Aktualisiert: 28.06.2021 - 16:56

Sortiments-Veränderung Kein Billigfleisch mehr bei Aldi: Der Discounter plant den Ausstieg

Von Lea Tefelski

Nur noch höhere Qualitätsstufen: Ab 2025 wird es bei Aldi kein Billigfleisch mehr zu kaufen geben.

Foto: GettyImages/ContemporAd

Nur noch höhere Qualitätsstufen: Ab 2025 wird es bei Aldi kein Billigfleisch mehr zu kaufen geben.

Aldi plant, bis 2030 Fleisch der Qualitätstufen eins und zwei aus dem Sortiment zu nehmen. Greenpeace nennt es einen Meilenstein. Was sich für Verbraucher jetzt ändert...

Kein Billigfleisch mehr bei Aldi Nord und Süd, das kündigte der Discounter gerade erst an. Kunden können ab 2030 nur noch Fleisch der Qualitätsstufen drei und vier kaufen. Mit der frühzeitigen Ankündigung wolle man Landwirten und Verarbeitern der Fleischindustrie Planungssicherheit für die Umstellung der Produktion geben.

Kein Billigfleisch mehr bei Aldi: Was das für den Verbraucher bedeutet

Erst 2019 hatte Aldi mit anderen Lebensmittelhändlern zusammen die Haltungskennzeichen auf Frischfleisch-Verpackungen eingeführt. Kunden sollte das Sytem mehr Transparenz verschaffen. Nun geht das Unternehmen einen Schritt weiter: Von den insgesamt vier gekennzeichneten Haltungsnormen wird Aldi bis 2030 zwei aus dem Verkauf nehmen. Das erklärte Ziel: Kein Billigfleisch mehr bei Aldi!

Für den Verbraucher heißt das, dass er ab 2030 nur noch Frischfleisch erwerben kann, dass mit Stufe drei oder vier gekennzeichnet ist. Stufe drei verspricht den Tieren Frischluft, mehr Bewegungsfreiraum und Beschäftigung. Stufe vier, die Premium-Stufe, wird teils sogar für Bio-Fleisch vergeben. Hier dürfen sich die Tiere auch draußen bewegen. Verbraucherschützer weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass das Premiumsiegel nicht nur an Fleisch aus Bio-Haltung vergeben werde. Auch konventionell erzeugtes Fleisch könne damit ausgezeichnet werden.

Schrittweise Verbannung von Billigfleisch

Die Sortimentsveränderung solle schrittweise passieren. Der aktuelle Marktanteil der Stufe vier liege insgesamt bei gerade einmal zehn Prozent, wurde aus einem Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg Ende letzten Jahres deutlich. Schon in diesem Jahr wolle man sowohl bei Aldi Nord als auch Aldi Süd das Frischfleisch-Angebot der Stufen drei und vier auf insgesamt 15 Prozent heben. Bis 2026 planen die beiden Einzelhandelsketten eine Steigerung der Stufen drei und vier des Angebots von über 300%. Ab 2025 solle es kein Billig-Fleisch mehr bei Aldi geben.

Stufe eins der Haltungskennzeichnung entspricht zwar den gesetzlichen Mindestvorgaben, dem Discounter reicht das aber nicht; auch Tier- und Verbraucherschützer zeigen sich begeistert.

Politik wird in Verantwortung gezogen

Der Deutsche Tierschutzbund drückte seine Freude über den Billigfleisch-Ausstieg von Aldi und gleichzeitig die Hoffnung aus, dass andere Unternehmen folgen. Auch Greenpeace begrüßte den "ambitionierten Plan" und nannte den Schritt zum Ausstieg einen Meilenstein.

Sowohl Greenpeace als auch Grünen-Politikerin Renate Künast nahmen die Regierung in die Verantwortung. Der Lebensmitteleinzelhandel gehe einen Schritt, den die Regierung schon längst hätte einleiten müssen. Beide plädierten dafür, Haltungsstufen drei und vier zum Standard zu machen, dafür bräuchte es jedoch staatliche Vorgaben.

Quelle: tagesschau.de

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