wie Sie diese verhindern können:

4 typische Fehler beim Kartoffeln kochen: Unsere Tipps
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Was Sie noch alles über Kartoffeln erfahren können, entdecken Sie auf unserer Themenseite: viele kreative Rezepte, wichtige Informationen und hilfreiche Tipps!

Übrigens: Kartoffeln sind kein Einzelfall. Es gibt einige Gemüsesorten, die lieber nicht roh gegessen werden sollten. Welche das sind, lesen Sie in unserem Artikel.

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Quellen: www.utopia.de, www.gartenjournal.net, www.heilpraxisnet.de

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